Aufbereitung von Leichtverpackungen (LVP)
In Bezug auf den Stoffstrom LVP gliedert sich der Recyclingkreislauf in die Schritte Erfassung, Sortierung und Aufbereitung. Die LVP-Sammlung ist ein Beispiel für ein sogenanntes comingled-System. Daher ist hier keine gute Sortenreinheit zu erwarten und eine strukturierte Aufbereitungskette notwendig. Nach der Sammlung im Gelben Sack, der Gelben Tonne und Sammelcontainern folgt eine Vorzerkleinerung und Vorkonditionierung für die Siebung. Die Siebung führt die Kornklassen > 220 mm und 20-220 mm einer Windsichtung zu. Das Feingut wird unmittelbar als Sortierrest klassiert. Im Anschluss an die Windsichtung folgt eine Magnetscheidung. Die Sortierung wird entweder durch manuelle Sortierung oder sensorgestützte Sortierung abgeschlossen. Die Prozesskette ist in Abbildung 11 dargestellt.
Im Gegensatz zu Metallen und PPK sind die Kunststofffraktionen nicht sofort zum Recycling geeignet, sodass für das Recycling der Sortierschritt entscheidend ist. Zwar kommt eine direkte energetische Verwertung aufgrund des hohen Heizwertes von Kunststoffen (quantitative Angabe einfügen) auch in Frage, doch das Recycling ist nach Abfallhierarchie des KrWG zu bevorzugen. [2] (S. 1)
Die abschließende Sortierung kann auf zwei Wegen erfolgen. Das gesiebte Material kann in einer Sortierkabine von Sortierpersonal manuell sortiert werden und nach Fraktionen und Sorten eingeteilt werden. Hierbei sind dem Prozess jedoch die Beschränkungen von Handsortierungen auferlegt (Grafik und Quelle einfügen für quantitativen Beleg). Im oberen Bereich von Abbildung 12 wird dieser nicht automatisierte Sortierprozess gezeigt. Statt einer Handsortierung kann auch eine sensorgestützte Sortierung durchgeführt werden. Bei dieser wird das Material nach der Siebung zunächst in Windsichtung, Magnetscheidung und Wirbelstromscheidung (WSS) vorbereitet. Die Wirbelstromscheidung schließt sich dabei der Magnetscheidung an, um das Aggregat vor dem Einbrennen von magnetisierbarem Material zu schützen. In der Magnetscheidung werden die Fe-Metalle abgesondert und in der Wirbelstromscheidung die NE-Metalle. Hierbei ist zu beachten, dass die Wirbelstromsortierung unter realen Bedingungen kaum zwischen den einzelnen Sorten der NE-Metalle differenzieren kann. Es ist also ein weiterer Sortierschritt für das NE-Konzentrat notwendig. In der Sensorsortierung wird des Reststrom der WSS nach PPK und Kunststoffen getrennt. Dabei können sogleich verschiedene Produktströme für die einzelnen Sorten erstellt werden. Der automatisierte Sortierprozess ist im unteren Bereich der Abbildung 12 dargestellt. [2] (S. 3)
Nach der Sortierung der Kunststoffe ist noch eine Veredelung der Kunststoffe zu Polymergranulaten oder -mahlgütern von Nöten. Dadurch kann eine gleichmäßige Qualität des Produktstromes sichergestellt werden, sodass das Material wieder in der Produktion oder anderen Recyclingprozessen verwendet werden kann. Abbildung 13 stellt den Aufbereitungsprozess von vorsortierten PET-Flaschen dar. Dort folgt nach einer trockenmechanischen Vorbereitung und nassmechanischen Aufbereitung die Kunststoffveredelung. [2] (S. 4)
Literaturverzeichnis
<references> [2]
- ↑ 1,0 1,1 Umweltbundesamt (Hg.) (2020): Verpackungsabfälle. Online verfügbar unter https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle#eu-vorgaben-zur-verwertung-werden-erhoht, zuletzt geprüft am 17.06.2018.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Umweltbundesamt (Hg.) (2015): Sortierung und Aufbereitung von Leichtverpackungen. Online verfügbar unter https://www.cleaner-production.de/images/BestPractice/data_de/PWP.pdf, zuletzt geprüft am 10.07.2021.