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Life Cycle Assessment (LCA) oder auch Ökobilanzierung ist eine Methode zur systematischen Analyse und Bewertung von Umweltauswirkungen entlang aller Lebenszyklusphasen eines Produkts. Sie hat ihren Ursprung in den 1960er Jahren und hat eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Produktsystemen auf Grundlage des sogenannten Life Cycle Thinkings zum Ziel. Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Gewinnung des Rohstoffs und geht über die Produktherstellung, die Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung. Das methodische Vorgehen bei einer Ökobilanzierung ist gemäß DIN EN ISO 14040 und DIN EN ISO 14044 genormt. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> | |||
=== Aufbau und Vorgehen === | |||
Eine LCA ist in vier Phasen unterteilt und wird iterativ durchgeführt: Informationen und Ergebnisse einer Phase können sich wiederum auf eine andere auswirken und eine Überarbeitung erfordern. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> | |||
; (1) Definition des Ziels und Untersuchungsrahmens | |||
In der ersten Phase ist Folgendes zu definieren: | |||
* Fragestellung: was soll mit der Studie untersucht werden | |||
* Zielgruppe: an wen richtig sich die Studie | |||
* durchführende Personen: Behörden, Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen | |||
* funktionelle Einheit: welche Funktion erfüllen die untersuchten Produktsysteme | |||
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Grundlegend ist auch eine begründete Auswahl der Art der LCA (consequential, attributional), der Allokationsverfahren und der Wirkungsabschätzungsmethode zu treffen. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> | |||
; (2) Erstellung der Sachbilanz | |||
Die Erstellung der Sachbilanz erfordert eine umfassende Datenerhebung der physischen In- und Outputströme aller Prozesse des im ersten Schritt definierten Systems. Die Sachbilanz umfasst inputseitig Ressourcen, Materialien sowie Halbzeug und outputseitig Emissionen, Abfallströme und Produkte. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> | |||
; (3) Wirkungsabschätzung | |||
In der Wirkungsabschätzung werden die In- und Outputströme mit Wirkungsfaktoren verschiedener Kategorien verknüpft, um die Umweltwirkung zu bestimmen. Dies erfolgt zunächst auf der Ebene sogenannter Midpoint-Indikatoren, wie z.B. dem Treibhausgaspotenzial. Es ist außerdem möglich eine Mehrzahl an Midpoint-Indikatoren zu einem Endpoint-Indikator, wie der Ökosystem-Gesundheit oder menschlichen Gesundheit, zusammenzuführen. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> Die Auswahl der Wirkungskategorien wie Klimawandel, Versauerungspotenzial oder Ökotoxizität ist von hoher Bedeutung. Sie sind so zu wählen, dass alle Umweltthemen, die relevant für das Produktsystem sind, abgedeckt sind. Es verhindert die Verschiebung adressierter Probleme., das sogenannte burden-shifting. <ref name = "Hauschild, Rosenbaum, und Olsen 2018"/> | |||
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Die letzte Phase umfasst die Interpretation der Ergebnisse. Dazu zählt, die LCA hinsichtlich der Unsicherheiten und Sensitivitäten des aufgestellten Modells zu untersuchen. <ref name = "EN ISO 2020a"/> <ref name = "EN ISO 2020b"/> | |||
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==Literaturverzeichnis== | |||
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<ref name = "BM">Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz | |||
(2022): Kreislaufwirtschaftsgesetz - KrWG. Online verfügbar unter https://www.bmuv.de/gesetz/kreislaufwirtschaftsgesetz#:~:text=Das%20Kreislaufwirtschaftsge�setz%20trat%20am%201,und%20Bewirtschaftung%20von%20Abf%C3%A4llen%20sicher�zustellen., zuletzt geprüft am 09.12.2022.</ref> | |||
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Version vom 16. November 2023, 15:10 Uhr
Life Cycle Assessment
Life Cycle Assessment (LCA) oder auch Ökobilanzierung ist eine Methode zur systematischen Analyse und Bewertung von Umweltauswirkungen entlang aller Lebenszyklusphasen eines Produkts. Sie hat ihren Ursprung in den 1960er Jahren und hat eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Produktsystemen auf Grundlage des sogenannten Life Cycle Thinkings zum Ziel. Die Wertschöpfungskette beginnt mit der Gewinnung des Rohstoffs und geht über die Produktherstellung, die Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung. Das methodische Vorgehen bei einer Ökobilanzierung ist gemäß DIN EN ISO 14040 und DIN EN ISO 14044 genormt. [1][2]Aufbau und Vorgehen
Eine LCA ist in vier Phasen unterteilt und wird iterativ durchgeführt: Informationen und Ergebnisse einer Phase können sich wiederum auf eine andere auswirken und eine Überarbeitung erfordern. [1] [2]
- (1) Definition des Ziels und Untersuchungsrahmens
In der ersten Phase ist Folgendes zu definieren:
- Fragestellung: was soll mit der Studie untersucht werden
- Zielgruppe: an wen richtig sich die Studie
- durchführende Personen: Behörden, Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen
- funktionelle Einheit: welche Funktion erfüllen die untersuchten Produktsysteme
- Referenzfluss: Menge an Produkten, die nötig ist, um Funktion zu erfüllen
- Systemgrenzen: was sind z.B. in- bzw. exkludierte Prozesse, welche Parameter werden untersucht, was ist der geographische und zeitliche Rahmen. [1] [2]
Grundlegend ist auch eine begründete Auswahl der Art der LCA (consequential, attributional), der Allokationsverfahren und der Wirkungsabschätzungsmethode zu treffen. [1] [2]
- (2) Erstellung der Sachbilanz
Die Erstellung der Sachbilanz erfordert eine umfassende Datenerhebung der physischen In- und Outputströme aller Prozesse des im ersten Schritt definierten Systems. Die Sachbilanz umfasst inputseitig Ressourcen, Materialien sowie Halbzeug und outputseitig Emissionen, Abfallströme und Produkte. [1] [2]
- (3) Wirkungsabschätzung
In der Wirkungsabschätzung werden die In- und Outputströme mit Wirkungsfaktoren verschiedener Kategorien verknüpft, um die Umweltwirkung zu bestimmen. Dies erfolgt zunächst auf der Ebene sogenannter Midpoint-Indikatoren, wie z.B. dem Treibhausgaspotenzial. Es ist außerdem möglich eine Mehrzahl an Midpoint-Indikatoren zu einem Endpoint-Indikator, wie der Ökosystem-Gesundheit oder menschlichen Gesundheit, zusammenzuführen. [1] [2] Die Auswahl der Wirkungskategorien wie Klimawandel, Versauerungspotenzial oder Ökotoxizität ist von hoher Bedeutung. Sie sind so zu wählen, dass alle Umweltthemen, die relevant für das Produktsystem sind, abgedeckt sind. Es verhindert die Verschiebung adressierter Probleme., das sogenannte burden-shifting. [3]
- (4) Auswertung
Die letzte Phase umfasst die Interpretation der Ergebnisse. Dazu zählt, die LCA hinsichtlich der Unsicherheiten und Sensitivitäten des aufgestellten Modells zu untersuchen. [1] [2] Eine LCA liefert durch die Bezugsgröße der funktionellen Einheit immer nur relative Ergebnisse, anhand derer vergleichende Aussagen getroffen werden können. Die LCA berücksichtigt ausschließlich die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit. [1] [2] Für eine Nachhaltigkeitsbewertung im Sinne der Triple-Bottom Line gibt es zudem das (environmental, societal) Life Cycle Costing (LCC) sowie das Social Life Cycle Assessment (sLCA). [4]
Literaturverzeichnis
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Referenzfehler: Es ist ein ungültiger
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-Tag vorhanden: Für die Referenz namensEN ISO 2020a
wurde kein Text angegeben. - ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Referenzfehler: Es ist ein ungültiger
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-Tag vorhanden: Für die Referenz namensEN ISO 2020b
wurde kein Text angegeben. - ↑ Referenzfehler: Es ist ein ungültiger
<ref>
-Tag vorhanden: Für die Referenz namensHauschild, Rosenbaum, und Olsen 2018
wurde kein Text angegeben. - ↑ Referenzfehler: Es ist ein ungültiger
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-Tag vorhanden: Für die Referenz namensHunkeler et al 2008, Sala et al.
wurde kein Text angegeben.
Referenzfehler: Das in <references>
definierte <ref>
-Tag mit dem Namen „BM“ wird im vorausgehenden Text nicht verwendet.