Aufbereitung von Leichtverpackungen (LVP)

Aus CirculateD

Der Recyclingkreislauf von Leichtverpackungen (LVP) gliedert sich in die Schritte Erfassung, Sortierung und Aufbereitung. Die LVP-Sammlung ist ein Beispiel für ein sogenanntes comingled-System (Gemischtsammlung). Daher ist hier keine gute Sortenreinheit zu erwarten und eine strukturierte Aufbereitungskette notwendig. Eine exemplarisches Verfahren in LVP-Sortieranlagen ist in Abbildung 11 dargestellt. [1]

Abbildung 11: Schematisches Verfahrensfließbild in LVP-Sortieranlagen [1] (S. 13)
Abbildung 11: Schematisches Verfahrensfließbild in LVP-Sortieranlagen [1] (S. 13)

Nach der Sammlung im Gelben Sack, der Gelben Tonne und Sammelcontainern folgt eine Vorzerkleinerung zur Öffnung der Gebinde (Säcke) und Vorkonditionierung für die Siebung. Bei der Siebung werden die Fraktionen Grobgut, Mittelgut und Feingut erzeugt. Im Beispielprozess umfasst das Grobgut die Kornklassen > 220 mm, das Mittelgut 20-220 mm und das Feingut < 20 mm. Aus dem Feingut werden meist Metalle abgetrennt und anschließend wird es als Sortierrest klassiert. Das Grob- und Mittelgut werden anschließend einer Windsichtung zugeführt. Im Anschluss folgt zunächst eine Magnetscheidung, in der die Fe-Metalle gewonnen werden, und dann die Abtrennung von Flüssigkartonagen (FKN) mittels sensorgestützter Sortierung. Die NE-Metalle werden anschließend mit einem Wirbelstromscheider abgetrennt. Dabei kann unter realen Bedingungen kaum zwischen den einzelnen Sorten der NE-Metalle differenziert werden. Es ist daher ein weiterer Sortierschritt für das NE-Konzentrat notwendig. Die Wirbelstromscheidung erfolgt immer nach der Magnetscheidung, um das Aggregat vor dem Einbrennen von magnetisierbarem Material zu schützen (vgl. WSS). Die weitere Sortierung in die Materialklassen PPK und Kunststoffe erfolgt durch sensorgestützte Sortierung. Abschließend erfolgt eine manuelle Sortierung, um Wertstoffe aus dem Reststoffstrom zurückzugewinnen, die bei den vorherigen Sortierschritten fehlausgetragen wurden. [2] (S. 3)

In nachgeschalteten Aufbereitungsanlagen werden die als Vorkonzentrate gewonnenen Kunststofffraktionen weiter gereinigt und als Granulat oder Mahlgut bereitgestellt. Dadurch kann eine gleichmäßige Qualität des Produktstromes sichergestellt werden, sodass das Material wieder in der Produktion oder anderen Recyclingprozessen verwendet werden kann. Abbildung 12 stellt den Aufbereitungsprozess von vorsortierten PET-Flaschen dar. Dort folgt nach einer trockenmechanischen Vorbereitung und nassmechanischen Aufbereitung die Kunststoffveredelung. [2] (S. 4)

Abbildung 12: Prozessschema der Fima KRONES für das PET-Recycling [2] (S. 4)
Abbildung 12: Prozessschema der Fima KRONES für das PET-Recycling [2] (S. 4)

Literaturverzeichnis

  1. 1,0 1,1 Umweltbundesamt (Hg.) (2020): Verpackungsabfälle. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle#eu-vorgaben-zur-verwertung-werden-erhoht, zuletzt geprüft am 17.06.2018.
  2. 2,0 2,1 2,2 Umweltbundesamt (Hg.) (2015): Sortierung und Aufbereitung von Leichtverpackungen. Online verfügbar unter https://www.cleaner-production.de/images/BestPractice/data_de/PWP.pdf, zuletzt geprüft am 10.07.2021.