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: Verhältnis von natürlichen oder technisch-wirtschaftlichen Rohstoffen und den aus ihrer Nutzung gewonnenen Vorteilen, sei es in der Produktion oder im Konsum. Hierbei geht es darum, den Nutzen der Produkte oder Dienstleistungen zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch und den Abfall zu minimieren. Nach der europäischen Kommission (Kreislaufwirtschaftspaket 2015) wird RE wie folgt definiert: „allowing the economy to create more with less, delivering greater value with less input, using resources in a sustainable way and minimising their impacts on the environment” (COM (2015)) | : Verhältnis von natürlichen oder technisch-wirtschaftlichen Rohstoffen und den aus ihrer Nutzung gewonnenen Vorteilen, sei es in der Produktion oder im Konsum. Hierbei geht es darum, den Nutzen der Produkte oder Dienstleistungen zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch und den Abfall zu minimieren. Nach der europäischen Kommission (Kreislaufwirtschaftspaket 2015) wird RE wie folgt definiert: „allowing the economy to create more with less, delivering greater value with less input, using resources in a sustainable way and minimising their impacts on the environment” (COM (2015)) | ||
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: definiert als das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum inländischen Materialverbrauch (DMI), wird als Indikator der Ressourceneffizienz verwendet. | : definiert als das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum inländischen Materialverbrauch (DMI), wird als Indikator der Ressourceneffizienz verwendet. |
Version vom 28. März 2023, 10:06 Uhr
- Abfall
- Materialmix – Mischung aus unterschiedlichen Materialien; Abfall ist der zentrale Rechtsbegriff des Abfallrechts §3 Abs.1 Satz 1 KrWG: Abfälle sind alle Stoffe und Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ohne dass ein Nebenprodukt (es gibt einen Markt für den Stoff/das Produkt) vorliegt oder das Ende der Abfalleigenschaft (durch einen Zweiterzeuger) aufgehoben ist. Alltäglicher Sprachgebrauch des Begriffs Abfall: wertlose, gebrauchsuntaugliche Stoffe und Gegenstände.
- Abfallhierarchie
- Die in § 6 KrWG geregelte fünfstufige Abfallhierarchie legt für Maßnahmen der Vermeidung von Abfällen sowie der Vorbereitung zur Wiederverwendung, des Recyclings, der sonstigen (insbesondere energetischen) Verwertung und der Beseitigung von Abfällen eine grundsätzliche Rangfolge fest.
- Abfallschlüssel
- Obergruppe aus der Abfallverzeichnisverordnung
- Downcycling
- Recyclingverfahren mit Qualitätsabnahme von Ausgangsmaterial zu Sekundärmaterial (Kosmol et al. 2012, S. 4)
- Duales System
- Systeme zur Lizensierung, d. h. Sicherstellung, der Sammlung und Sortierung von Verpackungen. Durch die Lizensierung einer Verpackung, d. h. der Beteiligung an einem dualen System, gibt der Erzeuger einer Verpackung seine Verpflichtung zur Rücknahme der durch seine Verpackungen entstehenden Abfälle an das Duale System ab. (Kranert 2017; Bundestag 2017)
- Duroplast
- Nicht formbarer, d. h. nicht zersetzbarer oder schmelzbarer, polymerer Werkstoff (Abts 2016)
- Elastomer
- Gummielastischer polymerer Werkstoff (Abts 2016)
- Energieeffizienz
- Verhältnis Nutzen oder Ergebnis durch notwendigen Energieaufwand (Kosmol et al. 2012, S. 7)
- Fe-Metalle
- Eisenhaltige Metalle (Kurzweil 2015)
- Gemeinlastprinzip
- Wenn das Verursacherprinzip nicht oder nicht vollständig durchgesetzt wer-den kann, sorgt die öffentliche Hand für Ausgleich der Umweltschäden.
- Gewerbeabfälle
- Gewerbliche Siedlungsabfälle (auch kurz "Gewerbeabfälle" genannt) sind Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen als privaten Haushaltungen, die in Kapitel 20 der Anlage der Abfallverzeichnis-Verordnung vom 10. Dezember 2001 aufgeführt sind, insbesondere
- gewerbliche und industrielle Abfälle sowie
- Abfälle aus privaten und öffentlichen Einrichtungen,
die Abfälle aus privaten Haushaltungen auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung ähnlich sind und wie diese entsorgt werden.
- Gusslegierungen
- siehe Knetlegierungen
- Haushaltsabfälle
- Haushaltsabfälle sind bestimmte Siedlungsabfälle, die als überwiegend haushaltstypisch definiert werden, wie z. B. Hausmüll, Sperrmüll, Verpackungen, Garten- und Parkabfälle. Dabei kommt es darauf an, dass Abfälle in der Regel überwiegend bei privaten Haushalten anfallen.
- Hüttenaluminium
- Aluminium höchster Qualität mit Aluminiumgehalten > 99 M.-% (Umweltbundesamt 2019)
- Knetlegierungen
- Guss- und Knetlegierungen bezeichnen verschiedene Aluminiumlegierungen, die sich in ihrem Aluminium unterscheiden. Die hochwertigeren Knetlegierungen besitzen Aluminiumgehalte von ~ 97 M.-%, während Gusslegierungen alle Legierungen mit Aluminiumgehalt ab 87 M.-% zusammenfassen. (Umweltbundesamt 2019)
- Kooperationsprinzip
- Staatliche und gesellschaftliche Kräfte sollen bei der Durchsetzung der Umweltschutz-Ziele mitwirken. Die Akzeptanz und Umsetzung des Umweltrechts sollen damit gesteigert werden.
- Kunststoff
- Bezeichnet häufig die polymeren Werkstoffe sowie synthetischen oder halbsynthetischen Materialien. (Was sind Kunststoffe?)
- Leichtmetalle
- Metalle mit einer Dichte ρ<4,5-5 g⁄〖cm〗^3 (WirtschaftsVereinigung Metalle. e.V.)
- Müll
- von „mullen“ (Althochdeutsch), „müllen“ (Mittelhochdeutsch) – zerstoßen/zermahlen, siehe auch Müllerhandwerk; Der Begriff Müll bezeichnete Zusammengefegtes/Zusammengekehrtes, das beim Mahlen von Korn, Stein und anderem anfiel. Heute Synonym für den Begriff Abfall.
- NE-Metalle
- Nichteisenhaltige Metalle (Kurzweil 2015)
- Produktionsabfälle
- Abfälle aus Produktionsschritten von Unternehmen (bspw. Stanzabfälle, Späne, Gussteile u. ä.), die nicht unter den Begriff des Nebenprodukts nach §4 KrWG fallen
- Rohstoffliches und werkstoffliches Recycling
- Recycling (teilweise auch stoffliche Verwertung genannt) beschreibt allgemein die Aufbereitung und Wiederverwendung bereits benutzter Rohstoffe. Es wird weiter zwischen dem werkstofflichen Recycling und dem rohstofflichen Recycling (manchmal auch chemisches Recycling genannt) unterschieden. Am Beispiel von Kunststoffen bedeutet ein werkstoffliches Recycling, dass die Polymerstruktur nicht wesentlich verändert wird und der Kunststoff als Material erhalten bleibt. Es können Rezyklate hergestellt werden, die oftmals allerdings eine geringere Qualität als Primärkunststoffe aufweisen. Beim rohstofflichen Recycling werden die Kunststoffpolymere in ihre Monomere bzw. chemischen Grundbausteine umgewandelt. Die Qualität des recycelten Produkts entspricht in etwa der Qualität der Primärrohstoffe.
- Ressourceneffizienz (RE)
- Verhältnis von natürlichen oder technisch-wirtschaftlichen Rohstoffen und den aus ihrer Nutzung gewonnenen Vorteilen, sei es in der Produktion oder im Konsum. Hierbei geht es darum, den Nutzen der Produkte oder Dienstleistungen zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch und den Abfall zu minimieren. Nach der europäischen Kommission (Kreislaufwirtschaftspaket 2015) wird RE wie folgt definiert: „allowing the economy to create more with less, delivering greater value with less input, using resources in a sustainable way and minimising their impacts on the environment” (COM (2015))
\frac{ (Value (product,function,functional unit)}{Expenditure (input of natural ressources)}= Resource efficiency
(Value (product,function,functional unit))/over (Expenditure (input of natural ressources))
- Ressourcenproduktivität
- definiert als das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum inländischen Materialverbrauch (DMI), wird als Indikator der Ressourceneffizienz verwendet.
- Schwermetalle
- Metalle mit einer Dichte ρ>4,5-5 g⁄〖cm〗^3 (WirtschaftsVereinigung Metalle. e.V.)
- Siedlungsabfall
- Als Siedlungsabfall werden Abfälle aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen, zum Beispiel Abfälle aus Arzt- und Rechtsanwaltspraxen, Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie hausmüllähnliche Abfälle aus Gewerbe und Industrie, bezeichnet. Ferner gehören zu den Siedlungsabfällen auch Sperrmüll, Marktabfälle, Straßenkehricht, Bioabfälle sowie getrennt erfasste Wertstoffe wie Glas und Papier.
- Thermoplast
- Wärmeformbarer polymerer Werkstoff (Abts 2016)
- Thermoplastische Elastomere
- Gummielastische polymere Werkstoffe, die thermoplastische Bereiche besitzen, in denen sie wärmeformbar sind (Abts 2016)
- Verursacherprinzip
- Übertragung der Verantwortlichkeit sowie der resultierenden Kosten zur Vermeidung, Beseitigung und zum Ausgleich von Umweltbelastungen auf die Verursacher von Umweltwirkungen. Der entscheidende ökonomische Grund für die Verfolgung des Verursacherprinzips ist die Erhöhung der volkswirtschaftlichen Effizienz, d. h. der gesamtwirtschaftlich sparsame Einsatz der Ressourcen.
- Vorsorgeprinzip
- Vermeidung von Risiken und Verhinderung von Umweltschäden durch vorausschauendes Handeln und präventive Maßnahmen.
Literaturverzeichnis
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