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Aktuelle Version vom 10. Mai 2022, 14:50 Uhr
Der Rückbau eines WDVS stellt den ersten Behandlungsschritt auf dem Verwertungsweg von WDVS dar und nimmt durch die gewählte Rückbaumethode Einfluss auf den nachfolgenden Verwertungsweg des WDVS-Abfalls.


Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung sowie der hergestellten Verbundeigenschaften stellt die Entsorgung eines WDVS eine Herausforderung für die sortenreine Rückgewinnung der Komponenten dar. Die Sortenreinheit ist Voraussetzung für eine hochwertige stoffliche Verwertung. [1] Eine sortenreine Rückgewinnung auf der Baustelle wird durch mehrere Faktoren wie gesetzliche Vorgaben, Umfang der Rückbaumaßnahme, finanzieller Rahmen und vorhandene örtliche Gegebenheiten bestimmt.
Der Rückbau eines WDVS kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen [2]: - Das Gebäude ist in seiner aktuellen Form nicht mehr nutzbar und muss abgerissen werden. - Es liegen schwerwiegende technische Mängel im WDVS vor, wie z. B. Feuchtigkeitseintritt in die Dämmung aufgrund einer beschädigten Dichtung, unzureichende Befestigung am Untergrund oder die Verwendung ungeeigneter Materialien. - Rechtliche Gründe, z. B. bei nicht Einhaltung von Grenzwerten (z. B. Brandschutz).
Der Rückbau eines Gebäudes kann methodisch in konventionell, teilselektiv und selektiv unterschieden werden. Der konventionelle Rückbau beschreibt diejenige Methode, bei der keine spezifische Demontage von Bau- oder Gebäudeteilen erfolgt. Ziel ist es, zeitsparend das Gebäude in ein transportfähiges Gut zu überführen. [3] Bei dieser Methode findet keine „sortenreine“ Trennung auf der Baustelle statt, sondern eine Verlagerung des Trennaufwandes in nachgeschaltete Aufbereitungsschritte. Die Aufbereitung dieses heterogenen Stoffgemisches kann entsprechenden Mehraufwand und Mehrkosten bedeuten, da einzelne Schadstoffe nicht abgetrennt werden können und somit das gesamte Abbruchmaterial verunreinigt wird. Eine variable hochwertige Wiederverwendung kann dadurch nicht gewährleistet werden. [4] [1]
Den teilselektiven Rückbau von Gebäuden beschreibt diejenige Methode, bei der einzelne wenige Bau- oder Gebäudeteile durch Demontage- oder Entkernungsmaßnahmen entfernt werden, um so den Rückbau zu erleichtern und eine gewisse Trennung der Komponenten zu erhalten.
Selektiver Rückbau sieht eine geordnete Demontage aller Bauteile in sinnvoller Reihenfolge vor. Der selektive Rückbau beschreibt die vollständige Demontage aller Bau- und Gebäudeteile. Dabei werden alle Bauteile nach ihrer Funktion oder nach ihrer Materialzusammensetzung demontiert und getrennt gesammelt. Ziel dieser Methode ist eine sortenreine Rückgewinnung, z. B. von Beton, die Erhaltung der Funktionsfähigkeit, z. B. von Fenstern, oder die Ausschleusung von Stör- und Schadstoffen aus den jeweiligen Separationsfraktionen.
Die beschriebene Selektivität beim Rückbau betrachtet das WDVS als ein „Bauteil“, welches von anderen Bauteilen getrennt rückgebaut wird. Dabei ist zu beachten, dass auch das „Bauteil“ WDVS selber selektiv rückgebaut werden kann. Die Anwendung der selektiven Rückbaumethode auf das „Bauteil“ WDVS beinhaltet das schichtweise Abtragen des WDVS. Hierzu werden die Schichten in umgekehrter Reihenfolge zum Aufbau abgetragen. Den ersten Schritt stellt dabei das sogenannte „Strippen“ dar [5]. Die äußeren Komponenten Putz, Armierungsgewebe und Unterputz werden eingeschnitten und in Bahnen, wie eine Tapete, vom Dämmstoff abgezogen. Anschließend erfolgt das Abtragen der Dämmschicht ggf. nach vorheriger Entfernung von Dübeln oder Schienensystemen.
Der selektive Rückbau eines WDVS stellt dabei allerdings nicht die etablierte Rückbaumethode dar. Die etablierte Rückbaumethode von WDVS ist konventionell und beinhaltet den Abtrag des gesamten Systems in einem Arbeitsschritt mittels Bagger. Dabei treten die bereits beschrieben Nachteile wie z. B. Heterogenität und Steigerung des Aufbereitungsaufwandes auf. [4][6]
Literaturverzeichnis
- ↑ 1,0 1,1 Dürager A (2015) Rückbau und Recyclingfähigkeit von WDVS, 1st edn. AV Akademikerverlag, Saarbrücken
- ↑ Riedel W, Frössel F (2010) Wärmedämm-Verbundsysteme: Von der Thermohaut bis zur transparenten Wärmedämmung, 2nd edn. Baulino; Fraunhofer-IRB-Verl., Waldshut-Tiengen, Stuttgart
- ↑ Rentz O, Seemann A, Schultmann F (2001) Abbruch von Wohn- und Verwaltungsgebäuden
- ↑ 4,0 4,1 Albrecht W, Schwitalla C (2015) Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS.: Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf des Dämmstoffs bzw. Downcycling in dir Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung. Forschungsinitiative Zukunft Bau, vol 2932. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart
- ↑ Heller N, Flamme S (2020) Waste management of deconstructed External Thermal Insulation Composite Systems with expanded polystyrene in the future. Waste Manag Res 38:400–407. https://doi.org/10.1177/0734242X20904413
- ↑ Hunklinger, R. 1997. Untersuchung des Recyclings von Stoffsystemen aus Wärmedämm-Verbundsystemen und Flachdachabdichtungsaufbauten mit Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum (Styropor). Schlußbericht.