Aufbereitung von Leichtverpackungen (LVP): Unterschied zwischen den Versionen

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Der Recyclingkreislauf von [[Leichtverpackungen (LVP)]] gliedert sich in die Schritte Erfassung, Sortierung und Aufbereitung. Die LVP-Sammlung ist ein Beispiel für ein sogenanntes comingled-System (Gemischtsammlung). Daher ist hier keine gute Sortenreinheit zu erwarten und eine strukturierte Aufbereitungskette notwendig. Eine exemplarisches Verfahren in LVP-Sortieranlagen ist in Abbildung 11 dargestellt. <ref name="UBA2020" />
Der Recyclingkreislauf von [[Leichtverpackungen (LVP)]] gliedert sich in die Schritte Erfassung, Sortierung und Aufbereitung. Die LVP-Sammlung ist ein Beispiel für ein sogenanntes comingled-System (Gemischtsammlung). Daher ist hier keine gute Sortenreinheit zu erwarten und eine strukturierte Aufbereitungskette notwendig. Eine exemplarisches Verfahren in LVP-Sortieranlagen ist in Abbildung 11 dargestellt. <ref name="UBA2020" />


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Nach der Sammlung im Gelben Sack, der Gelben Tonne und Sammelcontainern wird der Abfall zur Behandlung an eine Sortieranlage übergeben. Es folgt eine Vorzerkleinerung zur Öffnung der Gebinde (Säcke) und Vorkonditionierung für die Siebung. Bei der Siebung werden die Fraktionen Grobgut, Mittelgut und Feingut erzeugt. Im Beispielprozess umfasst das Grobgut die Kornklassen > 220 mm, das Mittelgut 20-220 mm und das Feingut < 20 mm. Aus dem Feingut werden meist Metalle abgetrennt und anschließend wird es als Sortierrest klassiert. Das Grob- und Mittelgut werden anschließend einer Windsichtung zugeführt.  Im Anschluss folgt zunächst eine Magnetscheidung, in der die Fe-Metalle gewonnen werden, und dann die Abtrennung von Flüssigkartonagen (FKN) mittels sensorgestützter Sortierung. Dazu wird standardmäßig ein Nahinfrarot-Sensor (NIR-Sensor) verwendet. Anschließend werden Aluminiumverpackungen mithilfe eines Wirbelstromscheiders abgetrennt. Dabei werden auch Verpackungen aussortiert, die Aluminiumlayer als Barriere verwenden (Suppentüten, Tuben, etc.). Übrig bleiben zunächst alle Kunststoffverpackungen, die als 3D-Kunststoffe charakterisiert werden können. Sie sind formstabil und werden entweder als Mischkunststoffe, als gemischte Polyolefin-Artikel oder als Kunststoffe für die weitere Sortierung nach Kunststoffarten einsortiert. Die letzte Fraktion kann mithilfe von NIR-Ketten nach den einzelnen Standardpolymeren (PE, PP, etc.) sortiert werden.  Auch die weitere Sortierung in die Materialklassen PPK und Kunststoffe erfolgt mithilfe von NIR-Sensoren. Abschließend erfolgt eine manuelle Sortierung, um Wertstoffe aus dem Reststoffstrom zurückzugewinnen, die bei den vorherigen Sortierschritten fehlausgetragen wurden. <ref name="Christiani2021" /> <sup>(S. 99-102)</sup>  
Nach der Sammlung im Gelben Sack, der Gelben Tonne und Sammelcontainern wird der Abfall zur Behandlung an eine Sortieranlage übergeben. Es folgt eine Vorzerkleinerung zur Öffnung der Gebinde (Säcke) und Vorkonditionierung für die Siebung. Bei der Siebung werden die Fraktionen Grobgut, Mittelgut und Feingut erzeugt. Im Beispielprozess umfasst das Grobgut die Kornklassen > 220 mm, das Mittelgut 20-220 mm und das Feingut < 20 mm. Aus dem Feingut werden meist Metalle abgetrennt und anschließend wird es als Sortierrest klassiert. Das Grob- und Mittelgut werden anschließend einer Windsichtung zugeführt.  Im Anschluss folgt zunächst eine Magnetscheidung, in der die Fe-Metalle gewonnen werden, und dann die Abtrennung von Flüssigkartonagen (FKN) mittels sensorgestützter Sortierung. Dazu wird standardmäßig ein Nahinfrarot-Sensor (NIR-Sensor) verwendet. Anschließend werden Aluminiumverpackungen mithilfe eines Wirbelstromscheiders abgetrennt. Dabei werden auch Verpackungen aussortiert, die Aluminiumlayer als Barriere verwenden (Suppentüten, Tuben, etc.). Übrig bleiben zunächst alle Kunststoffverpackungen, die als 3D-Kunststoffe charakterisiert werden können. Sie sind formstabil und werden entweder als Mischkunststoffe, als gemischte Polyolefin-Artikel oder als Kunststoffe für die weitere Sortierung nach Kunststoffarten einsortiert. Die letzte Fraktion kann mithilfe von NIR-Ketten nach den einzelnen Standardpolymeren (PE, PP, etc.) sortiert werden.  Auch die weitere Sortierung in die Materialklassen PPK und Kunststoffe erfolgt mithilfe von NIR-Sensoren. Abschließend erfolgt eine manuelle Sortierung, um Wertstoffe aus dem Reststoffstrom zurückzugewinnen, die bei den vorherigen Sortierschritten fehlausgetragen wurden. <ref name="Christiani2021" /> <sup>(S. 99-102)</sup>  
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<ref name = "Christiani2021"> Christiani et al. 2021: Ermittlung der Praxis der Sortierung und Verwertung von Verpackungen im Sinne des §21 VerpackG. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ermittlung-der-praxis-der-sortierung-verwertung-von, zuletzt geprüft am 16.11.2022. </ref>
<ref name = "Christiani2021"> Christiani et al. 2021: Ermittlung der Praxis der Sortierung und Verwertung von Verpackungen im Sinne des §21 VerpackG. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ermittlung-der-praxis-der-sortierung-verwertung-von, zuletzt geprüft am 16.11.2022. </ref>
<ref name = "Feil2021"> Feil et al. 2021: Anforderungen an eine effiziente technologische Behandlung von Post-Consumer Verpackungsmaterialien in Sortieranlagen. </ref>
</references>
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Version vom 16. November 2022, 15:30 Uhr

Der Recyclingkreislauf von Leichtverpackungen (LVP) gliedert sich in die Schritte Erfassung, Sortierung und Aufbereitung. Die LVP-Sammlung ist ein Beispiel für ein sogenanntes comingled-System (Gemischtsammlung). Daher ist hier keine gute Sortenreinheit zu erwarten und eine strukturierte Aufbereitungskette notwendig. Eine exemplarisches Verfahren in LVP-Sortieranlagen ist in Abbildung 11 dargestellt. [1]

Abbildung 11: Schematisches Verfahren für die LVP-Sortierung [2] (S. 13)
Abbildung 11: Schematisches Verfahren für die LVP-Sortierung [2] (S. 13)

Nach der Sammlung im Gelben Sack, der Gelben Tonne und Sammelcontainern wird der Abfall zur Behandlung an eine Sortieranlage übergeben. Es folgt eine Vorzerkleinerung zur Öffnung der Gebinde (Säcke) und Vorkonditionierung für die Siebung. Bei der Siebung werden die Fraktionen Grobgut, Mittelgut und Feingut erzeugt. Im Beispielprozess umfasst das Grobgut die Kornklassen > 220 mm, das Mittelgut 20-220 mm und das Feingut < 20 mm. Aus dem Feingut werden meist Metalle abgetrennt und anschließend wird es als Sortierrest klassiert. Das Grob- und Mittelgut werden anschließend einer Windsichtung zugeführt. Im Anschluss folgt zunächst eine Magnetscheidung, in der die Fe-Metalle gewonnen werden, und dann die Abtrennung von Flüssigkartonagen (FKN) mittels sensorgestützter Sortierung. Dazu wird standardmäßig ein Nahinfrarot-Sensor (NIR-Sensor) verwendet. Anschließend werden Aluminiumverpackungen mithilfe eines Wirbelstromscheiders abgetrennt. Dabei werden auch Verpackungen aussortiert, die Aluminiumlayer als Barriere verwenden (Suppentüten, Tuben, etc.). Übrig bleiben zunächst alle Kunststoffverpackungen, die als 3D-Kunststoffe charakterisiert werden können. Sie sind formstabil und werden entweder als Mischkunststoffe, als gemischte Polyolefin-Artikel oder als Kunststoffe für die weitere Sortierung nach Kunststoffarten einsortiert. Die letzte Fraktion kann mithilfe von NIR-Ketten nach den einzelnen Standardpolymeren (PE, PP, etc.) sortiert werden. Auch die weitere Sortierung in die Materialklassen PPK und Kunststoffe erfolgt mithilfe von NIR-Sensoren. Abschließend erfolgt eine manuelle Sortierung, um Wertstoffe aus dem Reststoffstrom zurückzugewinnen, die bei den vorherigen Sortierschritten fehlausgetragen wurden. [3] (S. 99-102)

In nachgeschalteten Aufbereitungsanlagen werden die als Vorkonzentrate gewonnenen Kunststofffraktionen weiter gereinigt und als Granulat oder Mahlgut bereitgestellt. Dadurch kann eine gleichmäßige Qualität des Produktstromes sichergestellt werden, sodass das Material wieder in der Produktion oder anderen Recyclingprozessen verwendet werden kann. Abbildung 12 stellt den Aufbereitungsprozess von vorsortierten PET-Flaschen dar. Dort folgt nach einer trockenmechanischen Vorbereitung und nassmechanischen Aufbereitung die Kunststoffveredelung. [4] (S. 4)

Abbildung 12: Prozessschema der Fima KRONES für das PET-Recycling [4] (S. 4)
Abbildung 12: Prozessschema der Fima KRONES für das PET-Recycling [4] (S. 4)

Literaturverzeichnis

  1. Umweltbundesamt (Hg.) (2020): Verpackungsabfälle. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle#eu-vorgaben-zur-verwertung-werden-erhoht, zuletzt geprüft am 17.06.2018.
  2. Feil et al. 2021: Anforderungen an eine effiziente technologische Behandlung von Post-Consumer Verpackungsmaterialien in Sortieranlagen.
  3. Christiani et al. 2021: Ermittlung der Praxis der Sortierung und Verwertung von Verpackungen im Sinne des §21 VerpackG. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ermittlung-der-praxis-der-sortierung-verwertung-von, zuletzt geprüft am 16.11.2022.
  4. 4,0 4,1 Umweltbundesamt (Hg.) (2015): Sortierung und Aufbereitung von Leichtverpackungen. Online verfügbar unter https://www.cleaner-production.de/images/BestPractice/data_de/PWP.pdf, zuletzt geprüft am 10.07.2021.