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: Die Abkürzung KSP steht in der Glas- und Glasrecyclingindustrie für die Störstoffe Keramik, Stein, Porzellan, die alle einen höheren Schmelzpunkt als Glas besitzen und als Feststoff in der Schmelze des Glaswerkstoffs verbleiben, wodurch Eischlüsse von KSP in den neuen Glasflaschen entstehen, die daraufhin nicht genutzt werden können. Grenzwert von 20 g/t darf laut Standardblatt T120 (Stand 1.7.2013, bis zum 6.10.2019 nicht aktualisiert) nicht überschritten werden, ideal: 0 g/t um Einschlüsse zu vermeiden. | : Die Abkürzung KSP steht in der Glas- und Glasrecyclingindustrie für die Störstoffe Keramik, Stein, Porzellan, die alle einen höheren Schmelzpunkt als Glas besitzen und als Feststoff in der Schmelze des Glaswerkstoffs verbleiben, wodurch Eischlüsse von KSP in den neuen Glasflaschen entstehen, die daraufhin nicht genutzt werden können. Grenzwert von 20 g/t darf laut Standardblatt T120 (Stand 1.7.2013, bis zum 6.10.2019 nicht aktualisiert) nicht überschritten werden, ideal: 0 g/t um Einschlüsse zu vermeiden. | ||
;Natriumcarbonat (Na2CO3) – historischer Name | ;Natriumcarbonat (Na2CO3) – historischer Name Soda | ||
: Kristallwasserfreies Natriumcarbonat bildet weißes, auf der Haut und Schleimhäuten reizend wirkendes Pulver. Natriumcarbonat findet sich in großen Mengen in den Natronseen von Ägypten, Nord- und Südamerika, lässt sich aber nach dem Leblanc-Verfahren auch künstlich herstellen. Natriumcarbonat ist nach Natriumchlorid die technisch wichtigste Na-Verbindung. Etwa 50 % wird bei der Glasfabrikation eingesetzt, 23 % dienen zur Herstellung von Chemikalien, davon ca. 1/3 Na-phosphate, etwa 5 % gehen in die Papier- und Zellstoff-Industrie und weitere 5 % in die Herstellung von Seife und Waschmitteln. Kleinere Mengen Soda werden in fast allen industriellen Zweigen verbraucht. | : Kristallwasserfreies Natriumcarbonat bildet weißes, auf der Haut und Schleimhäuten reizend wirkendes Pulver. Natriumcarbonat findet sich in großen Mengen in den Natronseen von Ägypten, Nord- und Südamerika, lässt sich aber nach dem Leblanc-Verfahren auch künstlich herstellen. Natriumcarbonat ist nach Natriumchlorid die technisch wichtigste Na-Verbindung. Etwa 50 % wird bei der Glasfabrikation eingesetzt, 23 % dienen zur Herstellung von Chemikalien, davon ca. 1/3 Na-phosphate, etwa 5 % gehen in die Papier- und Zellstoff-Industrie und weitere 5 % in die Herstellung von Seife und Waschmitteln. Kleinere Mengen Soda werden in fast allen industriellen Zweigen verbraucht. | ||
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Version vom 26. September 2023, 13:54 Uhr
Allgemein
- Abfall
- Materialmix – Mischung aus unterschiedlichen Materialien; Abfall ist der zentrale Rechtsbegriff des Abfallrechts §3 Abs.1 Satz 1 KrWG: Abfälle sind alle Stoffe und Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss, ohne dass ein Nebenprodukt (es gibt einen Markt für den Stoff/das Produkt) vorliegt oder das Ende der Abfalleigenschaft (durch einen Zweiterzeuger) aufgehoben ist. Alltäglicher Sprachgebrauch des Begriffs Abfall: wertlose, gebrauchsuntaugliche Stoffe und Gegenstände.
- Abfallhierarchie
- Die in § 6 KrWG geregelte fünfstufige Abfallhierarchie legt für Maßnahmen der Vermeidung von Abfällen sowie der Vorbereitung zur Wiederverwendung, des Recyclings, der sonstigen (insbesondere energetischen) Verwertung und der Beseitigung von Abfällen eine grundsätzliche Rangfolge fest.
- Abfallschlüssel
- Obergruppe aus der Abfallverzeichnisverordnung
- Anthropozän
- jüngstes geologisches Zeitalter, in dem die menschlichen Aktivitäten den dominantesten Einfluss auf die Umwelt darstellen. (Der genaue Startpunkt steht noch zur Diskussion.)
- Anthropogenes Lager
- Rohstoffe, die in Infrastrukturen, langlebigen Gütern oder Gebäuden verarbeitet sind und somit langfristig in Nutzung bleiben. Sie stehen daher der Verwertung nicht sofort zur Verfügung.
- Abraum
- Gestein ohne oder mit sehr geringem Wertgehalt (taubes Gestein), das gefördert werden muss, um die Roh-stoffe einer Lagerstätte abbauen zu können, jedoch keinen Eingang in das Wirtschaftssystem findet.
- Angewandte Ökologie
- auf Umsetzung von Schutzzielen ausgerichtet aber auch auf menschliche Nutzungsarten wie z.B. Forstwissenschaft oder Schädlingskunde
- Anthropogen
- Durch den Menschen beeinflusst, verursacht
- Biomasse
- Beinhaltet die gesamte organische Substanz, die durch Pflanzen und Tiere anfällt oder erzeugt wird. Wenn es um den Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung geht, unterscheidet man zwischen nachwachsenden Rohstoffen (Energiepflanzen wie Raps, Mais oder Getreide) sowie organischen Reststoffen und Abfällen.
- Circular Economy
- Die bekannteste CE-Definition wurde von der Ellen MacArthur Foundation (2012, S.7) formuliert: "[CE] ist ein industrielles System, das [...] wiederherstellend oder regenerierend ist. Es ersetzt das "End-of-Life"-Konzept durch die Wiederherstellung, stellt sich um auf die Nutzung erneuerbarer Energien, eliminiert die Verwendung toxischer Chemikalien, die die Wieder-verwendung beeinträchtigen, und zielt auf die Beseitigung von Abfall ab durch die überlegene Gestaltung von Materialien, Produkten, Systemen und [...] von Geschäftsmodellen".
- DERec und DIERec
- Sekundärrohstoffindikatoren, die anzeigen, in welchem Umfang Primärrohstoffe oder Halb- und Fertigwaren importiert bzw. inländisch gewonnen werden müssten, wenn Sekundärrohstoffe nicht verwertet würden. Die Indikatoren zeigen die realen Verwertungsqualitäten von Sekundärrohstoffen und deren Substitutionseffekte. Beim DERec (Direct Effects of Recovery) werden nur die direkten Effekte innerhalb einer Volkswirtschaft betrachtet, die Systemgrenze ist dieselbe wie beim DMI. Beim DIERec (Direct and Indirect Effects of Recovery) wird die Rohstoffnutzung auf der globalen Ebene betrachtet. Die Systemgrenze stimmt mit der des RMIs überein.
- Direkter Materialeinsatz (DMI)
- Materialflussindikator: Masse der Rohstoffe, die in einem Land bzw. einer Volks-wirtschaft weiterverarbeitet oder konsumiert werden. Berechnung: Summe der Massen der inländisch verwerteten Entnahme sowie der importierten Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren (Vgl. „Direkte Rohstoffflüsse“).
- DMI = Direct Material Input (Inländisch verwertete Entnahme an Rohstoffen plus Importe mit Eigengewicht)
- Dissipative Verluste
- Stoffverluste aufgrund feiner Verteilung; Beispiele: Korrosion von metallischen Bauteilen, Verwitterung von mineralischen Bauteilen
- Downcycling
- Recyclingverfahren mit Qualitätsabnahme von Ausgangsmaterial zu Sekundärmaterial [1]
- Energieeffizienz
- Verhältnis Nutzen oder Ergebnis durch notwendigen Energieaufwand [1]
- Energierohstoffe
- Rohstoff, in dem Energie, chemisch oder physikalisch gespeichert ist und der damit energetisch genutzt werden kann. Fossile Energieträger, biotische Rohstoffe, Kernbrennstoffe
- Entkopplung
- Aufhebung oder Verringerung einer quantitativen Abhängigkeit zwischen kausal verknüpften Entwicklungen
- Gemeinlastprinzip
- Wenn das Verursacherprinzip nicht oder nicht vollständig durchgesetzt werden kann, sorgt die öffentliche Hand für Ausgleich der Umweltschäden.
- Gesamter Materialeinsatz (TMR)
- Materialflussindikator: Masse der genutzten und ungenutzten Materialien, die entlang der Wertschöpfungsketten der in einem Land verarbeiteten bzw. konsumierten Waren und Dienstleistungen entnommen werden. Berechnung: Inländische genutzte und ungenutzte Entnahme plus Importe in RME (vgl. „Rohstoff-äquivalente (RME)“), einschließlich der durch die gehandelten Waren verursachten ungenutzten Materialflüsse.
- TMR = Total Material Requirement (Gesamtheit aller Rohstoffentnahmen – verwertet und nicht verwertet)
- Gesamter Materialkonsum (TMC)
- Materialflussindikator: Masse der genutzten und ungenutzten Materialien, die entlang der Wertschöpfungsketten der in einem Land konsumierten Waren und Dienstleistungen entnommen werden. Berechnung: Inländische genutzte und ungenutzte Entnahme plus Importe minus Exporte in RME (vgl. „Rohstoffäquivalente (RME)“), einschließlich der durch die gehandelten Waren verursachten ungenutzten Materialflüsse.
- TMC = Total Material Consumption (TMR abzügl. Aufwendungen für Exporte)
- Gesamtrohstoffproduktivität
- Produktionsbezogener Indikator für die Rohstoffeffizienz der deutschen Volkswirtschaft. Teil der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sowie von ProgRess II. :Berechnung: preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt zuzüglich der preisbereinigten Ausgaben für Importe (BIP+IMP) geteilt durch den Primärrohstoffeinsatz (RMI).
- Gewerbeabfälle
- Gewerbliche Siedlungsabfälle (auch kurz "Gewerbeabfälle" genannt) sind Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen als privaten Haushaltungen, die in Kapitel 20 der Anlage der Abfallverzeichnis-Verordnung vom 10. Dezember 2001 aufgeführt sind, insbesondere
- gewerbliche und industrielle Abfälle sowie
- Abfälle aus privaten und öffentlichen Einrichtungen,
- die Abfälle aus privaten Haushaltungen auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung ähnlich sind und wie diese entsorgt werden.
- Haushaltsabfälle
- Haushaltsabfälle sind bestimmte Siedlungsabfälle, die als überwiegend haushaltstypisch definiert werden, wie z. B. Hausmüll, Sperrmüll, Verpackungen, Garten- und Parkabfälle. Dabei kommt es darauf an, dass Abfälle in der Regel überwiegend bei privaten Haushalten anfallen.
- Industrial Ecology
- Wirtschaften nach dem Vorbild von Ökosystemen, kreislauforientiert, ressourceneffizient, nachhaltig und zukunftsfähig
- Inländischer Materialkonsum (DMC)
- Materialflussindikator: Masse der Rohstoffe, die in einem Land bzw. einer Volkswirtschaft konsumiert werden. Berechnung: Summe aus inländisch verwerteter Entnahme zuzüglich der Masse direkt importierter Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren abzüglich der Masse direkt exportierter Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren (Vgl. „Direkte Rohstoffflüsse“).
- DMC = Direct Material Consumption (DMI abzgl. Aufwendungen für Exporte)
- Kooperationsprinzip
- Staatliche und gesellschaftliche Kräfte sollen bei der Durchsetzung der Umweltschutz-Ziele mitwirken. Die Akzeptanz und Umsetzung des Umweltrechts sollen damit gesteigert werden.
- Müll
- von „mullen“ (Althochdeutsch), „müllen“ (Mittelhochdeutsch) – zerstoßen/zermahlen, siehe auch Müllerhandwerk; Der Begriff Müll bezeichnete Zusammengefegtes/Zusammengekehrtes, das beim Mahlen von Korn, Stein und anderem anfiel. Heute Synonym für den Begriff Abfall.
- Nachwachsende Rohstoffe
- Erneuerbare Ressourcen aus der Land- und Forstwirtschaft, die nicht dem Nahrungsbereich zugeführt werden.
- Natürliche Ressourcen
- stofflichen Substanzen und Energien einschließlich aller chemisch-physikalischen und biologischen Prozesse, die das Leistungsvermögen der Landschaft repräsentieren; Wasser, Luft, Rohstoffe, Boden/Fläche und biologische Vielfalt
- Ökologie
- Teil der Biologie. Wissenschaft von den Beziehungen der Lebewesen zueinander und zu ihrem abiotischen Umfeld; Wechselbeziehungen des Stoff- und Energieaustausches in natürlichen Systemen
- Ökologischer Rucksack
- Summe aller natürlichen Rohmaterialien von der Wiege bis zum verfügbaren Werkstoff oder zum dienstleistungsfähigen Produkt in Tonnen Natur pro Tonne Produkt, abzüglich dem Eigengewicht des Werkstoffes oder Produktes selbst, gemessen in Tonnen, Kilogramm oder Gramm.
- Ökologischer Umweltschutz
- Schutz und Entwicklung (Leitbilder/Ziele) einer bestimmten Qualität biotischer und abiotischer Ressourcen Naturschutz: Schutz und Entwicklung biotischer, abiotischer und ästhetischer Ressourcen sowie den Schutz von Naturgütern aus altruistischen und moralischen Gründen
- Ökologismus
- auf Ziele des Naturschutzes ausgerichtete Geisteshaltung (wertkonservativ, Technisch-kritisch bis feindlich) – mit Ökologie hat diese nur insofern zu tun, als dass einige ökologische Theoreme (z.B. Vernetzungsmodelle in Ökosystemen) sich auf Gesellschaften übertragen lassen
- Planetare Grenzen
- Konzept, dass von etwa 30 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Johan Rockström für neun zentrale natürliche Prozesse und Systeme entwickelt wurde und deren „planetare Belastbarkeitsgrenzen“ angibt. Diese Grenzen beruhen zum einen auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und zum anderen auf dem Vorsorgeprinzip.
- Primärrohstoffeinsatz (RMI)
- Materialflussindikator: Masse der Rohstoffe, die entlang der Wertschöpfungsketten jener Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden, die in einem Land bzw. einer Volkswirtschaft verarbeitet bzw. konsumiert werden. Berechnung: Summe aus inländisch verwerteter Entnahme zuzüglich der Importe in RME (vgl. ;„Rohstoffäquivalente (RME)“).
- RMI = Raw material Input = Summe inländischer Rohstoffentnahme und Importe mit Eigengewicht und Aufwendungen für Vorketten (= verwertete Entnahme im Ausland für Bereitstellung der Importe)
- Produktionsabfälle
- Abfälle aus Produktionsschritten von Unternehmen (bspw. Stanzabfälle, Späne, Gussteile u. ä.), die nicht unter den Begriff des Nebenprodukts nach §4 KrWG fallen
- Produktverantwortung
- Zur Erfüllung der Produktverantwortung sind Erzeugnisse möglichst so zu gestalten, dass bei deren Herstellung und Gebrauch das Entstehen von Abfällen vermindert wird und die umweltverträgliche Verwertung und Beseitigung der nach deren Gebrauch entstandenen Abfälle sichergestellt ist. Die Produktverantwortung strebt die Umsetzung des Verursacherprinzips an.
- Quoten
- Anteil einer Bestandsgröße. Wird in Prozent angegeben und bezieht sich auf eine Größe zu einem bestimmten Zeitpunkt. In der Abfallwirtschaft beziehen sich die Verwertungsquoten auf die zur Verwertung bereitgestellten Mengen (erfasste Mengen) oder auf die lizensierten Mengen.
- Rebound-Effekt
- Beschreibt den Effekt, dass aufgrund von Effizienzsteigerungen erreichte Kosteneinsparungen nicht zu einem in gleichem Maße geringeren Ressourceneinsatz führen, da es durch diese Einsparungen zu vermehrter Nachfrage und Nutzung kommt.
- Recyclingrohstoffe
- Rohstoffe, die durch stoffliche Verwertungsverfahren (i.e. Recycling) aus Abfällen oder Produktionsrückständen gewonnen werden.
- Ressourceneffizienz (RE)
- Verhältnis von natürlichen oder technisch-wirtschaftlichen Rohstoffen und den aus ihrer Nutzung gewonnenen Vorteilen, sei es in der Produktion oder im Konsum. Hierbei geht es darum, den Nutzen der Produkte oder Dienstleistungen zu maximieren und gleichzeitig den Verbrauch und den Abfall zu minimieren. Nach der europäischen Kommission (Kreislaufwirtschaftspaket 2015) wird RE wie folgt definiert: „allowing the economy to create more with less, delivering greater value with less input, using resources in a sustainable way and minimising their impacts on the environment” (COM (2015))
- Reserven (Rohstoffwirtschaft)
- bekannte und technisch/wirtschaftlich gewinnbare Rohstoffvorkommen
- Ressourcen (Rohstoffwirtschaft)
- Geologisch erwartete bzw. derzeit nicht wirtschaftlich gewinnbare Rohstoffvorkommen
- Ressourcenproduktivität
- definiert als das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum inländischen Materialverbrauch (DMI), wird als Indikator der Ressourceneffizienz verwendet.
- Rohstoffäquivalente (RME)
- Maß für direkte und indirekte Stoffströme ohne versteckte Stoffströme. Bei der Berechnung wird die Masse aller über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eingesetzten Rohstoffe einbezogen. Berücksichtigt werden dabei nur die verwerteten Rohstoffe, nicht aber die nicht verwerteten Entnahmen. (UBA 2012)
- Rohstoffkategorien
- Energierohstoffe, metallische Rohstoffe, mineralische Rohstoffe, nachwachsende Rohstoffe
- Rohstoffliches und werkstoffliches Recycling
- Recycling (teilweise auch stoffliche Verwertung genannt) beschreibt allgemein die Aufbereitung und Wiederverwendung bereits benutzter Rohstoffe. Es wird weiter zwischen dem werkstofflichen Recycling und dem rohstofflichen Recycling (manchmal auch chemisches Recycling genannt) unterschieden. Am Beispiel von Kunststoffen bedeutet ein werkstoffliches Recycling, dass die Polymerstruktur nicht wesentlich verändert wird und der Kunststoff als Material erhalten bleibt. Es können Rezyklate hergestellt werden, die oftmals allerdings eine geringere Qualität als Primärkunststoffe aufweisen. Beim rohstofflichen Recycling werden die Kunststoffpolymere in ihre Monomere bzw. chemischen Grundbausteine umgewandelt. Die Qualität des recycelten Produkts entspricht in etwa der Qualität der Primärrohstoffe.
- R-Strategien
- bilden die Kernprinzipien zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Das Modell umfasst derzeit 10 R-Strategien. Ihre Wirkungen werden in die drei Kategorien Schmälern, Verlangsamen und Schließen unterteilt.
- Siedlungsabfall
- Als Siedlungsabfall werden Abfälle aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen, zum Beispiel Abfälle aus Arzt- und Rechtsanwaltspraxen, Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie hausmüllähnliche Abfälle aus Gewerbe und Industrie, bezeichnet. Ferner gehören zu den Siedlungsabfällen auch Sperrmüll, Marktabfälle, Straßenkehricht, Bioabfälle sowie getrennt erfasste Wertstoffe wie Glas und Papier.
- Umwelt
- Summe an Gegenständen und Kräften außerhalb eines Organismus mit denen dieser in Wechselbeziehung steht oder auf die er einwirkt
- Umweltschutz
- Ökologischer und technischer Umweltschutz
- Ungenutzte Entnahme
- Menge an Material, das bewegt werden muss, um Zugang zu den schlussendlich genutzten Rohstoffen zu erhalten. Beispiele sind Abraum im Bergbau oder Beifang in der Fischerei. Die ungenutzte Entnahme findet keinen Eingang in das ökonomische System und hat somit auch keinen Preis.
- Urban Mining
- richtet sich an den Wertstoffgehalt von Altgegenständen, die bisher noch keinem Entsorgungsweg zugeführt worden sind, weil sie in Haushalten gebrauchsunfähig oder ungenutzt verwahrt werden (individuelle Depots in Kellern, Schubladen, Kabelschächten, u.a.). Eine andere urbane Mining-Quelle können auch verlassene Gebäude oder veraltete Infrastrukturen sein. Mit dem Urban Mining wird das Konzept verfolgt, den potentiellen Abfall mit den enthaltenen Wertstoffen zugänglich zu machen und als Rohstoffquelle in den Kreislauf zurückzuführen.
- Verursacherprinzip
- Übertragung der Verantwortlichkeit sowie der resultierenden Kosten zur Vermeidung, Beseitigung und zum Ausgleich von Umweltbelastungen auf die Verursacher von Umweltwirkungen. Der entscheidende ökonomische Grund für die Verfolgung des Verursacherprinzips ist die Erhöhung der volkswirtschaftlichen Effizienz, d. h. der gesamtwirtschaftlich sparsame Einsatz der Ressourcen.
- Vorsorgeprinzip
- Vermeidung von Risiken und Verhinderung von Umweltschäden durch vorausschauendes Handeln und präventive Maßnahmen.
- Wertschöpfungskette
- Gesamte Kette von Produktionen und Dienstleistungen für ein Produkt oder ein Unternehmen. Beginnt beim Anbau eines Rohstoffes (z. B. Landwirtschaft) oder Abbau eines Rohstoffes (Bergbau) und reicht über die Weiterverarbeitung und Produktionsstufen bei Zulieferern oder dem Unternehmen selbst sowie über den Handel und Zwischenhandel bis hin zur Nutzungsphase bei Geschäftskunden oder privaten Verbraucher/innen.
Stoffströme
Glas
- Amorph
- Von griech.: amorphos (= umgestaltet) abgeleitetes Adjektiv zur Zustandsbeschreibung von Festkörpern, deren molekulare Bausteine nicht in Kristallgittern, sondern regellos angeordnet sind. Anders als in einem Kristall, bei dem zwischen den Atomen eine Nahordnung (d. h. konstante Abstände zu nächsten Nachbaratomen) und eine Fernordnung (regelmäßiges Wiederholen eines Basisgitters) existieren, liegt im amorphen Zustand nur eine Nahordnung vor.
- Dolomit
- Dolomit ist weiß, aber meist durch Eisen- oder Mangan-Gehalte oder durch Verunreinigungen rötlich, braun, grünlich, grau oder schwarz gefärbt. Der glas- bis perlmuttartige Glanz wird bei derbem Dolomit leicht simmernd bis matt. Dolomit-Gesteine werden als Straßenschotten, Werksteine und besonders als roh behauene Bausteine verwendet. Reiner Dolomit wird in zunehmendem Maße anstelle von Kalk als Flussmittel für die Eisen-Verhüttung verwendet, da die dabei anfallende Dolomit-Schlacke nicht gelöscht werden muss und daher für Leichtbaustoffe direkt genutzt werden kann.
- Kalk
- Zu den Sedimentgesteinen und hier zu den Carbonat-Gesteinen gehörende, natürliche Gesteine, die vorwiegend aus Calciumcarbonat (CaCO3) bestehen; sie sind zum überwiegenden Teil organogenen Ursprungs. Kalk gehört zu den wichtigsten, vielseitigsten und mengenmäßig am häufigsten verwendeten Materialien.
- KSP
- Die Abkürzung KSP steht in der Glas- und Glasrecyclingindustrie für die Störstoffe Keramik, Stein, Porzellan, die alle einen höheren Schmelzpunkt als Glas besitzen und als Feststoff in der Schmelze des Glaswerkstoffs verbleiben, wodurch Eischlüsse von KSP in den neuen Glasflaschen entstehen, die daraufhin nicht genutzt werden können. Grenzwert von 20 g/t darf laut Standardblatt T120 (Stand 1.7.2013, bis zum 6.10.2019 nicht aktualisiert) nicht überschritten werden, ideal: 0 g/t um Einschlüsse zu vermeiden.
- Natriumcarbonat (Na2CO3) – historischer Name Soda
- Kristallwasserfreies Natriumcarbonat bildet weißes, auf der Haut und Schleimhäuten reizend wirkendes Pulver. Natriumcarbonat findet sich in großen Mengen in den Natronseen von Ägypten, Nord- und Südamerika, lässt sich aber nach dem Leblanc-Verfahren auch künstlich herstellen. Natriumcarbonat ist nach Natriumchlorid die technisch wichtigste Na-Verbindung. Etwa 50 % wird bei der Glasfabrikation eingesetzt, 23 % dienen zur Herstellung von Chemikalien, davon ca. 1/3 Na-phosphate, etwa 5 % gehen in die Papier- und Zellstoff-Industrie und weitere 5 % in die Herstellung von Seife und Waschmitteln. Kleinere Mengen Soda werden in fast allen industriellen Zweigen verbraucht.
- Quarzsand
- Quarz (SiO2) – Mit einem Anteil von 12 % das zweithäufigste Mineral der Erdkruste. Wird in der deutschen Literatur zu den Oxiden, in der englischen Literatur zu den Silicaten gerechnet. Quarz ist meist farblos oder weiß, durchsichtig, trübe oder undurchsichtig, zeigt auf Kristallflächen Glasglanz und auf muscheligen Bruchflächen mehr oder weniger deutlichen Fettglanz; in Dünnschliffen ist er klar durchsichtig. Bläuliche, rötliche, gelbliche, bräunliche, grünliche oder violette Quarz-Färbungen sind teils auf Verunreinigungen, teils auf Einwirkung radioaktiver Strahlung zurückzuführen und beruhen auf Kristallbaufehlern.
Sand: Korngrößen-Bezeichnung für mineralische, klastische Sedimente, die lockere Anhäufung von abgerundeten oder eckigen, überwiegend 0,06 mm bis 2 mm große Körnchen darstellen, die bei der mechanischen und chemischen Verwitterung der Gesteine vom ursprünglichen Kornverband losgelöst und an ihren Ablagerungsort transportiert worden sind.
Papier
Kunststoffe
- Duroplast
- Nicht formbarer, d. h. nicht zersetzbarer oder schmelzbarer, polymerer Werkstoff[2]
- Elastomer
- Gummielastischer polymerer Werkstoff [2]
- Kunststoff
- Bezeichnet häufig die polymeren Werkstoffe sowie synthetischen oder halbsynthetischen Materialien. [3]
- Thermoplast
- Wärmeformbarer polymerer Werkstoff [2]
- Thermoplastische Elastomere
- Gummielastische polymere Werkstoffe, die thermoplastische Bereiche besitzen, in denen sie wärmeformbar sind [2]
LVP
- Duales System
- Systeme zur Lizensierung, d. h. Sicherstellung, der Sammlung und Sortierung von Verpackungen. Durch die Lizensierung einer Verpackung, d. h. der Beteiligung an einem dualen System, gibt der Erzeuger einer Verpackung seine Verpflichtung zur Rücknahme der durch seine Verpackungen entstehenden Abfälle an das Duale System ab.[4][5]
- Grüner Punkt
- Der Grüne Punkt auf Verkaufsverpackungen signalisiert, dass sich die Hersteller, Abfüller und Vertreiber der gekennzeichneten Verpackungen an einem dualen System beteiligen. Bis 2008 war die Nutzung dieser weltweit geschützten Marke ausschließlich Kunden der Grüner Punkt – Duales System Deutschland GmbH vorbehalten. Mit Novellierung der Verpackungsverordnung ab 2009 kann das Markennutzungsrecht unabhängig vom Systemanbieter erworben werden. Der Grüne Punkt wird in weiteren europäischen Ländern als Kennzeichen für Rücknahmesysteme genutzt.
- Inverkehrbringen
- Inverkehrbringen ist die erstmalige Bereitstellung eines Produkts auf dem Markt; die Einfuhr in den Europäischen Wirtschaftsraum steht dem Inverkehrbringen eines neuen Produkts gleich; § 2 Abs. 15 Produktionssicherheitsgesetz (ProdSG)
- LVP
- Leichtverpackungen – Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Verbunden, Aluminium, Weißblech und weiteren Stoffgruppen. In der Regel werden die Leichtverpackungen in gelben Säcken oder gelben Tonnen gesammelt. Ausnahmen bestehen in Regionen, wo besondere Sammelvorrichtungen (z. B. Wertstoffhöfe) eingerichtet sind.
- Stoffgleiche Nichtverpackungen
- In der haushaltsnahen Entsorgung werden in den gelben Säcken, Tonnen und Containern die sogenannten Leichtverpackungen gesammelt – also Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundmaterialien. Sogenannte "stoffgleiche Nichtverpackungen" (sNVP), also Wertstoffe aus dem gleichen Material, die keine Verpackungen sind - wie beispielsweise eine Küchenschüssel aus Kunststoff oder ein Kochtopf aus Aluminium - werden derzeit über den Restmüll entsorgt. Werden sNVP über die gelben Säcke, Tonnen oder Container entsorgt, so werden sie auch als „intelligente Fehlwürfe“ bezeichnet.
E-Schrott
- Braune Ware (Stichwort
- Unterhaltungselektronik)
- ist die Bezeichnung für elektronische Geräte zum Empfangen, Aufzeichnen und/oder zur Wiedergabe von analogen oder digitalen Ton- und Bildsignalen. Zur Unterhaltungselektronik zählen z. B. Radios/Tuner, Verstärker, Receiver, Lautsprecher (Boxen), HiFi-Kompaktanlagen, Car-HiFi, Portable-Audio, Fernsehgeräte, Projektoren, Videorecorder, Plattenspieler, MD(Mini-Disc)-Player, Kassettenrecorder, DAT-Recorder, CD(Compact-Disc)- und DVD(Digital-Versatile-Disc)-Player, u.a.m.
- Elektro- & Elektronikgerät (Definition laut ElektroG)
- Elektro- und Elektronikgeräte sind gemäß § 3 des Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG),
1. Geräte, die zu ihrem ordnungsgemäßen Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder benötigen, 2. Geräte zur Erzeugung, Übertragung und Messung solcher Ströme und Felder.
- Qualitatives Recycling
- die Rückgewinnung von werthaltigen Stoffen aus E-Schrott.
- Quantitatives Recycling
- bezieht sich auf die Pflicht eine Quote beim Recycling von E-Schrott einzuhalten. Hierunter fallen insbesondere schwere oder massive Bauteile mit teils weniger wertvollen Bestandteilen.
- Weiße Ware
- Zur „Weißen Ware“ gehören überwiegend metall- und kunststoffhaltige Großgeräte aus dem Haushalt, wie z. B. Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke sowie Haushaltskleingeräte, wie z. B. Staubsauger, Kaffeemaschinen, Bügeleisen und Föhn.
Fe-Metalle
- Fe-Metalle
- Eisenhaltige Metalle [6]
NE-Metalle
- Basismetalle
- sind preislich günstige Metalle, die leicht oxidieren, anlaufen oder korrodieren, wenn sie mit Luft oder Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Sie finden häufig Anwendung, da sie in großen Mengen in der Natur vorkommen. Beispiele für Basismetall sind Aluminium, Blei, Zink, Zinn, Nickel und Kupfer.
- Edelmetalle
- zeichnen sich durch eine Anzahl besonderer Eigenschaften aus, zu denen vor allem eine hohe Beständigkeit gegen Korrosion und verschiedene Umwelteinflüsse zählen. Die bekanntesten Edelmetalle sind Gold, Silber, Platin und Kupfer.
- Gusslegierungen
- siehe Knetlegierungen
- Knetlegierungen
- Guss- und Knetlegierungen bezeichnen verschiedene Aluminiumlegierungen, die sich in ihrem Aluminium unterscheiden. Die hochwertigeren Knetlegierungen besitzen
- Hüttenaluminium
- Aluminium höchster Qualität mit Aluminiumgehalten > 99 M.-% [7]
Aluminiumgehalte von ~ 97 M.-%, während Gusslegierungen alle Legierungen mit Aluminiumgehalt ab 87 M.-% zusammenfassen. [7]
- Leichtmetalle
- Metalle mit einer Dichte ρ<4,5-5 g⁄〖cm)]^3 [8]
- Metalle der Seltenen Erden Elemente (SEE)
- Bei den Seltenen Erden handelt es sich um Erze, die wertvolle chemische Elemente in Form von Metallen enthalten. Als Metalle der Seltenen Erden Elemente werden die chemischen Elemente der 3. Gruppe des Periodensystems (Scandium Z=21), Yttrium (Z=39), Lanthan (Z=57) - mit Ausnahme von Actinium und Lawrencium) und die Lanthanoide (Z = 58 - 71) – insgesamt also 17 Elemente bezeichnet.
- NE-Metalle
- Nichteisenhaltige Metalle [6]
- Schwermetalle
- Metalle mit einer Dichte ρ>4,5-5 g⁄〖cm)]^3 [8]
- Refiner
- verarbeiten aus Altschrott gewonnene Sekundärmetalle und schmelzen sie zu Metalllegierungen vorgegebener Güte und Zusammensetzung um.
- Remelter
- produzieren aus sortenreinem Schrott durch Umschmelzen sogenannte Aluminium-Knetlegierungen (Umschmelzwerk), die bei der Herstellung von hochwertigem Halbzeug und NE-Metallguss Verwendung finden.
- Sondermetalle
- hierunter fallen Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Rhenium, Hafnium, Zirkonium und Titan.
Baustoffe
Literaturverzeichnis
- ↑ 1,0 1,1 Kosmol, Jan; Kanthak, Judit; Herrmann, Friederike; Golde, Michael; Alsleben, Carsten; Penn-Bressel, Gertrude et al. (2012): Glossar zum Ressourcenschutz. Hg. v. Umweltbundesamt. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4242.pdf, zuletzt geprüft am 11.12.2012.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Abts, Georg (2016): Kunststoff-Wissen für Einsteiger. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. s.l.: Carl Hanser Fachbuchverlag (Hanser eLibrary).
- ↑ Was sind Kunststoffe? Unter Mitarbeit von PlasticsEurope. Online verfügbar unter https://www.plasticseurope.org/de/about-plastics/what-are-plastics, zuletzt geprüft am 08.06.2021.
- ↑ Kranert, Martin (2017): Einführung in die Kreislaufwirtschaft. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
- ↑ Bundestag (2017): Gesetz zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Getrennterfassung von wertstoffhaltigen Abfällen. VerpackG. Fundstelle: www.gesetze-im-internet.de. Online verfüg-bar unter https://www.gesetze-im-internet.de/verpackg/VerpackG.pdf, zuletzt geprüft am 17.06.2021.
- ↑ 6,0 6,1 Kurzweil, Peter (2015): Chemie- Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. 10. Aufl. Berlin: Springer-Verlag GmbH Deutschland.
- ↑ 7,0 7,1 Umweltbundesamt (Hg.) (2019): Aluminium. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/aluminium-0#hinweise-zum-recycling, zuletzt geprüft am 11.12.2022.
- ↑ 8,0 8,1 WirtschaftsVereinigung Metalle. e.V. (Hg.): Die NE-Metalle. Online verfügbar unter https://www.wvmetalle.de/die-ne-metalle/, zuletzt geprüft am 11.12.2022.