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: Materialmix – Mischung aus unterschiedlichen Materialien; Abfall ist der zentrale Rechtsbegriff des Abfallrechts §3 Abs.1 Satz 1 KrWG: Abfälle sind alle Stoffe und Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ohne dass ein Nebenprodukt (es gibt einen Markt für den Stoff/das Produkt) vorliegt oder das Ende der Abfalleigenschaft (durch einen Zweiterzeuger) aufgehoben ist. Alltäglicher Sprachgebrauch des Begriffs Abfall: wertlose, gebrauchsuntaugliche Stoffe und Gegenstände.
: Materialmix – Mischung aus unterschiedlichen Materialien; Abfall ist der zentrale Rechtsbegriff des Abfallrechts §3 Abs.1 Satz 1 KrWG: Abfälle sind alle Stoffe und Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ohne dass ein Nebenprodukt (es gibt einen Markt für den Stoff/das Produkt) vorliegt oder das Ende der Abfalleigenschaft (durch einen Zweiterzeuger) aufgehoben ist. Alltäglicher Sprachgebrauch des Begriffs Abfall: wertlose, gebrauchsuntaugliche Stoffe und Gegenstände.

Version vom 28. März 2023, 10:26 Uhr

Abfall
Materialmix – Mischung aus unterschiedlichen Materialien; Abfall ist der zentrale Rechtsbegriff des Abfallrechts §3 Abs.1 Satz 1 KrWG: Abfälle sind alle Stoffe und Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ohne dass ein Nebenprodukt (es gibt einen Markt für den Stoff/das Produkt) vorliegt oder das Ende der Abfalleigenschaft (durch einen Zweiterzeuger) aufgehoben ist. Alltäglicher Sprachgebrauch des Begriffs Abfall: wertlose, gebrauchsuntaugliche Stoffe und Gegenstände.
Abfallhierarchie
Die in § 6 KrWG geregelte fünfstufige Abfallhierarchie legt für Maßnahmen der Vermeidung von Abfällen sowie der Vorbereitung zur Wiederverwendung, des Recyclings, der sonstigen (insbesondere energetischen) Verwertung und der Beseitigung von Abfällen eine grundsätzliche Rangfolge fest.
Abfallschlüssel
Obergruppe aus der Abfallverzeichnisverordnung
Downcycling
Recyclingverfahren mit Qualitätsabnahme von Ausgangsmaterial zu Sekundärmaterial [1]
Duales System
Systeme zur Lizensierung, d. h. Sicherstellung, der Sammlung und Sortierung von Verpackungen. Durch die Lizensierung einer Verpackung, d. h. der Beteiligung an einem dualen System, gibt der Erzeuger einer Verpackung seine Verpflichtung zur Rücknahme der durch seine Verpackungen entstehenden Abfälle an das Duale System ab.[2][3]
Duroplast
Nicht formbarer, d. h. nicht zersetzbarer oder schmelzbarer, polymerer Werkstoff[4]
Elastomer
Gummielastischer polymerer Werkstoff (Abts 2016)
Energieeffizienz
Verhältnis Nutzen oder Ergebnis durch notwendigen Energieaufwand [1] ;Fe-Metalle
Eisenhaltige Metalle [5](Kurzweil 2015)
Gemeinlastprinzip
Wenn das Verursacherprinzip nicht oder nicht vollständig durchgesetzt werden kann, sorgt die öffentliche Hand für Ausgleich der Umweltschäden.
Gewerbeabfälle
Gewerbliche Siedlungsabfälle (auch kurz "Gewerbeabfälle" genannt) sind Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen als privaten Haushaltungen, die in Kapitel 20 der Anlage der Abfallverzeichnis-Verordnung vom 10. Dezember 2001 aufgeführt sind, insbesondere
  • gewerbliche und industrielle Abfälle sowie
  • Abfälle aus privaten und öffentlichen Einrichtungen,
die Abfälle aus privaten Haushaltungen auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung ähnlich sind und wie diese entsorgt werden.
Gusslegierungen
siehe Knetlegierungen
Haushaltsabfälle
Haushaltsabfälle sind bestimmte Siedlungsabfälle, die als überwiegend haushaltstypisch definiert werden, wie z. B. Hausmüll, Sperrmüll, Verpackungen, Garten- und Parkabfälle. Dabei kommt es darauf an, dass Abfälle in der Regel überwiegend bei privaten Haushalten anfallen.
Hüttenaluminium
Aluminium höchster Qualität mit Aluminiumgehalten > 99 M.-% [6]
Knetlegierungen
Guss- und Knetlegierungen bezeichnen verschiedene Aluminiumlegierungen, die sich in ihrem Aluminium unterscheiden. Die hochwertigeren Knetlegierungen besitzen Aluminiumgehalte von ~ 97 M.-%, während Gusslegierungen alle Legierungen mit Aluminiumgehalt ab 87 M.-% zusammenfassen. [6]
Kooperationsprinzip
Staatliche und gesellschaftliche Kräfte sollen bei der Durchsetzung der Umweltschutz-Ziele mitwirken. Die Akzeptanz und Umsetzung des Umweltrechts sollen damit gesteigert werden.
Kunststoff
Bezeichnet häufig die polymeren Werkstoffe sowie synthetischen oder halbsynthetischen Materialien. [7]
Leichtmetalle
Metalle mit einer Dichte ρ<4,5-5 g⁄〖cm〗^3 [8]
Müll
von „mullen“ (Althochdeutsch), „müllen“ (Mittelhochdeutsch) – zerstoßen/zermahlen, siehe auch Müllerhandwerk; Der Begriff Müll bezeichnete Zusammengefegtes/Zusammengekehrtes, das beim Mahlen von Korn, Stein und anderem anfiel. Heute Synonym für den Begriff Abfall.
NE-Metalle
Nichteisenhaltige Metalle [5]
Produktionsabfälle
Abfälle aus Produktionsschritten von Unternehmen (bspw. Stanzabfälle, Späne, Gussteile u. ä.), die nicht unter den Begriff des Nebenprodukts nach §4 KrWG fallen
Rohstoffliches und werkstoffliches Recycling
Recycling (teilweise auch stoffliche Verwertung genannt) beschreibt allgemein die Aufbereitung und Wiederverwendung bereits benutzter Rohstoffe. Es wird weiter zwischen dem werkstofflichen Recycling und dem rohstofflichen Recycling (manchmal auch chemisches Recycling genannt) unterschieden. Am Beispiel von Kunststoffen bedeutet ein werkstoffliches Recycling, dass die Polymerstruktur nicht wesentlich verändert wird und der Kunststoff als Material erhalten bleibt. Es können Rezyklate hergestellt werden, die oftmals allerdings eine geringere Qualität als Primärkunststoffe aufweisen. Beim rohstofflichen Recycling werden die Kunststoffpolymere in ihre Monomere bzw. chemischen Grundbausteine umgewandelt. Die Qualität des recycelten Produkts entspricht in etwa der Qualität der Primärrohstoffe.
Ressourceneffizienz (RE)
Verhältnis von natürlichen oder technisch-wirtschaftlichen Rohstoffen und den aus ihrer Nutzung gewonnenen Vorteilen, sei es in der Produktion oder im Konsum. Hierbei geht es darum, den Nutzen der Produkte oder Dienstleistungen zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch und den Abfall zu minimieren. Nach der europäischen Kommission (Kreislaufwirtschaftspaket 2015) wird RE wie folgt definiert: „allowing the economy to create more with less, delivering greater value with less input, using resources in a sustainable way and minimising their impacts on the environment” (COM (2015))
\frac{ (Value (product,function,functional unit)}{Expenditure (input of natural ressources)}= Resource efficiency (Value (product,function,functional unit))/over (Expenditure (input of natural ressources))
Ressourcenproduktivität
definiert als das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum inländischen Materialverbrauch (DMI), wird als Indikator der Ressourceneffizienz verwendet.
Schwermetalle
Metalle mit einer Dichte ρ>4,5-5 g⁄〖cm〗^3 [8]
Siedlungsabfall
Als Siedlungsabfall werden Abfälle aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen, zum Beispiel Abfälle aus Arzt- und Rechtsanwaltspraxen, Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie hausmüllähnliche Abfälle aus Gewerbe und Industrie, bezeichnet. Ferner gehören zu den Siedlungsabfällen auch Sperrmüll, Marktabfälle, Straßenkehricht, Bioabfälle sowie getrennt erfasste Wertstoffe wie Glas und Papier.
Thermoplast
Wärmeformbarer polymerer Werkstoff [4]
Thermoplastische Elastomere
Gummielastische polymere Werkstoffe, die thermoplastische Bereiche besitzen, in denen sie wärmeformbar sind [4]
Verursacherprinzip
Übertragung der Verantwortlichkeit sowie der resultierenden Kosten zur Vermeidung, Beseitigung und zum Ausgleich von Umweltbelastungen auf die Verursacher von Umweltwirkungen. Der entscheidende ökonomische Grund für die Verfolgung des Verursacherprinzips ist die Erhöhung der volkswirtschaftlichen Effizienz, d. h. der gesamtwirtschaftlich sparsame Einsatz der Ressourcen.
Vorsorgeprinzip
Vermeidung von Risiken und Verhinderung von Umweltschäden durch vorausschauendes Handeln und präventive Maßnahmen.

Weitere Quellen

BMU (04.08.2020): Siedlungsabfall, Online verfügbar unter: https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/abfallarten-abfallstroe-me/siedlungsabfaelle/#:~:text=Ferner%20geh%C3%B6ren%20zu%20den%20Siedlungsabf%C3%A4llen,Wertstoffe%20wie%20Glas%20und%20Papier., zuletzt geprüft am 09.11.2020

BMU (25.09.2017): Leitfaden zur Anwendung der Abfallhierarchie nach § 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) - Hierarchiestufen Recycling und sonstige Verwertung, Online verfügbar unter: https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Abfallwirtschaft/krwg_leitfaden_abfallhierarchie_bf.pdf , zuletzt geprüft am 09.11.2020

BMU (26.05.2017): Gewerbeabfälle, Online verfügbar unter: https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/abfallarten-abfallstroeme/gewerbeabfaelle/, zuletzt geprüft am 09.11.2020

Destatis: Haushaltsabfälle, Online verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Glossar/haushaltsabfaelle.html, zuletzt geprüft am 09.11.2020

Greiff, Kathrin; Faulstich, Martin (2018): RESOURCE EFFICIENCY:TRENDS AND THEPOTENTIAL OF CIRCULAR ECONOMY. CEC4Europe. Online verfügbar unter https://www.cec4europe.eu/wp-content/uploads/2018/11/Chapter-4.5_Ressource-Efficiency_Factbook-CEC4E_Faulstich_Greiff.pdf, zuletzt geprüft am 06.02.2018.

IFU Hamburg: Was ist Ressourceneffizienz?, Online verfügbar unter: https://www.ifu.com/ressourceneffizienz/ , zuletzt geprüft am 09.11.2020

Lutter, Stephan; Giljum, Stefan; Gözet, Burcu; Wieland, Hanspeter (2018): Die Nutzung natürlicher RessourcenBericht für Deutschland 2018: UBA. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/3521/publikationen/deuress18_de_bericht_web_f.pdf, zuletzt geprüft am 14.02.2019.

TD Rohstoffhandel Ebenhausen GmbH & Co. KG: Produktionsabfälle, Online verfügbar unter: https://www.td-ebenhausen.de/industrie/produktionsabfaelle/ , zuletzt geprüft am 09.11.2020

UBA (Juli 2020): Chemisches Recycling, Online verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-07-17_hgp_chemisches-recycling_online.pdf, zuletzt geprüft am 09.11.2020

UBA (19.05.2016): Gesamter Materialaufwand Deutschlands. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/rohstoffe-als-ressource/gesamter-materialaufwand-deutschlands#der-indikator-gesamter-materialaufwand , zuletzt geprüft am 10.11.2020

Literaturverzeichnis

  1. 1,0 1,1 Kosmol, Jan; Kanthak, Judit; Herrmann, Friederike; Golde, Michael; Alsleben, Carsten; Penn-Bressel, Gertrude et al. (2012): Glossar zum Ressourcenschutz. Hg. v. Umweltbundesamt. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4242.pdf, zuletzt geprüft am 11.12.2012.
  2. Kranert, Martin (2017): Einführung in die Kreislaufwirtschaft. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
  3. Bundestag (2017): Gesetz zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Getrennterfassung von wertstoffhaltigen Abfällen. VerpackG. Fundstelle: www.gesetze-im-internet.de. Online verfüg-bar unter https://www.gesetze-im-internet.de/verpackg/VerpackG.pdf, zuletzt geprüft am 17.06.2021.
  4. 4,0 4,1 4,2 Abts, Georg (2016): Kunststoff-Wissen für Einsteiger. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. s.l.: Carl Hanser Fachbuchverlag (Hanser eLibrary).
  5. 5,0 5,1 Kurzweil, Peter (2015): Chemie- Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. 10. Aufl. Berlin: Springer-Verlag GmbH Deutschland.
  6. 6,0 6,1 Umweltbundesamt (Hg.) (2019): Aluminium. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/aluminium-0#hinweise-zum-recycling, zuletzt geprüft am 11.12.2022.
  7. Was sind Kunststoffe? Unter Mitarbeit von PlasticsEurope. Online verfügbar unter https://www.plasticseurope.org/de/about-plastics/what-are-plastics, zuletzt geprüft am 08.06.2021.
  8. 8,0 8,1 WirtschaftsVereinigung Metalle. e.V. (Hg.): Die NE-Metalle. Online verfügbar unter https://www.wvmetalle.de/die-ne-metalle/, zuletzt geprüft am 11.12.2022.