Kunststoffe: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Begriff Kunststoff ist nicht eindeutig bestimmt. Während der Begriff „Kunststoffe“ in der jüngeren Zeit oft mit den polymeren Werkstoffen verbunden wird, kann er auch der Beschreibung bestimmter synthetischer und halbsynthetischer Materialien dienen  <ref name = "PlasticsEurope">. Im Englischen wird er mit dem Wort „plastics“ übersetzt <ref name ="PONS" />. Auch im Deutschen werden die Begriffe „Kunststoff“ und „Plastik“ häufig synonym verwendet. Beide Begriffe sind jedoch unvollständig. Während das Wort „Kunststoffe“ eine klare Differenzierung zu natürlich vorkommenden Stoffen schafft, wird keine klare Unterscheidung zu den ebenfalls künstlichen Werkstoffen Glas, Metall und Papier hergestellt. Der Begriff „Plastik“ trennt diese Werkstoffe zwar aufgrund ihrer plastischen Eigenschaften vom Plastik, doch werden beispielsweise keine Kunststoffharze eingeschlossen. Die fortan betrachteten Kunststoffe lassen sich jedoch durch jeweils einen der beiden Begriffe treffend beschreiben. Die Bezeichnungen werden dabei synonym zueinander verwendet und können entsprechend ersetzt werden.
__TOC__
<div style="text-align:center;">
<imagemap>
    File:Abbildung_Kreislauf.png|class=cd_imagemap|
    circle 358 103 94 [[#Primärrohstoffe und Grundstoffe|Primärrohstoffe und Grundstoffe]]
    circle 612 351 88 [[Kunststoffe#Produktion|Produktion]]
    circle 359 606 89 [[#Nutzung|Nutzung]]
    circle 100 353 91 [[#Recyclingrohstoff|Recyclingrohstoff]]
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</div>






</ref>
Der nicht eindeutig bestimmte Begriff „Kunststoff“ bezeichnet synthetisch hergestellte, insbesondere polymere Werkstoffe, die nicht natürlich vorkommen <ref name="Endres"/>. Damit schafft der Begriff "Kunststoffe" eine klare Differenzierung von künstlichen Polymeren zu natürlich vorkommenden Stoffen, jedoch nicht zu den ebenfalls künstlichen Werkstoffen Glas, Metall und Papier. Da sich diese künstlichen Werkstoffe in ihren plastischen Eigenschaften von Polymeren unterscheiden, werden synthetische, polymere Werkstoffe umgangssprachlich auch als „Plastik“ bezeichnet. Der Begriff „plastics“ hat sich auch im englischen Sprachgebrauch durchgesetzt. <ref name="Abts"/><ref name="Endres"/><ref name="Hengstmann"/>
== Rohstoffe/Werkstoffe ==
 
 
[[Datei:RS-Prim blaudunkel RGB Linie.png|class=headericons]]
== Primärrohstoffe und Grundstoffe ==


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| style="height:100px; width:150px;text-align:center;" | [[Datei:RohstoffWerkstoff.png|caption|150px]]  
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Kunststoffe setzen sich aus Polymeren und Zusatzstoffen zusammen. Letztere verleihen dem Kunststoff seine anwendungsbezogenen Eigenschaften. Die Polymere können entweder aus der Natur gewonnen oder synthetisch hergestellt werden <ref name="Dahlmann"/>. Dabei stellen Erdgas, Erdöl und Kohle sowie  Cellulose und Naturkautschuk die primären Rohstoffe für die Kunststoffherstellung dar <ref name="Abts"/>. Erdöl kommt hierbei am häufigsten zum Einsatz <ref name="Dahlmann"/>.
Für die industrielle Verarbeitung zu polymeren Werkstoffen sind Monomer-Einheiten erforderlich. Dazu werden die Ausgangsstoffe Erdöl, Erdgas oder Kohle durch fraktionierte Destillation aufgetrennt, Abbildung 1 zeigt den Vorgang der Destillation am Beispiel Erdöl auf. Während der Destillation steigen Moleküle mit kürzeren Kohlenwasserstoffketten im Fraktionierturm auf und können nach Länge der Kohlenwasserstoffketten einzeln abgeleitet werden. Dazu wird der Ausgangsstoff auf 400 °C erhitzt. Im Fraktionierturm steigt der entstehende Dampf mehrere Etagen auf. Die Glockenform der Etagendurchlässe garantiert dabei ein langsames Aufsteigen des Dampfes. Das Absenken der Dampftemperatur induziert eine Kondensation von Kohlenwasserstoffen auf jeder Etage. Die Fraktionen unterscheiden sich demnach je nach Etage in ihren Siedepunkten und Molekülgrößen. Entscheidend für die Gewinnung von Monomeren für die Kunststoffproduktion sind insbesondere die Benzinfraktionen (Naphta). Im sogenannten Crackprozess werden langkettige Kohlenwasserstoffe wie Naphta durch hohe Temperaturen und den Einsatz von Katalysatoren zu ungesättigten Kohlenwasserstoffen gespalten. Daraus bilden sich diverse Gasmoleküle, wobei das Ziel eine Abtrennung reinen Ethylens ist. Dieses dient als Basisrohstoff für die Herstellung von Kunststoffen sowie von Zwischenprodukten.<ref name="Schwarz" />
[[Datei:FraktionierteDestillationErdöl.png|thumb|900px|right|Abbildung 1: Fraktionierte Destillation von Erdöl nach <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 22-23)</sup> ]]
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===Rohstoffsituation in Deutschland===
Innerhalb der letzten 25 Jahre sanken Deutschlands Erdölreserven um 28,8 Mt auf 23,8 Mt <ref name="LBEG" />, während der deutsche Verbrauch im Jahr 2022 42,5 Mt betrug <ref name="statista (h)" />. Von den im Jahr 2020 global vorhandenen Erdölreserven im Umfang von 244,4 Mrd. t <ref name="statista (a)" /> wurden 2020 insgesamt 1,89 Mrd. t Erdöl verbraucht <ref name="statista (e)" />. In Westeuropa werden 4 bis 6% der Produkte aus Erdölraffinerien für die Kunststoffproduktion aufgewendet <ref name="Dahlmann" /> <ref name="PlasticsEurope 21." />.
Deutschlands Erdgasreserven sanken seit 1998 von 200 Mrd. m<sup>3</sup> auf 50 Mrd. m<sup>3</sup>. Während hier im Jahr 2000 noch 18,7 Mrd. m<sup>3</sup> Erdgas gefördert wurden, waren es 2022 noch 4,3 Mrd. m<sup>3</sup> <ref name="statista (g)" />. Der jährliche deutsche Verbrauch liegt seit circa zwanzig Jahren fast konstant bei ca. 80 m<sup>3</sup> Erdgas <ref name="Statista (f)" />. Rund 55% des nach Deutschland importierten Erdgases stammt aus Russland und rund 30% aus Norwegen <ref name="statista (c)" />.
Durch die geringen eigenen Reserven ist Deutschland aufgrund seiner hohen Produktion von Kunststoffen und anderen fossilbasierten Produkten stark abhängig von Importen. Dies kann zu Versorgungsengpässen führen und die rohstoffliche sowie politische Unabhängigkeit einschränken. <ref name="WD Deutscher Bundestag" />


| Kunststoffe setzen sich zusammen aus einem Polymer und Zusatzstoffen. Letztere verleihen dem Kunststoff seine anwendungsbezogenen Eigenschaften. Die Polymere können entweder aus der Natur gewonnen werden oder durch Polymersynthese synthetisch hergestellt werden. <ref name="Menges" /> In ihrer Grundform sind Kunststoffe Polymere, das heißt sie bestehen aus Verkettungen mehrerer Monomere. Monomere sind Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff mit mindestens zwei Kohlenstoffatomen. Sie zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus mit anderen Molekülen gleicher Art kovalente Bindungen einzugehen und bestimmen die Eigenschaften der gebildeten Polymere. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 72-73)</sup>


[[Datei:Produktion blaumedium RGB Linie.png|class=headericons]]


Für die industrielle Herstellung der Polymere und dann der polymeren Werkstoffe sind jedoch zunächst Monomereinheiten notwendig. Dafür werden die natürlich vorkommenden organischen Stoffe Erdöl, Kohle, und Erdgas als Basis verwendet. Mithilfe von fraktioneller Destillation werden diese Ausgangsstoffe aufgetrennt. Dazu wird beispielsweise das Erdöl auf etwa 400 °C erhitzt. Im Fraktionierturm steigt der entstehende Dampf mehrere Etagen auf. Die Glockenform der Etagendurchlässe garantiert dabei ein langsames Aufsteigen des Dampfes. Durch Absenken der Temperatur des Dampfes kommt es zur Kondensation von Kohlenwasserstoffen mit unterschiedlichen Erdölanteilen auf jeder Etage. Die Fraktionen unterscheiden sich je nach Etage in ihren Siedepunkten, also in ihren Molekülgrößen. Produkte dieser fraktionellen Destillation sind beispielsweise Gasöl mit einer Kettenlänge mit bis zu 19 Kohlenstoffatomen und 20 % Erdölanteil oder Gase mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen oder 3 % Erdölanteil. Entscheidend für die Gewinnung von Monomeren sind nun vor allem die Benzinfraktionen (Naphtha). Diese werden für den Crackprozess verwendet. Beim Cracken werden die Kohlenwasserstoffe durch hohe Temperaturen und den Einsatz von Katalysatoren gespalten. <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 22-23)</sup>
==Produktion==
Bei der Kunststoffherstellung wird unter anderem durch eine gezielte Auswahl von verschiedenen Polymeren gesteuert, welche Kunststoffe gebildet werden. Dabei wird bei der Polymersynthese zwischen drei Verfahren unterschieden: der Polymerisation, der Polykondensation und der Polyaddition.<ref name="Abts"/>


===Polymerisation===
[[Datei:SchemaPhasenPolymerisation.png|thumb|850px|right|Abbildung 2: Schematische Darstellung der Phasen der Polymerisation nach <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 22-23)</sup>]]


Abbildung 1 zeigt die Destillation von Erdöl. Je höher eine Etage angeordnet ist, desto geringer ist der Erdölanteil und desto kleiner sind die Kohlenwasserstoffketten. Die Abbildung veranschaulicht auch, wie der Glockendurchlass das Aufsteigen des Dampfes drosselt.


[[File:Fraktionelle_Destillation_von_Erdöl.PNG|center|Abbildung 1: Fraktionelle Destillation von Erdöl <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 22)</sup> ]]
Die Polymerisation erfolgt in drei Stufen (Abbildung 2). Dazu werden gleich oder ähnlich aufgebaute Monomere miteinander verkettet, die sich aus Wasserstoffatomen und mindestens zwei Kohlenstoffatomen zusammensetzen. Die Monomere können mit anderen Molekülen gleicher Art kovalente Bindungen eingehen. Während der Startreaktion werden die Doppelbindungen der Monomere durch Initiatormoleküle, wie Ionen, Radikale oder Katalysatoren, aufgetrennt<ref name="Kalweit" />. Die freiwerdenden Bindungsstellen können zur Kettenbildung genutzt werden, was auch als Wachstumsreaktion bezeichnet wird. Als Medium für die Reaktion können Wasser, Lösungsmittel, Suspensionen oder Emulsionen dienen. Der gewünschte Polymerisationsgrad stellt hierbei die mittlere Kettenlänge dar. Bei einer Polymerisation können gleiche oder verschiedene Monomere aneinander gekettet werden (Homopolymerisation oder Co-Polymerisation). Das Kettenwachstum wird schließlich durch eine Abbruchreaktion beendet <ref name="Kalweit" />.<ref name="Abts"/>
Übliche Kunststoffe, die durch Polymerisation hergestellt werden, sind z. B. Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid<ref name="Dahlmann" />.
 
===Polyaddition und Polykondensation===
[[Datei:PolykondensationPolyaddition.png|thumb|850px|right|Abbildung 3: Schematische Darstellung der Polykondensation und Polyaddition nach <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 22-23)</sup>]]
 
Polyaddition und Polykondensation unterscheiden sich signifikant von der Polymerisation, denn bei diesen finden separate chemische Reaktionen statt. Ausgewählte chemische Verbindungen mit zusammenpassenden funktionellen Gruppen reagieren zunächst zu kleineren Molekülverbänden. Diese werden in einem nächsten Reaktionsschritt zu dichten Verknüpfungen kombiniert (Abbildung 3).<ref name="Abts"/>
Bei der Polykondensation werden kurzkettige Nebenprodukte abgespalten, meist Wasser oder Alkohol. Sie wird insbesondere zur Herstellung von Polyamiden, Polyestern sowie Phenoplasten und Aminoplasten angewandt. Bei der Polyaddition entstehen hingegen keine Spaltprodukte und es werden Kunststoffe wie Polyurethane, Polyharnstoffe und Epoxidharze gebildet.<ref name="Abts"/>
 
Bei der Polykondensation und der Polyaddition werden meist zwei verschiedene Molekülbausteine miteinander verknüpft, an deren Enden mindestens eine reaktionsfähige Atomgruppe sitzt. Die Anzahl dieser reaktionsfähigen Gruppen entscheidet über die Plastizität des Polymers. Bei zwei reaktionsfähigen Gruppen entstehen lineare Verknüpfungen, die als Thermoplaste bezeichnet werden. Liegen drei reaktionsfähige Gruppen vor, so entstehen maschenförmige Verknüpfungen, die als Duroplaste bezeichnet werden. Daraus ergibt sich auch die typische Einteilung polymerer Werkstoffe. <ref name="Schwarz" />
 
===Einteilung polymerer Werkstoffe===
Polymere Werkstoffe werden anhand ihrer Makromolekülstruktur und damit Plastizität in Elastomere, Thermoplaste, Duroplaste sowie thermoplastische Elastomere eingeteilt (Tabelle 1). Durch ihre Struktur unterscheiden sich die Kunststoffarten in ihrer Reaktion auf mechanische Einwirkungen in Abhängigkeit von der Temperatur und hinsichtlich ihres Verhaltens bei Kontakt mit Lösungsmitteln.<ref name="Abts"/>
Thermoplaste bezeichnet die Gruppe der wärmeverformbaren Werkstoffe, die weiter in amorphe und teilkristalline Thermoplaste differenziert werden. Erstere besitzen keine geordnete Struktur, was bei Temperaturzunahme zu gesteigerter Verformbarkeit führt. Dagegen verfügen die teilkristallinen Thermoplaste über Eigenschaften, die ein Abgleiten der Makromoleküle voneinander erschweren und somit auch die Verformbarkeit unter Temperatureinfluss verringern.<ref name="Abts"/>
Duroplaste (oder Duromere) besitzen eine engmaschigere Struktur und sind daher nicht plastisch verformbar. Durch ihren hohen Vernetzungsgrad lassen sie sich weder zersetzen noch schmelzen.<ref name="Abts"/>
Elastomere bezeichnen gummielastische Werkstoffe und setzen sich aus weitmaschig verbundenen Kautschukmolekülen zusammen, deren geringer Vernetzungsgrad ihre Beweglichkeit sichert. Dennoch wird ein Abgleiten einzelner Moleküle verhindert, sodass Elastomere thermisch nicht formbar sind. Zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, wie der Zugfestigkeit, werden Elastomeren Füllstoffe zugeschlagen, was zu einer Gummielastizität führt.<ref name="Abts"/>
Die thermoplastischen Elastomere zeigen ebenfalls gummielastisches Verhalten, besitzen dabei aber sowohl engmaschig vernetzte als auch weniger stark vernetzte, thermoplastische Bereiche. Dadurch sind sie reversibel wärmeverformbar.<ref name="Abts"/>
 
{| class="wikitable"
|+  style="caption:bottom; color:black;"|''Tabelle 1: Einordnung polymerer Werkstoffe <ref name="Abts"/>/>''
! style="color:white" | '''Werkstoffklasse'''
! style="color:white" | '''Thermoplaste'''
! style="color:white" | '''Duroplaste'''
! style="color:white" | '''Elastomere'''
! style="color:white" | '''Thermoplastische Elastomere'''
|-
| '''Verhalten''' || wärmeformbar || nicht wärmeformbar || gummielastisch || gummielastisch, wärmeformbar
|-
| '''Vernetzungsgrad''' || nicht vernetzt || hoch (chemische Vernetzungsreaktion) || chemisch vernetzt (weitmaschig) || chemisch vernetzt (engmaschig)
|-
| '''Löslichkeit und Quellbarkeit''' || gering bis stark in Lösungsmitteln || nicht löslich oder quellbar (auch in Lösungsmitteln) || in Lösungsmitteln gering bis stark quellbar, jedoch nicht löslich || in Lösungsmitteln gering bis stark quellbar oder löslich
|-
| '''Einsatzgebiete''' || Verpackungsfolien, Hochleistungs- und technische Kunststoffe || Epoxidharze: Rohrleitungen, Behälter, Lacke; Ungesättigte Polyesterharze: Einbettung elektronischer Bauteile, Spulen- und Relaiskörper, Automobilbau, Flugzeugbau, Schiffbau || Autoreifen und technische Gummiwaren, Spezialwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt || Bedienelemente, Griffteile, verschleißfeste Oberflächen, Kabelummantelungen, Förderbänder, Stoßfänger, Profile, Folien
|}
|}


== Produktion ==
{|
|- style="vertical-align:top;"
| style="height:100px; width:150px;text-align:center;" | [[Datei:Produktion.png|caption|150px]]
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In der Industrie der Kunststoffherstellung wird nun eine gezielte Wahl der Polymere und eine Steuerung der Polymerisation zur Herstellung von polymeren Werkstoffen mit bestimmten Eigenschaften genutzt <ref name="Abts" /> <sup>(S. 73)</sup>. Bei der Polymerisation handelt es sich um eine Form der Polymersynthese. In der Polymersynthese werden so auf künstliche Weise aus den Monomeren Polymere hergestellt. Dabei ist zwischen drei Arten der Polymersynthese zu unterscheiden:


#Die Polymerisation (radikalisch, ionisch oder katalytisch),
Neben der Einteilung von Kunststoffen in die oben genannten Werkstoffklassen findet eine Unterteilung anhand weiterer Eigenschaften statt (Abbildung 4). In Abhängigkeit der Wärmeformbeständigkeit und der Dauergebrauchstemperatur wird zwischen Standardkunststoffen, technischen Kunststoffen und den sehr formbeständigen Hochtemperaturkunststoffen unterschieden. Während Standardkunststoffe 80% bis 90% der weltweiten Kunststoffproduktion ausmachen <ref name="Engelsmann" />, liegt der Anteil von Hochtemperaturkunststoffen nur bei ca. 1% der global verbrauchten Kunststoffe aus<ref name="Weißbach" />. Technische Kunststoffe machen damit einen Anteil von 9% bis 19% aus.
#die Polykondensation und
#die Polyaddition. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 77 ff.)</sup>
Die Polymerisation erfolgt in drei Stufen. Zunächst wird eine Startreaktion durch ein Initiatormolekül (Ion, Radikal oder Katalysator) eingeleitet. Danach erfolgt das Kettenwachstum. Schließlich sorgt die Abbruchreaktion für eine Ende des Kettenwachstums. Bei einer Polymerisation werden gleiche Monomere (Homopolymerisation) oder verschiedene Monomere (Co-Polymerisation) aneinander gekettet <ref name="Kalweit" /> <sup>(S. 78)</sup>. In Abbildung 2 sind die Vorgänge einer Polymerisation schematisch abgebildet. <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 26)</sup>


Die Doppelbindungen der Monomere werden durch die Initiatormoleküle aufgetrennt <ref name="Abts" /> <sup>(S. 73)</sup>. Die freiwerdenden Bindungsstellen können zur Kettenbildung genutzt werden. Als Medium für die Reaktion können Wasser, Lösungsmittel oder Suspensionen/Emulsionen genutzt werden <ref name="Abts" /> <sup>(S. 75)</sup>. Der Polymerisationsgrad stellt hierbei die mittlere Kettenlänge dar <ref name="Abts" /> <sup>(S. 75)</sup>.
<gallery widths=1000px heights=700px mode="nolines">
Datei:KS_EinteilungKStArten.png|700px|thumb|Abbildung 4: Einteilung von Kunststoffarten nach <ref name = "Weißbach"/> <sup>(S. 383)</sup>
</gallery>


[[File:Schematische_Darstellung_der_Phasen_der_Polymerisation.PNG|center|Abbildung 2: Schematische Darstellung der Phasen der Polymerisation <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 26)</sup> ]]
===Historie===
Die in Südamerika bereits früh genutzten Naturkautschuke dienten seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa als Werkstoff für Elastomererzeugnisse. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Naturkautschuk und Cellulose erstmalig umgewandelt, sodass 1869 der erste thermoplastische Kunststoff „Celluloid“ entstand. Die Nachfrage nach diesen natürlichen, organischen Stoffen stieg und steigt seither an <ref name="statista (i)"/>. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit in der Natur und um die Eigenschaften von Naturkautschuken an unsere Bedürfnisse anzupassen, wurden seit dem 20. Jahrhundert Synthesekautschuke industriell hergestellt. Der erste rein synthetische Kunststoff Bakelit wurde 1907 aus Phenol und Formaldehyd entwickelt und in Haushalts- und Küchengegenständen sowie Telefonen eingesetzt.<ref name="Abts"/>
Aktuell bestimmen die Thermoplaste Polyethylen (fast 30% der deutschen Produktionsmenge), Polypropylen (20% der deutschen Produktionsmenge) und Polyvinylchlorid (15% der deutschen Produktionsmenge) die deutsche Kunststoffproduktion <ref name="PlasticsEurope 2022a" />. Die Nachfrage nach diesen sowie generell Kunststoffen stieg und steigt weltweit an: Dabei ist die globale Entwicklung durch die in Asien steigende Kunststoffproduktion geprägt, während die europäische Produktion von Kunststoffen seit dem Jahr 2007 bei leichtem Rückgang relativ konstant ist <ref name="PlasticsEurope 2022b" /><ref name="Conversio" />.


Für die Synthese von Polymeren können auch Monomere verschiedener Art miteinander verknüpft werden. Die so entstehenden Monomerketten werden als Copolymere bezeichnet. Werden drei Monomere verschiedener Art kombiniert, so wird die Verkettung Terpolymer genannt. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 75)</sup>
===Produktionszahlen===
[[Datei:KS_globaleProduktion.png|800px|thumb|Abbildung 5: Verteilung der globalen Kunststoffproduktion nach <ref name="PlasticsEurope 2023" />. NAFTA bezeichnet ein Freihandelsabkommen zwischen USA, Kanada und Mexiko.]]
An der globalen Kunststoffproduktion von 400,3 Mio. Tonnen im Jahr 2022 hatte China mit 32% den größten Anteil, Nordamerika hatte 17% und Europa 14% Anteil an der globalen Kunststoffproduktion (Abbildung 5). Dabei ist die globale Kunststoffproduktion durch die Produktion von 26,3% Polyethylen und 18,9% Polypropylen sowie 12,7% Polyvinylchlorid geprägt. Der Anteil an aus Rezyklaten produzierten Kunststoffen belief sich im Jahr 2022 auf 9,6% der Gesamtproduktion. <ref name="PlasticsEurope 2023" />


Die Polykondensation unterscheidet sich von der Polymerisation und der Polyaddition durch die Abspaltung von Nebenprodukten wie (zumeist) Wasser oder Alkohol <ref name="Abts" /> <sup>(S. 77)</sup>. Bei der Polykondensation werden meist zwei verschiedene Molekülbausteine/Monomere miteinander verknüpft. An deren Enden sitzt mindestens eine reaktionsfähige Atomgruppe. Die Anzahl dieser reaktionsfähigen Gruppen entscheidet über die die Plastizität des Polymers. Bei zwei reaktionsfähigen Gruppen entstehen Thermoplaste (lineare Verknüpfungen der Molekülbausteine). Abbildung 3 zeigt auf der linken Seite die linearen Verknüpfungen bei der Polykondensation mit zwei reaktionsfähigen Atomgruppen je Molekülbaustein. Liegen dagegen drei reaktionsfähige Gruppen vor, so entstehen Duroplasten (maschenförmige Verknüpfungen). Solche gitterartigen Verkettungen sind in Abbildung 3 auf der rechten Seite dargestellt. <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 28-29)</sup>
[[Datei:KS_deutscheProduktion.png|600px|thumb|Abbildung 6: Produktionsmenge der deutschen Kunststoffindustrie 2018 bis 2022 nach <ref name="statista (d)" />]]
Im Jahr 2022 wurden europaweit 58,7 Mio. Tonnen Kunststoff produziert, von denen die deutsche Kunststoffproduktion über ein Drittel ausmachte. Die deutsche Kunststoffproduktion betrug in den letzten Jahrzehnten jährlich zwischen 17 und 21 Mio. Tonnen (Abbildung 6). Im Jahr 2021 wurden 21,3 Mio. Tonnen Kunststoff produziert. Das Absinken der Produktion auf 14,3 Mio. Tonnen Kunststoff im Jahr 2022 ist durch die Inflation und die wirtschaftliche Stagnation begründet, die sich u. a. infolge des Kriegs Russlands mit der Ukraine entwickelten. <ref name="statista (d)" />


[[File:Polykondensation_zu_Thermoplasten_(links)_und_Duroplasten_(rechts).PNG|center|Abbildung 3: Polykondensation zu Thermoplasten (links) und Duroplasten (rechts) <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 28-29)</sup>]]
[[Datei:KS_ AnteilePolymertypen.png|650px|thumb|Abbildung 7: Anteil der Polymertypen an der deutschen Kunststoffproduktion 2021 nach <ref name="Conversio" />]]
Auch in Deutschland setzen sich die produzierten Polymerarten überwiegend aus Polyethylen (27%), Polypropylen (20%) sowie Polyvinylchlorid (15%) zusammen (Abbildung 7)<ref name="Conversio" />. Damit stimmt die Verteilung mit der globalen Nachfrage überein.


Im Gegensatz zur Polykondensation werden bei der Polyaddition keine Nebenprodukte abgespalten. Die Reaktion verkettet Monomere mit zwei oder mehr reaktionsfähigen Atomgruppen. <ref name="Schwarz" /> <sup>(S. 31)</sup>
===Umweltverträglichkeit===
Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren schneiden Kunststoffprodukte hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit häufig besser ab als Konkurrenzprodukte. Dies kann beispielsweise an der Gewichtsreduktion bei der Substitution eines Bauteils aus einem anderen Werkstoff durch eines aus Kunststoff liegen. Auch die Kombination mehrerer Funktionen, die Wiederverwertbarkeit und mögliche Wiederverwendung (z. B. Pfandsysteme) beeinflussen diese Bewertung. <ref name="Kalweit" />
Hinsichtlich der Umweltverträglichkeit ergeben sich jedoch Einschränkungen durch Vermüllung (auch Littering genannt), die u. a. Ladungsverluste beim Transport von Rohstoffen und Produkten, unsachgemäße Entsorgung sowie den Verlust von Arbeitsmaterialien aus der Fischerei einschließt. Weitere Faktoren sind insbesondere der Abrieb von Partikeln im Verkehr sowie in Industrieprozessen. Auch die in Haushalten generierten Einträge von Mikroplastik durch Faserverluste oder die Nutzung flüssiger Polymere beeinträchtigen die Umweltverträglichkeit von Kunststoffen. <ref name="Hengstmann" />  


=== Einteilung von Kunststoffen/polymeren Werkstoffen ===
==Exkurs: Kunststoff-Verbunde==
Kunststoffe werden neben dem Einsatz als reiner Werkstoff in Verbundwerkstoffen eingesetzt, bei denen Eigenschaften verschiedener Materialien kombiniert werden. Auf Seite der Kunststoffe ist besonders die geringe Dichte ein werkstofflicher Vorteil, der in Verbunden genutzt wird. Ein Matrixwerkstoff bildet die Basis des Verbunds, hierfür werden meist Duroplaste oder Thermoplaste eingesetzt. Kombiniert werden diese mit anderen Materialien, sodass der Verbund die gewünschten Eigenschaften aufweist. Das können z. B. Verstärkungsmaterialien wie Glas- und Karbonfasern oder auch Holz sein.<ref name="Abts"/>


Polymere Werkstoffe lassen sich nach ihrem Verhalten einteilen. Die so erhaltenen Materialgruppen Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere und thermoplastische Elastomere sind in Abbildung 4 dargestellt. Während sich Elastomere durch ihre Gummielastizität auszeichnen, kombinieren die thermoplastischen Elastomere Verarbeitbarkeit und Gummielastizität. Die grundsätzliche Einordnung der Werkstoffe erfolgt über das Verhalten bei mechanischer Belastung unter verschiedenen Temperaturen. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 79)</sup>
===Werkstoffe aus Verbundmaterialien===
Um die technischen Eigenschaften eines Kunststoffes zu verbessern, werden die Matrixwerkstoffe insbesondere mit Langfasermaterialien verstärkt. Die so entstehenden Faser-Kunststoff-Verbunde kombinieren die geringe Dichte der Polymere mit hoher Festigkeit und Steifigkeit der Fasermaterialen, so dass sie bei stoß- und schlagbeanspruchten Bauteilen Metalle als Baumaterialien ersetzen können.<ref name="Abts"/>
Glasfasern werden in circa 85% der Faser-Kunststoff-Verbunde eingesetzt, da sie mechanische Belastbarkeit und Isoliereigenschaften bieten und zudem günstig produziert werden können. Daher werden sie insbesondere für Gebäudeelemente und Rohre im Bausektor sowie im Fahrzeugbau und der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Für Hochleistungskunststoffverbunde eignet sich eine Verstärkung mit Kohlenstofffasern, da mit ihnen ein zu dem von Stahl vergleichbares Zugmodul bei stark verringertem Gewicht erreicht werden kann. So eignen sie sich insbesondere für den Einsatz im Windenergiesektor und im Flugzeugbau, kommen aber ebenfalls für Sportgeräte zum Einsatz. Darüber hinaus werden u. a. aromatische Polyamidfasern (Aramide) und Stahlfasern für stark beanspruchte Materialien wie Reifen und Transportbänder eingesetzt. Sie zeichnen sich durch besondere Energieabsorptionsfähigkeit aus und dienen daher auch als Material für ballistische Schutzausrüstung.<ref name="Abts"/>
Die stoffliche Verwertung von Faser-Kunststoffverbunden ist schwierig und wichtiger Bestandteil der aktuellen Forschung. Meist werden die Abfälle zerkleinert und als Füllstoffe neuen Verbundwerkstoffen beigemischt. Jedoch verkürzen sich die Fasern durch die mechanische Beanspruchung bei der Zerkleinerung, wodurch die Faserverstärkung abnimmt. Darüber hinaus können die Verbundwerkstoffe thermisch verwertet werden. Bei der energetischen Nutzung wird die Kunststoffmatrix verbrannt, die Fasern bleiben zurück und können anschließend in der Zementindustrie als Zuschlagstoff eingesetzt werden. Die energetische Verwertung beansprucht die Fasern jedoch stark. Eine schonendere thermische Verwertungsalternative stellt die Pyrolyse dar. Hier wird die Kunststoffmatrix thermisch zersetzt und die Fasern bleiben in ursprünglicher Länge erhalten und können wiederverwendet werden.<ref name="Abts"/>


[[File:Einordnung_polymerer_Werkstoffe.PNG|center|Abbildung 4: Einordnung polymerer Werkstoffe <ref name="Abts" /> <sup>(S. 80)</sup>]]
===Verpackungen aus Verbundmaterialien===
Als Reaktion auf Vermüllung und das negative Image von Kunststoffprodukten setzen viele Unternehmen vermehrt Faser-Kunststoff-Verbundverpackungen ein <ref name="ZSVR"/> <ref name="WD Deutscher Bundestag" />. Dadurch kann z. B. die Wandstärke von Kunststoff-Joghurtbechern reduziert werden, da eine Papierbanderole die nötige Stabilität liefert. Dies erschwert bei nicht korrekter Trennung und Entsorgung jedoch die Sortierung und das Recycling, da es zu Fehlerkennung und Fehlausträgen führt <ref name="Abts"/>. Auch Verbundverpackungen, in denen die Eigenschaften verschiedener Kunststoffe kombiniert werden, führen zu Herausforderungen bei der Sortierung und im Recycling <ref name="Abts"/>. Sie können nicht sortenrein erfasst werden und werden je nach Ausrichtung auf dem Förderband bei der Sortierung unterschiedlich erkannt<ref name="Abts"/>. Außerdem ist die Trennung der einzelnen Komponenten sehr aufwendig <ref name="Abts"/>. So kommt es zu materialfremden Bestandteilen in den Recyclingrohstoffen. Diese können zu Einschlüssen in den Produkten aus Recyclingrohstoff führen, die später Materialversagen verursachen können<ref name="Abts"/>.
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Die Unterschiede im Verhalten zwischen Thermoplasten, Elastomeren und Duroplasten lassen sich auf die Ordnung ihrer Makromoleküle zurückführen.


Thermoplasten teilen sich in die amorphen und die teilkristallinen Thermoplasten auf. Erstere besitzen keine geordnete Struktur, was bei Temperaturerhöhung zu einer gesteigerten Verformbarkeit führt. Dagegen verfügen die teilkristallinen Thermoplasten über Bereiche in denen die Makromoleküle parallel verlaufen und in denen starke physikalische Wechselwirkungen auftreten. Dadurch wird ein Abgleiten der Makromoleküle voneinander erschwert. Die nachfolgende Abbildung 5 zeigt die Unterschiede in den Vernetzungsgraden zwischen amorphen und teilkristallinen Thermoplasten. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 85-88)</sup>
[[Datei:Nutzung grünmai RGB Linie.png|class=headericons]]
== Nutzung ==
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[[File:Vernetzungen_der_Makromoleküle_von_Thermoplasten.PNG|center|Abbildung 5: Vernetzungen der Makromoleküle von Thermoplasten <ref name="Abts" /> <sup>(S. 86)</sup>]]
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[[Datei:KS_deutscherVerbrauchAnwendungsgebiet.png|thumb|700px|right|Abbildung 8: Kunststoffverbrauch 2021 in Deutschland nach Anwendungsgebiet nach <ref name="Conversio" />]]
Kunststoffe werden aufgrund ihrer Materialeigenschaften als Substitute sowohl für metallische und keramische als auch Holzwerkstoffe eingesetzt. Die bereits beschriebenen mechanischen Eigenschaften sind bestimmend für den Anwendungszweck. Die Gleit- und Haftungseigenschaften ermöglichen die Verwendung als mobile Bauteile, ohne dabei auf Schmiermittel zurückgreifen zu müssen. Thermoplaste besitzen weiterhin eine gute Fließfähigkeit, was eine kostengünstige Verarbeitung durch einfache Formung ermöglicht. Im Gegensatz zu Metallen weisen polymere Werkstoffe meist eine hohe Korrosionsbeständigkeit und je nach Sorte auch eine höhere Resistenz gegenüber Chemikalien als Edelstähle auf. Jedoch sind einige Kunststoffe anfällig gegenüber Lösungsmitteln. <ref name="Kalweit"/>.
Die größten Nutzungsgebiete von Kunststoffen sind in Deutschland die Verpackungsindustrie und die Baubranche, die jeweils ein Drittel bzw. ein Drittel der Kunststoffanwendungen ausmachen (Abbildung 8). Weitere relevante Anwendungsfelder sind die Fahrzeugindustrie sowie Elektronik, Haushaltswaren und Möbel. Die Landwirtschaft und die Medizin stellen einen Anteil unter 5%. <ref name="Weißbach"/>.


Thermoplasten können bei hoher Temperatur zur Schmelze gebracht werden. Dieser Schmelzvorgang ist zwar reversibel, doch nicht unbegrenzt wiederholbar. Durch zunehmende thermische Zersetzung wird die Rezyklierbarkeit der Thermoplasten mit jedem Schmelzvorgang begrenzt. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 87)</sup>
Für Verpackungsmaterialien werden überwiegend Kettenpolymerisate eingesetzt, die zu den Thermoplasten zählen. Dazu gehören insbesondere (Low Density (LD)-, Linear Low Density (LLD)- sowie High Density (HD)-Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die zur Gruppe der Polyolefine gehören, und Polyethylenterephthalat (PET). Weitere verwendete Kettenpolymerisate sind Styrol-Kunststoffe wie Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Styrol-Acrylnitril (SAN) oder Polystyrol (PS). <ref name="Weißbach"/>
In der Gebäudetechnik wird hauptsächlich das Kettenpolymerisat Polyvinylchlorid eingesetzt. Daneben werden häufig Polyolefine und Polystyrol (PS) verbaut. In der Baubranche finden zudem Polyaddukte, wie Polyurethan (PUR), Anwendung. Polyaddukte können zur Gruppe der Duroplaste oder der Elastomere zählen. Weiterhin werden einige Styrol-Kunststoffe wie expandiertes Polystyrol (EPS) in der Gebäudetechnik genutzt. <ref name="Weißbach"/>
Der Automobilbau wird hinsichtlich des Kunststoffverbrauchs durch die Polyolefine PP, HDPE sowie durch Polyurethan (PUR) geprägt. Auch Polyamide kommen zum Einsatz. Auch in der Elektronikbranche werden überwiegend die thermoplastischen Polyolefine (wie PP), aber auch PUR verwendet. <ref name="Weißbach"/>
|}


Elastomere setzen sich aus weitmaschig verbundenen Kautschukmolekülen zusammen. Wie die Abbildung 6 zeigt, ist ihr Vernetzungsgrad jedoch gering. Dadurch wird eine Beweglichkeit der Kautschukmoleküle sichergestellt. Da ein Abgleiten einzelner Makromoleküle trotz des geringen Vernetzungsgrades nicht möglich ist, sind Elastomere nicht schmelzbar. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 88-89)</sup>


[[File:Vernetzungen_der_Makromoleküle_von_Elastomeren.PNG|center|Abbildung 6: Vernetzungen der Makromoleküle von Elastomeren <ref name="Abts" /> <sup>(S. 89)</sup>]]
[[Datei:RS-Sek blaudunkel RGB Linie.png|class=headericons]]


Durch aktive Füllstoffe werden Elastomere meist verstärkt. Dies führt zu einer Erhöhung der Rückstellkräfte, sodass die Elastomere nicht dauerhaft verformbar sind. Aus diesem Grund besitzt ein Gummiball selbst nach dem Wurf gegen eine Wand keine dauerhaften Eindellungen. Da für die Füllstoffe oftmals Ruße eingesetzt werden, sind diese Elastomere schwarz. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 89-91)</sup>
==Recyclingrohstoff==
{|
|- style="vertical-align:top;"
|
Das Kunststoffrecycling hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Vermüllungsproblematik und den Zielen der Kreislaufwirtschaft an Bedeutung in Gesellschaft, Industrie und Forschung gewonnen <ref name="Hengstmann"/> <ref name="KrWG"/>. Angetrieben wird die stoffliche Verwertung seit 2024 zusätzlich durch die CO2-Steuer für die energetische Verwertung von Kunststoffen <ref name="BEHG"/>. Dabei ist im ersten Schritt eine möglichst sortenreine Erfassung von Kunststoffen entscheidend, um ein hochwertiges Recycling zu gewährleisten <ref name="Martens"/>. Anschließend gibt es, je nach Qualität der Sortierfraktionen verschiedene Aufbereitungs- und Verwertungsmöglichkeiten.
 
===Erfassung===
Von den 12,4 Mio. Tonnen Kunststoff, die in Deutschland im Jahr 2021 verbraucht wurden, wurden 5,7 Mio. t KS-Abfälle über die unterschiedlichen Sammelsysteme erfasst, was auf die Langlebigkeit einiger Produkte zurückzuführen ist <ref name="Conversio" />. Kurzlebige Produkte wie Verpackungen werden fast vollständig (> 99%) wieder erfasst <ref name="Conversio" />. Von langlebigen Produkten, z. B. aus dem Bausektor, wird ein Anteil von 16% erfasst. Exportprodukte wie Automobile werden zu 30% exportiert und somit aus dem System entnommen und zu 23% wieder als Abfall erfasst. Von den gesammelten Kunststoffabfällen entfallen 96% auf den Post-Consumer-Bereich und 4% auf die Verarbeitung und Herstellung von Kunststoff, also den Post-Production-Bereich <ref name="UBA 2023" />. Die Erfassung von Post-Consumer-Abfällen erfolgt dabei für Verpackungen vor allem über die Sammlung von Leichtverpackungen und das Pfandsystem, aber auch über Gewerbeabfall- und E-Schrottsammlungen und Recyclinghöfe.
===Wiederverwendung (Re-Use) von Kunststoffen===
Bei der Wiederverwendung wird ein Erzeugnis, das nicht Abfall ist, erneut für den ursprünglichen Zweck eingesetzt <ref name="KrWG" />. Ein Beispiel für die Wiederverwendung von Kunststoffen ist der Ausbau von Bauteilen aus Gebäuden vor deren Abbruch, die infolgedessen vermarktet und an anderer Stelle wieder eingebaut werden können <ref name="Dechantsreiter" />.
Das Pfandrücknahmesystem für Getränkeflaschen ermöglicht eine besonders umfassende Wiederverwendung des Kunststoffes PET. So bildeten PET-Mehrwegpfandflaschen im Jahr 2010 in Deutschland den höchsten Marktanteil für die Verpackung von Wasser und Erfrischungsgetränken. Der Einsatz von standardisierten, dickwandigen PET-Mehrwegflaschen ermöglicht, dass diese etwa 15- bis 20-mal befüllt und wiederverwendet werden. <ref name="IFEU" />
Ebenfalls zur unmittelbaren Wiederverwendung zählt die Weiterverwendung gebrauchter Elektro- und Elektronikgeräte, die ebenfalls über Sammelstellen oder privat vermittelt werden <ref name="von Gries" />.
 
===Vorbereitung zur Wiederverwendung===
Zu dieser Kategorie gehören die Verwertungsmethoden Reinigung, Prüfung und Reparatur mit dem Ziel, zu Abfall gewordene Produkte ohne andere Vorbehandlungsarten für ihren ursprünglichen Zweck einzusetzen <ref name="KrWG" />. Damit Kunststoffe in die Wiederverwendung gegeben werden können, ist eine produktbezogene Sammlung erforderlich, da nicht allein der Werkstoff weiter genutzt werden soll, sondern weitere Produkteigenschaften erhalten bleiben sollen. Eine solche Sammlung ist beispielsweise für PET-Flaschen in Form des Mehrweg-Pfandsystems sowie die zugehörigen Getränkekästen aus HDPE vorhanden. <ref name="Dahlmann" />
Die bei der Demontage von Altfahrzeugen erhaltenen Elektrogeräte, die nach dem Prinzip des Komponentenrecyclings in andere Fahrzeuge eingesetzt werden, werden ebenfalls gezielt produktbezogen gesammelt und zur Wiederverwendung vorbereitet.<ref name="Abts"/>


Die thermoplastischen Elastomere zeigen ebenfalls ein gummielastisches Verhalten. Jedoch besitzen sie thermoplastische Bereiche. Die Abbildung 7 zeigt die unterschiedlichen Bereiche der Makromoleküle bei thermoplastischen Elastomeren. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 95)</sup>
===Recyclingverfahren===
[[Datei:Recyclingschema nachTecPart.png|thumb|700px|Abbildung 9: Recyclingschema TecPart nach <ref name="Baur" />]]
Als Recyclingrohstoffe für die Substitution von primären Rohstoffen eignen sich sortenreine Kunststoffabfälle des Typs Thermoplast. Neben Alterungsprozessen und der Verkürzung von Polymerketten während des Recyclings ist hierbei jedoch von Belang, mit welchen Kettenlängen und Verzweigungen die Kunststoffe primär hergestellt wurden. Die Längen der Polymerketten werden durch thermische Belastungen verringert, sodass die mechanischen Eigenschaften nach den Verarbeitungszyklen an Qualität verlieren. Um den Auswirkungen dieser Qualitätsminderung entgegenzuwirken, werden Rezyklate mit Primärkunststoffen vermischt. Dabei ist üblich, 20% bis 25% des Primärrohstoffs durch Rezyklat zu ersetzen. Im Gegensatz zu Thermoplasten sorgt die irreversible Vernetzung von Elastomeren und Duroplasten dafür, dass diese Polymertypen sich ausschließlich für das Partikelrecycling eignen. Partikelrecycling bedeutet, ein Auflösen der Vernetzung ist nur durch Mahlen möglich, sodass die Partikel von Duroplasten und Elastomeren werkstofflich nur in Form von Füllstoffen erneut eingesetzt werden können.<ref name="Abts"/> <ref name="Baur" />
Um eine möglichst hohe Qualität von Rezyklaten beim werkstofflichen Recycling zu erhalten, sind große Beanspruchung und Kontaminationen zu vermeiden. Außerdem kommen nur physikalische Verfahren, wie thermische Behandlung, Compoundierung, Granulierung und Filtrierung infrage. Die entstehenden Produkte sind Mahlgut mit einer Korngröße zwischen 2 mm und 5 mm, Regranulate sowie Regenerate. Regranulate werden in einem Schmelzprozess aus Mahlgut gewonnen und besitzen eine gleichmäßige Korngröße ohne Staubanteil. Diesem Schmelzprozess werden bei der Erzeugung von Regeneraten zusätzlich Additive hinzugegeben (Compoundierung), sodass sie speziellere Eigenschaften besitzen als Regranulate (Abbildung 9).<ref name="Baur" />


[[File:Vernetzungen_der_Makromoleküle_von_thermoplastischen_Elastomeren.PNG|center|Abbildung 7: Vernetzungen der Makromoleküle bei thermoplastischen Elastomeren <ref name="Abts" /> <sup>(S. 95)</sup>]]
Chemisches Recycling bietet Potenzial, wenn ein werkstoffliches Recycling nicht zur gewünschten Qualität des sekundären Rohstoffs führt, die Polymere aber in Monomere oder in geeignete reaktionsfähige Gruppen wie Acryl, Ester oder Amide zerlegt werden können <ref name="UBA 2020" /><ref name="Baur" />. Es wird also nicht der Werkstoff wiederverwertet, sondern dessen Einzelteile zurückgewonnen und verwertet. Die Vorbereitung von Duroplasten und Elastomeren für eine erneute Polymerisation ist nur durch chemische Recyclingverfahren möglich. Aufgrund der steigenden Menge an Kunststoffabfällen und den Zielen der Circular Economy wird deren Potenzial zur Kreislaufschließung aktuell vielseitig erforscht <ref name="UBA 2020" />. Zu den untersuchten Verfahren zählen die Pyrolyse, die Solvolyse und das Hydrocracking <ref name="Abts"/>.
Bei der Pyrolyse werden die Polymere unter Sauerstoff-Ausschluss erhitzt (auf bis zu 800 °C), sodass sie in kürzere Einheiten geteilt werden. Das hierbei entstehende aromatische Pyrolyseöl dient als Rohstoff für Polymere sowie für Öle und Kraftstoffe. Die Pyrolyse erfordert, dass der zu verarbeitende Stoffstrom frei von halogenhaltigen Polymeren wie PVC ist.<ref name="Abts"/>
Bei der Solvolyse werden Polymere durch Reaktion mit einem Solvens gespalten. Für einige Kunststoffe, wie PA, PET oder PUR, ist dies katalytisch oder durch die Lösemittel Wasser (Hydrolyse) oder Alkohol (Alkoholyse) möglich. Die Solvolyse ermöglicht auch das Auftrennen von Faser-Kunststoff-Verbunden. Eine Einschränkung des Verfahrens ist die erforderliche Sortenreinheit der aufzubereitenden Polymere.<ref name="Abts"/>
Das Hydrocracking bezeichnet katalytisches Spalten und anschließendes Destillieren von Polymeren. Mit diesem Verfahren können z. B. Polyolefine zu bis zu 95% zu Kraftstoffen verarbeitet werden. Zu große Anteile an halogenhaltigen Polymeren im Stoffstrom können die verfahrenstechnischen Aggregate beschädigen.<ref name="Abts"/>


Im Vergleich zu den Thermoplasten, Elastomeren und thermoplastischen Elastomeren sind Duroplasten engmaschiger vernetzte Makromoleküle. Sie sind nicht mehr plastisch verformbar. Aufgrund der hohen Anzahl an Vernetzungen lassen sie sich nicht zersetzen oder schmelzen. Duroplasten werden durch Polyaddition oder Polykondensation gebildet. <ref name="Abts" /> <sup>(S. 96)</sup>
===Qualitätsanforderungen und Stör-/Fremdstoffe===
Kunststoffgemische können bisher nur schwierig rezykliert werden. Für das Trennen einzelner Kunststoffe aus Verbundfolien werden Verfahren des chemischen Recyclings entwickelt. Die Aufbereitung von faserverstärkten Kunststoffen schließt Verkürzungen der Fasern und damit einhergehende Qualitätsminderung ein. Sofern Duroplaste als Matrix verwendet wurden, besteht keine Möglichkeit, die Verbunde aufzuschmelzen. Thermoplaste sind aufschmelzbar,
die eingesetzten Fasermaterialien sind jedoch auch in diesem Fall nur mit speziellen Verfahren aufschließbar. Um die Fasern bestmöglich zu erhalten, eignen sich die Pyrolyse, bei der die Kunststoffmatrix unter Sauerstoffabschluss thermisch zersetzt wird, und die Solvolyse, mit der die Kunststoffmatrizen aufgespalten und von der Faser gelöst werden sollen.<ref name="Abts"/>
Aber nicht nur beim Recycling führen Verbundmaterialien zu Problemen. Auch bei der Erkennung der Materialien im Sortierprozess führen Multilayer zu Fehlausträgen und Verunreinigungen. Außerdem fehlen den Sortieranlagen Abnehmer, die diese Verbundmaterialien verwerten können.<ref name="Abts"/><ref name="bvse"/>
Für manche Kunststoffverbunde, wie den Getränkekarton wurden aufgrund der Verbundeigenschaft extra eigene Verwertungswege entwickelt, da sie nicht für die bestehenden Routen geeignet sind. Darüber können die Bestandteile einzeln einer Verwertung zugeführt werden <ref name="Palurec" /><ref name="ZSVR" /><ref name="FKN" />.
 
===Verwertungsquoten===
[[Datei:KS_AbfallmengeDE.png|850px|thumb|right|Abbildung 10: Kunststoffabfälle in Deutschland nach <ref name = "Conversio"/>]]
Von den im Jahr 2022 weltweit produzierten 400,3 Mio. t Kunststoffe entstammten 8,9% der werkstofflichen Verwertung und unter 0,1% dem rohstofflichen Recycling von Post-Consumer-Abfällen. Von den 58,7 Mio. t Kunststoff aus der europäischen Produktion stammten 18,7% aus dem Recycling. Damit betrug der Anteil der Recyclingrohstoffe aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen in Europa 12,9%. Der Anteil an Recyclingrohstoff aus Produktionsabfällen betrug 5,6% und aus dem chemischen Recycling stammten europaweit 0,2% der produzierten Kunststoffe.<ref name="PlasticsEurope 2023" />
Für die deutsche Kunststoffproduktion wurden 2021 2,29 Mio. t Rezyklate eingesetzt, was einer Circular Material Use (CMU)-Rate von etwa 16,3% an den 14,04 Mio. t verarbeiteten Kunststoffwerkstoffen entspricht.<ref name="Conversio" />
Im Jahr 2021 fielen in Deutschland 5,44 Mio. t Kunststoff als Abfall nach der Nutzungsphase an (Abbildung 10). Von diesen wurden 99,4% (5,41 Mio. t) in unterschiedlichen Verfahren verwertet und nur 0,6% deponiert. Für die Berechnung der stofflichen Verwertungsquote existieren zwei Ansätze (Abbildung 11). Für den ersten Ansatz wird der Eingang in eine Recyclinganlage als Berechnungspunkt angenommen. Diese Input-basierte Berechnung war bis zum Bezugsjahr 2019 vorgesehen. Der zweite Ansatz nimmt die Einbringung in ein Recyclingverfahren, d. h. erst in die letzte Prozessstufe nach Prozessen wie der Zerkleinerung, Nachsortierung und Waschung, als Kriterium für die Berechnung in die Recyclingquote. So wurden im Jahr 2021 33,2% der Kunststoffabfälle stofflich verwertet, indem sie einem Recyclingverfahren zugeführt wurden. Nach dem früheren Berechnungsansatz würden die 45,4% der Post-Consumer-Abfälle, die als Input in Recyclinganlagen geführt wurden, als stofflich verwertet gelten. Ausgehend vom zweiten Berechnungspunkt wurden 2021 rund 45% der Post-Consumer-Abfälle werkstofflich und 0,5% rohstofflich rezykliert. Durch die weitere Aufbereitung in der Recyclinganlage fallen weitere nicht stofflich verwertbare Fraktionen an, die anschließend energetisch verwertet werden. Dadurch steigt der Anteil der energetischen Verwertung von Berechnungsmethode 1 zu 2 von 54% auf 66%.<ref name="Conversio" />
 
<gallery widths=980px heights=700px mode="nolines">
Datei:KS_VerwertungsquotenPost-Consumer-Abfall.png|980px|thumb|Abbildung 11: Verwertungsquoten nach alter (links) und neuer (rechts) Berechnungsmethode <ref name = "Conversio"/>
</gallery>


[[File:Vernetzungen_der_Makromoleküle_von_Duroplasten.PNG|center|Abbildung 8: Vernetzungen der Makromoleküle bei Duroplasten <ref name="Abts" /> <sup>(S. 96)</sup>]]
|}
|}


== Proben im MassLab ==
<gallery widths=300px heights=200px gallery mode = "packed-overlay">


== Nutzung ==
Datei:3-03-005.jpg|1000px|[[3-03-005]]
{|
Datei:4-03-009.jpg|1000px|[[4-03-009]]
|- style="vertical-align:top;"
Datei:4-03-010.jpg|1000px|[[4-03-010]]
| style="height:100px; width:150px;text-align:center;" | [[Datei:Nutzung.png|caption|150px]]  
Datei:4-03-024.jpg|1000px|[[4-03-024]]
Datei:4-03-025.jpg|1000px|[[4-03-025]]
Datei:4-03-036.jpg|1000px|[[4-03-036]]
Datei:3-08-003.jpg|1000px|[[3-08-003]]
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Datei:3-11-007.jpg|1000px|[[3-11-007]]
Datei:3-11-044.jpg|1000px|[[3-11-044]]
Datei:3-11-045.gif|1000px|[[3-11-045]]
Datei:4-11-008.jpg|1000px|[[4-11-008]]
Datei:3-14-002.jpg|1000px|[[3-14-002]]
 
</gallery>
 
== Literaturverzeichnis ==
 
<references>


|
<ref name = "Abts"> Abts, Georg (2020): Kunststoff-Wissen für Einsteiger. 4., aktualisierte und erweiterte Auflage. München: Carl Hanser Verlag. </ref>
=== Einteilung nach Werkstoffklassen ===
In Tabelle 1 sind verschiedene Anwendungsbereiche für die unterschiedlichen Werkstoffklassen dargestellt.


{| class="wikitable"
  <ref name ="Baur"> Baur, Erwin; Harsch, Guenther; Moneke, Martin (2019): Werkstoff-Führer Kunststoffe. Eigenschaften - Prüfungen - Kennwerte. 11., aktualisierte Auflage. München, © 2019: Hanser. </ref>  
|+ style="caption:bottom; color:black;"|''Tabelle 1: Einsatzgebiete polymerer Werkstoffe sortiert nach Werkstoffverhalten angelehnt an <ref name="Abts" /> <sup>(S. 85-96)</sup>''
|-
! style="color:black" | Werkstoffklasse
! style="color:black" | Einsatzgebiet
|-
| '''Thermoplaste'''
| Verpackungsfolien, Bauelemente (Scheiben, Profile, Rohre, Kabel, Gehäuse von Elektronikgeräten, Innen- und Außenteile von KfZ, medizinische Funktionsteile, Behälter, Bestecke, Hochleistungsfunktionsteile in allen technischen Bereichen
|-
| '''Elastomere'''
| Autoreifen, technische Gummiwaren (Dichtungen, Bälge, Schläuche, Zahn- und Keilriemen, Kabel, Förderbänder, Walzenbeläge), Spezialwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt
|-
| '''Duroplasten'''
|
*'''Epoxidharze:''' Rohrleitungen, Behälter, Flüssig- oder Pulverlacke
*'''Ungesättigte Polyesterharze:''' Einbettung elektronischer Bauteile, Herstellung von Spulen- und Relaiskörpern, großflächige Formteile in KfZ-Industrie, Flugzeug- und Schiffbau, Karosserien für Automobile, Verkleidungen für Segelflugzeuge oder Bootsrümpfe
*'''PUR:''' Polster, Matratzen, Fahrzeugausstattung, Hartschaum für Dämmmaterial, Lacke, Kleb- und Dichtstoffe
|}Kunststoffe lassen sich auch nach ihrer Anwendung einordnen. So wird zwischen Standardkunststoffen, technischen Kunststoffen und Hochtemperaturkunststoffen unterschieden. Mit der Formbeständigkeit bei hohen Temperaturen steigt auch der Preis. Die Abbildung 9 zeigt eine Übersicht einiger gängiger Kunststoffe in den Temperaturbereichen für Standardkunststoffe, technische Kunststoffe und Hochtemperaturkunststoffe. <ref name="Weißbach" /> <sup>(S. 384)</sup>


Die Standardkunststoffe stellen zwischen 80 – 90 % der weltweiten Kunststoffproduktion dar <ref name="Engelsmann" /> <sup>(S. 32)</sup>.
<ref name ="BEHG"> Deutscher Bundestag: Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des
Brennstoffemissionshandelsgesetzes. https://dserver.bundestag.de/btd/20/034/2003438.pdf </ref>


[[File:Übersicht_von_Kunststoffen_nach_Temperatureinsatz.PNG|center|Abbildung 9: Übersicht von Kunststoffen nach Temperatureinsatz <ref name="Weißbach" /> <sup>(S. 384)</sup>]]
<ref name ="bvse"> bvse: SORTIERUNG DER KUNSTSTOFFABFÄLLE https://www.bvse.de/themen-kunststoff-recycling/kunststoffaufkommen/sortierung-der-kunststoffabfaelle.html </ref>  


<ref name="Conversio"> Conversio GmbH (2022): Stoffstrombild 2021 (https://www.bvse.de/dateien2020/2-PDF/01-Nachrichten/03-Kunststoff/2022/Kurzfassung_Stoffstrombild_2021_13102022_1_.pdf) </ref>


<ref name="Dahlmann"> Dahlmann, R.H. (2022): Menges Werkstoffkunde Kunststoffe (7., vollständig überarbeitete Auflage Ausg.). München, Bayern, Deutschland: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. doi:10.3139/9783446460867 </ref>


=== Einteilung nach Kunststoffsorten ===
<ref name="Dechantsreiter"> Dechantsreiter, U.e. (2015): Instrumente zur Wiederverwendung von Bauteilen. Hrsg.: Umweltbundesamt (https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/instrumente-zur-wiederverwendung-von-bauteilen) </ref>


Kunststoffe werden aufgrund ihrer zahlreichen Eigenschaften als Werkstoffe geschätzt. Obwohl es ihr Ruf gegenteilig vermuten lässt, schneiden sie unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren oft sogar besser ab als Konkurrenzprodukte. Die Gründe dafür liegen beispielsweise in der Gewichtsreduktion bei der Substitution durch eines Bauteils durch ein Kunststoffbauteil, dem Vereinen mehrerer Funktionen, der vielfältigen Wiederverwertbarkeit und der Wiederverwendung (z.B. Pfandsysteme). <ref name="Kalweit" /> <sup>(S. 87)</sup>
<ref name="Endres"> Endres, H.-J.S.-R. (2009): Technische Biopolymere. Rahmenbedingungen, Marktsituation, Herstellung, Aufbau und Eigenschaften. München: Hanser. doi:10.3139/9783446421042 </ref>  


In der heutigen Industrie sind Kunststoffe nicht mehr zu ersetzen. Stattdessen ersetzen sie zumeist andere Konkurrenzmaterialien. Kunststoffe befinden sich beispielsweise in der Medizintechnik bereits in einer Vormachtstellung, begünstigt durch die Notwendigkeit von sterilen Werkzeugen. Die nachfolgende Tabelle 2 listet einige Kunststoffsorten und deren Einsatzgebiete auf.
<ref name="Engelsmann"> Engelsmann, Stephan; Spalding, Valerie; Peters, Stefan (2010): Kunststoffe in Architektur und Konstruktion. Basel: Birkhäuser. </ref>


{| class="wikitable"
  <ref name="FKN"> Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V.: Getränkekartons – eine hochgradig recyclingfähige Verpackunghttps://www.getraenkekarton.de/getraenkekartons-hochgradig-recyclingfaehig/ </ref>  
|+ style="caption:bottom; color:black;"|''Tabelle 3: Auswahl einiger nach ihrer Art sortierten Kunststoffsorten <ref name="Schwarz" /> <ref name="Abts" /> <ref name="Weißbach" />''
! style="color:black" | '''Kunststoffart'''
! style="color:black" | '''Kunststoffsorte'''
! style="color:black" | '''Anwendungsbeispiel'''
|-  
| '''Thermoplasten'''
| PE
| Folien (PE-LD), Hohlkörper (PE-HD)
|-
|
<br>
| PP
| Spritzgussanwendungen
|-
|
<br>
| PS
| Wärmedämmung, maßhaltige Bauteile
|-
|
<br>
| PET
| Getränkeflaschen, Ketten, Federn, Schrauben, Nockenscheiben, Gleitlager
|-
|
<br>
| PMMA
| Brillengläser, Lupen, Linsen
|-
|
<br>
| PC
|
<br>
|-
|
<br>
| PA
| Hohlkörper, Flach- und Schlauchfolien
|-
|
<br>
| PVC
| Rohre, Dachrinnen, Becher
|-
| '''Elastomere'''
| SBR
| Reifenmischungen
|-
|
<br>
| CR
| Kühlwasserschläuche
|-
|
<br>
| NBR
| Dichtungswerkstoff
|-
|
<br>
| HR, CHR
| Regenschläuche
|-
| '''Thermoplastische Elastomere'''
| TPE-U
| Kabelmäntel
|-
|
<br>
| TPE-(SB)
| Schläuche
|-
|
<br>
| TPE-O
| Stoßdämpfer, Armaturenbretter
|-
| '''Duroplasten'''
| PF
| Formmassen (Steckdosen, Pfannenstiele, Griffe, Autoteile)
Schichtpressstoffe (Zahnräder, Laufrollen)
|-
|
<br>
| UF
| Stecker, Lichtschalter, Leim, Klebstoffe
|-
|
<br>
| MF
| Schraubverschlüsse, Griffe, Gehäuse
|}
=== Eigenschaften von Kunststoffen ===


Kunststoffe werden aufgrund ihrer Materialeigenschaften als Substitute für andere Materialien eingesetzt. Die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen unterscheiden sich je nach Sorte und Anwendungszweck. Die Gleit- und Haftungseigenschaften ermöglichen die Nutzung als mobile Bauteile ohne dabei auf der Verwendung von Schmiermittel zurückzugreifen. Thermoplasten sind außerdem nicht vernetzte polymere Werkstoffe und besitzen daher eine gute Fließfähigkeit. Dies führt zu einer kostengünstigen Verarbeitung der Stoffe durch einfache Formung. Anders als Metalle weisen Kunststoffe meist eine gute Korrosionsbeständigkeit und bei manchen Sorten sogar eine bessere Chemikalienresistenz als Edelstähle auf. Allerdings sind Kunststoffe oft anfällig gegen Lösungsmittel. <ref name="Kalweit" /> <sup>(S. 80)</sup>
<ref name="Hengstmann"> Hengstmann, E.T. (2022): Plastik in der Umwelt. Wo kommt es her, wo geht es hin und wie wirkt es sich aus? Berlin, Berlin, Deutschland: Springer. doi:10.1007/978-3-662-65864-2 </ref>  


Bei der Compoundierung werden den Polymeren in der Kunststofftechnik Zuschlagstoffe und Additive beigemischt. Stabilisatoren erhöhen beispielsweise die Beständigkeit gegen Witterungsverhältnisse. Dem Abbau von Kunststoffen durch UV-Strahlen kann durch Lichtschutzmittel zum Teil entgegengewirkt werden. Treibmittel werden für die Herstellung von synthetischen Schaumstoffen genutzt und Füllstoffe erlauben die Streckung der Kunststoffmengen bei gleichzeitiger Veränderung der Materialeigenschaften. <ref name="Kalweit" /> <sup>(S. 80-81)</sup>
<ref name="IFEU"> IFEU (2010): Zusammenfassung der Handreichung zur Diskussion um Einweg- und Mehrweggetränkeverpackungen. ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH, Energie- und Umweltforschung. Heidelberg: IFEU.  </ref>  


Durch Faserverstärkung können die positiven Eigenschaften zweier Materialgruppen vereint werden. Abbildung 10 zeigt die Faserverstärkung bei der Herstellung von Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). GFK vereint dabei die positiven Eigenschaften „hochfest“ der Glasfaser und „zäh“ des Kunststoffes. Gleichzeig werden die negativen Eigenschaften „spröde“ und „nicht fest“ aufgehoben. Dadurch ergibt sich ein aus werkstofflicher Sicht überlegenes Material. Eine Auflistung der Veränderungen der Materialeigenschaften durch verschiedene Füllstoffe ist ebenfalls in Abbildung 10 (rechts) zu finden.
<ref name="Kalweit"> Kalweit, Andreas; Paul, Christof; Peters, Sascha; Wallbaum, Reiner (2012): Handbuch für Technisches Produktdesign. Material und Fertigung, Entscheidungsgrundlagen für Designer und Ingenieure. 2., bearb. Aufl. Berlin: Springer (VDI-Buch). </ref>


[[File:Faserverstärkung_von_Kunststoffen_(links)_und_Einflüsse_auf_die_Kunststoffeigenschaften_(rechts).PNG|center|Abbildung 10: Faserverstärkung von Kunststoffen (links) und Einflüsse auf die Kunststoffeigenschaften (rechts) <ref name="Kalweit" /> <sup>(S. 81)</sup>]]
<ref name="KrWG"> Deutscher Bundestag (2012): Kreislaufwirtschaftsgesetz § 3 Begriffsbestimmungen. </ref>  


|}
<ref name="LBEG"> Landesamt für Bergbau: Erdölreserven in Deutschland (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36206/umfrage/erdoelreserven-in-deutschland/) </ref>


== Rohstoff! ==
<ref name="Martens"> Martens, H.G.: Recyclingtechnik. Fachbuch für Lehre und Praxis. (2. Aufl. Ausg.). Wiesbaden: Springer Vieweg. doi:10.1007/978-3-658-02786-5</ref>


{|
<ref name = "Palurec"> Palurec: PE-Alu-Recycling gebrauchter Getränke- kartons. https://www.palurec.com/ /</ref>
|- style="vertical-align:top;"
| style="height:100px; width:150px;text-align:center;" | [[Datei:RohstoffEoL.png|caption|150px]]


|
<ref name = "PlasticsEurope 2023"> PlasticsEurope (Hg.): Plastics – the fast Facts 2023. Brüssel: Plastics Europe. Abgerufen am 10. 01 2024 von https://plasticseurope.org/knowledge-hub/plastics-the-fast-facts-2023/</ref>
=== Wiederverwendung (Reuse) von Kunststoffen ===
Die Wiederverwendung eines Produktes ist definiert als „die wiederholte Verwendung eines Produktes für denselben Verwendungszweck“ <ref name="Baur" /> <sup>(S. 58)</sup>. Beispiele für die Wiederverwendung von Kunststoffprodukten sind das Pfandsystem für Mehrweg-PET-Flaschen oder das mehrmalige Verwenden einer Einkaufstüte aus Kunststoff einschließlich der letztendlichen Verwendung als Mülltüte. Außerdem können Kunststoffbauteile von Elektronikgeräten wie Autoradios als Reparaturteile aufbewahrt und wiederverwendet werden. Alte Pflanztöpfe lassen sich problemlos auswaschen und erneut zum gleichen Zweck nutzen.


=== Aufbereitung und Recycling von Kunststoffen ===
<ref name = "PlasticsEurope 2022a"> PlasticsEurope (Hg.): Verwendung von Kunststoff in Europa nach Sorte https://de.statista.com/statistik/daten/studie/206539/umfrage/verwendung-von-kunststoff-in-europa-nach-sorte/</ref>


Kunststoffabfälle stammen aus Industrie und Handel, Landwirtschaft und aus Haushalten. Die Abfälle aus Industrie und Handel bestehen oft aus den gleichen Kunststoffarten. Sie weisen eine für das Recycling wichtige Eigenschaft auf, die Sortenreinheit. Deshalb sind Abfälle aus diesen Bereichen leicht wieder zu verwerten. Gängige Abfälle sind Kanister, Fässer, Schrumpfhauben, Schaumpolystyrol und Verpackungsfolien. Die aus der Landwirtschaft stammenden Kunststoffabfälle sind ebenfalls sortenrein. Sie bestehen aus Mulchfolien und Silofolien. Mulchfolien werden verwendet um Felder abzudecken und mit Silofolien werden temporäre Silos zur Grünfutter-Konservierung hergestellt. Problematisch sind die Abfälle, die aus den Haushalten stammen. Sie werden nicht getrennt gesammelt und sind daher nicht sortenrein und stark verschmutzt. Sie zu trennen und zu reinigen erfordert viel Aufwand und bringt hohe Kosten mit sich. <ref name="Bandrup" /> <sup>(S. 213 f.)</sup> löhr 2012; 1:1
<ref name = "PlasticsEurope 2022b"> PlasticsEurope (Hg.): Weltproduktion von Kunststoff seit 1950 (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167099/umfrage/weltproduktion-von-kunststoff-seit-1950/)</ref>


Der ursprüngliche Kunststoffrohstoff liegt in der Regel in Granulat- oder Pulverform vor. Ein Korngrößenintervall von 0,05 mm bis 0,8 mm definiert die Größe der Pulverform. Das Bestreben einer geeigneten Wiederverwertung zielt darauf, eine Teilchenform und -größe zu erzeugen, die dem gebräuchlichen Kunststoffrohstoff entspricht, weshalb im Normalfall eines Recyclingprozesses immer eine Zerkleinerung der Kunststoffreststoffe stattfindet <ref name="Bandrup" /> <sup>(S. 204-210 f.)</sup>. Für die Zerkleinerung von Kunststoffen, speziell der Verbundwerkstoffe, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Bewältigung dieser Aufgabe. Thermoplasten lassen sich aufgrund ihres plastischen Verhaltens wieder aufschmelzen. Daher eignen sie sich für die werkstoffliche Wiederverwertung und können so direkt einen zweiten Formgebungsprozess durchlaufen. Duroplasten und Elastomere werden dagegen aufgrund ihrer eng vernetzten Struktur in der Regel durch maschinelle Zerkleinerung beansprucht und später als Füllstoffe Neuwaren zugemischt. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 55-70)</sup> wagner 2012; 1:1
<ref name = "PlasticsEurope 21."> PlasticsEurope (Hg.): KUNSTSTOFFE,
WERKSTOFFE UNSERER ZEIT. 21. Auflage (https://plasticseurope.org/de/wp-content/uploads/sites/3/2022/05/129454_Inhalt_Ansicht.pdf)</ref>


Bei der „werkstofflichen Wiederverwendung“ handelt es sich um die Verwendung von Kunststoff-Abfällen nach der Aufbereitung zu neuen Formmassen. Allerdings dürfen manche Kunststoffe aufgrund von Behandlungen mit Flammschutzmitteln nicht wiederverwendet werden (siehe z.B. EPS). Das werkstoffliche Recycling lässt nun die Makromoleküle der polymeren Werkstoffe weitestgehend unberührt und zielt auf deren Erhaltung ab. Es stützt sich auf die Verwendung von ausschließlich physikalischen Behandlungen wie Compoundieren, Granulieren, Filtern oder Aufschmelzen. Der so gewonnene Sekundär-Kunststoff wird auch als Rezyklat bezeichnet. Für das werkstoffliche Recycling eignen sich nur Thermoplasten, da diese als einzige Kunststoffart nicht vernetzt sind und sich daher unter Temperaturerhöhung neu formen lassen. Bei Duroplasten und Elastomeren ist dagegen keine Umformung möglich. Stattdessen können sie nur nach der Verarbeitung zu Mahlgut als Füllstoff genutzt werden. Dies wird dann als „Partikelrecycling“ bezeichnet. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 58-62)</sup>  
<ref name="Schwarz"> Schwarz, Otto; Ebeling, Friedrich Wolfhard; Huberth, Harald; Richter, Frank; Schirber, Harald; Schlör, Norbert (2016): Kunststoffkunde. Aufbau, Eigenschaften, Verarbeitung, Anwendungen der Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. 10., überarbeitete Auflage. Würzburg: Vogel Buchverl. Online verfügbar unter https://www.content-select.com/index.php?id=bib_view&ean=9783834362032.</ref>  


Das rohstoffliche Recycling setzt auf molekularer Ebene an, aber bemüht sich um eine größtmögliche Erhaltung und Wiederverwendung der chemischen Struktur der Polymere. Dagegen wird bei der energetischen Verwertung ausschließlich der Energiegehalt der Kunststoffabfälle genutzt. Oft fehlt es bei rohstofflichen Recycling noch am Rücklaufmaterial. Diese Form des Recyclings lässt sich auf zwei Arten vollbringen:
<ref name="statista (a)"> Statista (2024): Entwicklung der Erdölreserven weltweit in den Jahren 1980 bis 2020 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233337/umfrage/reserven-an-erdoel-weltweit-seit-1990/ </ref>  
#Über Zerlegung der Polymere in ihre Monomerbausteine oder
#Die Einbringung der Polymere in petrochemische Prozesse als Mineralölersatz. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 59)</sup>
Dazu stehen fünf Verfahren zur Verfügung. Bei den thermischen Verfahren kommt es zur thermischen Depolymerisation von z.B. Acrylharzen wie PMMA. Solvolytische Verfahren attackieren dagegen die Verbindungsstellen von Polymeren auf hydrolytische, saure, basische, alkoholische oder aminische Art. In der Pyrolyse erfolgt die Zersetzung der Kohlenwasserstoffketten unter Abwesenheit von Sauerstoff im Temperaturbereich von 500 - 850°C. Bei der Hydrierung werden die Kohlenwasserstoffe durch Sättigung und Cracken der Makromoleküle in einen gasförmigen Aggregatzustand gebracht. Während die Hydrierung mit hohem technischem und wirtschaftlichem Aufwand verbunden ist, bietet sie auch die Möglichkeit auf die Vorbehandlung zur Entfernung von Chlor und Stickstoff zu verzichten. Das letzte Verfahren ist die Vergasung. Hier werden die Kohlenwasserstoffe unter Luftzutritt bei 1000 – 1200°C behandelt, was zu deren Aufspaltung in die kleinstmöglichen Einheiten führt. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 67-68)</sup>  


Für '''Aufbereitung und Verwertung''' ist zunächst eine Rückführung des Materials sicherzustellen. Diese ist bei Kunststoffabfällen Stand der Technik, entweder als Angussrückführung oder als Zuführung von Mahlgut zum Neugranulat. Die Schwierigkeit liegt in der Sortenreinheit. Gemischte und verunreinigte Kunststoffe lassen sich nur eingeschränkt für die Herstellung von Formteilen ohne große Qualitätsanforderungen verwenden. Allerdings gehört die sortenreine Sammlung von PVC-Profilen und PET-Flaschen bereits zum Standard. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 59-60)</sup>
<ref name="statista (c)"> Statista: Verteilung der Anteile ausgewählter Länder am Erdgasimport von Deutschland im Jahr 2020 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/151871/umfrage/erdgasbezug-deutschlands-aus-verschiedenen-laendern/</ref>


Als letztes Mittel der Verwertung von Kunststoffabfällen sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz die energetische Verwertung vor. Kunststoffabfälle besitzen viel chemisch gebundene Energie, die bis zu 60 % der Produktionsenergie zurückliefern kann. Die Probleme der energetischen Verwertung sind mit den Halogenen und der de-novo-Synthese jedoch kritisch für die Umweltverträglichkeit der energetischen Nutzung von Kunststoffabfällen. Es ergibt sich unter anderem ein Bedarf an technisch aufwändiger Abgasreinigung und spezieller Temperaturregulierung im Kessel. Daher werden Abfälle bei der energetischen Verwertung zunächst zu spezifischen Sekundärbrennstoffen aufbereitet. Speziell für Kunststoffe bedeutet dies die Reduzierung von PVC, bis der Chlor-Anteil am Brennstoff unter 0,5 Gew.-% liegt. Dazu legt die Gütegemeinschaft RAL-GZ 754 Spezifikationen und Verfahren für Sekundärbrennstoffe fest. <ref name="Baur" /> <sup>(S. 69-70)</sup>
<ref name="statista (d)"> Statista: Verteilung der weltweiten Kunststoffproduktion nach Ländern und Regionen im Jahr 2022 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/244172/umfrage/verteilung-der-weltweiten-kunststoffproduktion-nach-regionen/</ref>
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  <ref name = "PONS"> PONS (Hg.): Übersetzung "Kunststoff". Online verfügbar unter https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/deutsch-englisch/Kunststoffe.</ref>  
  <ref name="Weißbach"> Weißbach, Wolfgang; Dahms, Michael; Jaroschek, Christoph (Hg.) (2018): Werkstoffe und ihre Anwendungen. Metalle, Kunststoffe und mehr. 20., überarbeitete Auflage. Wiesbaden: Springer Vieweg (Lehrbuch).</ref>


  <ref> Schwarz, Otto; Ebeling, Friedrich Wolfhard; Huberth, Harald; Richter, Frank; Schirber, Harald; Schlör, Norbert (2016): Kunststoffkunde. Aufbau, Eigenschaften, Verarbeitung, Anwendungen der Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. 10., überarbeitete Auflage. Würzburg: Vogel Buchverl. Online verfügbar unter https://www.content-select.com/index.php?id=bib_view&ean=9783834362032.</ref>  
  <ref name="ZSVR"> Zentrale Stelle Verpackungsregister: Von der Einweg-Verpackung zum Kreislauf. (https://www.verpackungsregister.org/fileadmin/Auswertungen/Unterlagen_Pressekonferenz_ZSVR_18.11.2021.pdf)</ref>


<ref> Weißbach, Wolfgang; Dahms, Michael; Jaroschek, Christoph (Hg.) (2018): Werkstoffe und ihre Anwendungen. Metalle, Kunststoffe und mehr. 20., überarbeitete Auflage. Wiesbaden: Springer Vieweg (Lehrbuch).</ref>
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Aktuelle Version vom 15. Januar 2025, 14:00 Uhr

Primärrohstoffe und GrundstoffeProduktionNutzungRecyclingrohstoff


Der nicht eindeutig bestimmte Begriff „Kunststoff“ bezeichnet synthetisch hergestellte, insbesondere polymere Werkstoffe, die nicht natürlich vorkommen [1]. Damit schafft der Begriff "Kunststoffe" eine klare Differenzierung von künstlichen Polymeren zu natürlich vorkommenden Stoffen, jedoch nicht zu den ebenfalls künstlichen Werkstoffen Glas, Metall und Papier. Da sich diese künstlichen Werkstoffe in ihren plastischen Eigenschaften von Polymeren unterscheiden, werden synthetische, polymere Werkstoffe umgangssprachlich auch als „Plastik“ bezeichnet. Der Begriff „plastics“ hat sich auch im englischen Sprachgebrauch durchgesetzt. [2][1][3]


Primärrohstoffe und Grundstoffe

Kunststoffe setzen sich aus Polymeren und Zusatzstoffen zusammen. Letztere verleihen dem Kunststoff seine anwendungsbezogenen Eigenschaften. Die Polymere können entweder aus der Natur gewonnen oder synthetisch hergestellt werden [4]. Dabei stellen Erdgas, Erdöl und Kohle sowie Cellulose und Naturkautschuk die primären Rohstoffe für die Kunststoffherstellung dar [2]. Erdöl kommt hierbei am häufigsten zum Einsatz [4]. Für die industrielle Verarbeitung zu polymeren Werkstoffen sind Monomer-Einheiten erforderlich. Dazu werden die Ausgangsstoffe Erdöl, Erdgas oder Kohle durch fraktionierte Destillation aufgetrennt, Abbildung 1 zeigt den Vorgang der Destillation am Beispiel Erdöl auf. Während der Destillation steigen Moleküle mit kürzeren Kohlenwasserstoffketten im Fraktionierturm auf und können nach Länge der Kohlenwasserstoffketten einzeln abgeleitet werden. Dazu wird der Ausgangsstoff auf 400 °C erhitzt. Im Fraktionierturm steigt der entstehende Dampf mehrere Etagen auf. Die Glockenform der Etagendurchlässe garantiert dabei ein langsames Aufsteigen des Dampfes. Das Absenken der Dampftemperatur induziert eine Kondensation von Kohlenwasserstoffen auf jeder Etage. Die Fraktionen unterscheiden sich demnach je nach Etage in ihren Siedepunkten und Molekülgrößen. Entscheidend für die Gewinnung von Monomeren für die Kunststoffproduktion sind insbesondere die Benzinfraktionen (Naphta). Im sogenannten Crackprozess werden langkettige Kohlenwasserstoffe wie Naphta durch hohe Temperaturen und den Einsatz von Katalysatoren zu ungesättigten Kohlenwasserstoffen gespalten. Daraus bilden sich diverse Gasmoleküle, wobei das Ziel eine Abtrennung reinen Ethylens ist. Dieses dient als Basisrohstoff für die Herstellung von Kunststoffen sowie von Zwischenprodukten.[5]

Abbildung 1: Fraktionierte Destillation von Erdöl nach [5] (S. 22-23)

Rohstoffsituation in Deutschland

Innerhalb der letzten 25 Jahre sanken Deutschlands Erdölreserven um 28,8 Mt auf 23,8 Mt [6], während der deutsche Verbrauch im Jahr 2022 42,5 Mt betrug [7]. Von den im Jahr 2020 global vorhandenen Erdölreserven im Umfang von 244,4 Mrd. t [8] wurden 2020 insgesamt 1,89 Mrd. t Erdöl verbraucht [9]. In Westeuropa werden 4 bis 6% der Produkte aus Erdölraffinerien für die Kunststoffproduktion aufgewendet [4] [10]. Deutschlands Erdgasreserven sanken seit 1998 von 200 Mrd. m3 auf 50 Mrd. m3. Während hier im Jahr 2000 noch 18,7 Mrd. m3 Erdgas gefördert wurden, waren es 2022 noch 4,3 Mrd. m3 [11]. Der jährliche deutsche Verbrauch liegt seit circa zwanzig Jahren fast konstant bei ca. 80 m3 Erdgas [12]. Rund 55% des nach Deutschland importierten Erdgases stammt aus Russland und rund 30% aus Norwegen [13]. Durch die geringen eigenen Reserven ist Deutschland aufgrund seiner hohen Produktion von Kunststoffen und anderen fossilbasierten Produkten stark abhängig von Importen. Dies kann zu Versorgungsengpässen führen und die rohstoffliche sowie politische Unabhängigkeit einschränken. [14]


Produktion

Bei der Kunststoffherstellung wird unter anderem durch eine gezielte Auswahl von verschiedenen Polymeren gesteuert, welche Kunststoffe gebildet werden. Dabei wird bei der Polymersynthese zwischen drei Verfahren unterschieden: der Polymerisation, der Polykondensation und der Polyaddition.[2]

Polymerisation

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Phasen der Polymerisation nach [5] (S. 22-23)


Die Polymerisation erfolgt in drei Stufen (Abbildung 2). Dazu werden gleich oder ähnlich aufgebaute Monomere miteinander verkettet, die sich aus Wasserstoffatomen und mindestens zwei Kohlenstoffatomen zusammensetzen. Die Monomere können mit anderen Molekülen gleicher Art kovalente Bindungen eingehen. Während der Startreaktion werden die Doppelbindungen der Monomere durch Initiatormoleküle, wie Ionen, Radikale oder Katalysatoren, aufgetrennt[15]. Die freiwerdenden Bindungsstellen können zur Kettenbildung genutzt werden, was auch als Wachstumsreaktion bezeichnet wird. Als Medium für die Reaktion können Wasser, Lösungsmittel, Suspensionen oder Emulsionen dienen. Der gewünschte Polymerisationsgrad stellt hierbei die mittlere Kettenlänge dar. Bei einer Polymerisation können gleiche oder verschiedene Monomere aneinander gekettet werden (Homopolymerisation oder Co-Polymerisation). Das Kettenwachstum wird schließlich durch eine Abbruchreaktion beendet [15].[2] Übliche Kunststoffe, die durch Polymerisation hergestellt werden, sind z. B. Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid[4].

Polyaddition und Polykondensation

Abbildung 3: Schematische Darstellung der Polykondensation und Polyaddition nach [5] (S. 22-23)

Polyaddition und Polykondensation unterscheiden sich signifikant von der Polymerisation, denn bei diesen finden separate chemische Reaktionen statt. Ausgewählte chemische Verbindungen mit zusammenpassenden funktionellen Gruppen reagieren zunächst zu kleineren Molekülverbänden. Diese werden in einem nächsten Reaktionsschritt zu dichten Verknüpfungen kombiniert (Abbildung 3).[2] Bei der Polykondensation werden kurzkettige Nebenprodukte abgespalten, meist Wasser oder Alkohol. Sie wird insbesondere zur Herstellung von Polyamiden, Polyestern sowie Phenoplasten und Aminoplasten angewandt. Bei der Polyaddition entstehen hingegen keine Spaltprodukte und es werden Kunststoffe wie Polyurethane, Polyharnstoffe und Epoxidharze gebildet.[2]

Bei der Polykondensation und der Polyaddition werden meist zwei verschiedene Molekülbausteine miteinander verknüpft, an deren Enden mindestens eine reaktionsfähige Atomgruppe sitzt. Die Anzahl dieser reaktionsfähigen Gruppen entscheidet über die Plastizität des Polymers. Bei zwei reaktionsfähigen Gruppen entstehen lineare Verknüpfungen, die als Thermoplaste bezeichnet werden. Liegen drei reaktionsfähige Gruppen vor, so entstehen maschenförmige Verknüpfungen, die als Duroplaste bezeichnet werden. Daraus ergibt sich auch die typische Einteilung polymerer Werkstoffe. [5]

Einteilung polymerer Werkstoffe

Polymere Werkstoffe werden anhand ihrer Makromolekülstruktur und damit Plastizität in Elastomere, Thermoplaste, Duroplaste sowie thermoplastische Elastomere eingeteilt (Tabelle 1). Durch ihre Struktur unterscheiden sich die Kunststoffarten in ihrer Reaktion auf mechanische Einwirkungen in Abhängigkeit von der Temperatur und hinsichtlich ihres Verhaltens bei Kontakt mit Lösungsmitteln.[2] Thermoplaste bezeichnet die Gruppe der wärmeverformbaren Werkstoffe, die weiter in amorphe und teilkristalline Thermoplaste differenziert werden. Erstere besitzen keine geordnete Struktur, was bei Temperaturzunahme zu gesteigerter Verformbarkeit führt. Dagegen verfügen die teilkristallinen Thermoplaste über Eigenschaften, die ein Abgleiten der Makromoleküle voneinander erschweren und somit auch die Verformbarkeit unter Temperatureinfluss verringern.[2] Duroplaste (oder Duromere) besitzen eine engmaschigere Struktur und sind daher nicht plastisch verformbar. Durch ihren hohen Vernetzungsgrad lassen sie sich weder zersetzen noch schmelzen.[2] Elastomere bezeichnen gummielastische Werkstoffe und setzen sich aus weitmaschig verbundenen Kautschukmolekülen zusammen, deren geringer Vernetzungsgrad ihre Beweglichkeit sichert. Dennoch wird ein Abgleiten einzelner Moleküle verhindert, sodass Elastomere thermisch nicht formbar sind. Zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, wie der Zugfestigkeit, werden Elastomeren Füllstoffe zugeschlagen, was zu einer Gummielastizität führt.[2] Die thermoplastischen Elastomere zeigen ebenfalls gummielastisches Verhalten, besitzen dabei aber sowohl engmaschig vernetzte als auch weniger stark vernetzte, thermoplastische Bereiche. Dadurch sind sie reversibel wärmeverformbar.[2]

Tabelle 1: Einordnung polymerer Werkstoffe [2]/>
Werkstoffklasse Thermoplaste Duroplaste Elastomere Thermoplastische Elastomere
Verhalten wärmeformbar nicht wärmeformbar gummielastisch gummielastisch, wärmeformbar
Vernetzungsgrad nicht vernetzt hoch (chemische Vernetzungsreaktion) chemisch vernetzt (weitmaschig) chemisch vernetzt (engmaschig)
Löslichkeit und Quellbarkeit gering bis stark in Lösungsmitteln nicht löslich oder quellbar (auch in Lösungsmitteln) in Lösungsmitteln gering bis stark quellbar, jedoch nicht löslich in Lösungsmitteln gering bis stark quellbar oder löslich
Einsatzgebiete Verpackungsfolien, Hochleistungs- und technische Kunststoffe Epoxidharze: Rohrleitungen, Behälter, Lacke; Ungesättigte Polyesterharze: Einbettung elektronischer Bauteile, Spulen- und Relaiskörper, Automobilbau, Flugzeugbau, Schiffbau Autoreifen und technische Gummiwaren, Spezialwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt Bedienelemente, Griffteile, verschleißfeste Oberflächen, Kabelummantelungen, Förderbänder, Stoßfänger, Profile, Folien


Neben der Einteilung von Kunststoffen in die oben genannten Werkstoffklassen findet eine Unterteilung anhand weiterer Eigenschaften statt (Abbildung 4). In Abhängigkeit der Wärmeformbeständigkeit und der Dauergebrauchstemperatur wird zwischen Standardkunststoffen, technischen Kunststoffen und den sehr formbeständigen Hochtemperaturkunststoffen unterschieden. Während Standardkunststoffe 80% bis 90% der weltweiten Kunststoffproduktion ausmachen [16], liegt der Anteil von Hochtemperaturkunststoffen nur bei ca. 1% der global verbrauchten Kunststoffe aus[17]. Technische Kunststoffe machen damit einen Anteil von 9% bis 19% aus.

Historie

Die in Südamerika bereits früh genutzten Naturkautschuke dienten seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa als Werkstoff für Elastomererzeugnisse. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Naturkautschuk und Cellulose erstmalig umgewandelt, sodass 1869 der erste thermoplastische Kunststoff „Celluloid“ entstand. Die Nachfrage nach diesen natürlichen, organischen Stoffen stieg und steigt seither an [18]. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit in der Natur und um die Eigenschaften von Naturkautschuken an unsere Bedürfnisse anzupassen, wurden seit dem 20. Jahrhundert Synthesekautschuke industriell hergestellt. Der erste rein synthetische Kunststoff Bakelit wurde 1907 aus Phenol und Formaldehyd entwickelt und in Haushalts- und Küchengegenständen sowie Telefonen eingesetzt.[2] Aktuell bestimmen die Thermoplaste Polyethylen (fast 30% der deutschen Produktionsmenge), Polypropylen (20% der deutschen Produktionsmenge) und Polyvinylchlorid (15% der deutschen Produktionsmenge) die deutsche Kunststoffproduktion [19]. Die Nachfrage nach diesen sowie generell Kunststoffen stieg und steigt weltweit an: Dabei ist die globale Entwicklung durch die in Asien steigende Kunststoffproduktion geprägt, während die europäische Produktion von Kunststoffen seit dem Jahr 2007 bei leichtem Rückgang relativ konstant ist [20][21].

Produktionszahlen

Abbildung 5: Verteilung der globalen Kunststoffproduktion nach [22]. NAFTA bezeichnet ein Freihandelsabkommen zwischen USA, Kanada und Mexiko.

An der globalen Kunststoffproduktion von 400,3 Mio. Tonnen im Jahr 2022 hatte China mit 32% den größten Anteil, Nordamerika hatte 17% und Europa 14% Anteil an der globalen Kunststoffproduktion (Abbildung 5). Dabei ist die globale Kunststoffproduktion durch die Produktion von 26,3% Polyethylen und 18,9% Polypropylen sowie 12,7% Polyvinylchlorid geprägt. Der Anteil an aus Rezyklaten produzierten Kunststoffen belief sich im Jahr 2022 auf 9,6% der Gesamtproduktion. [22]

Abbildung 6: Produktionsmenge der deutschen Kunststoffindustrie 2018 bis 2022 nach [23]

Im Jahr 2022 wurden europaweit 58,7 Mio. Tonnen Kunststoff produziert, von denen die deutsche Kunststoffproduktion über ein Drittel ausmachte. Die deutsche Kunststoffproduktion betrug in den letzten Jahrzehnten jährlich zwischen 17 und 21 Mio. Tonnen (Abbildung 6). Im Jahr 2021 wurden 21,3 Mio. Tonnen Kunststoff produziert. Das Absinken der Produktion auf 14,3 Mio. Tonnen Kunststoff im Jahr 2022 ist durch die Inflation und die wirtschaftliche Stagnation begründet, die sich u. a. infolge des Kriegs Russlands mit der Ukraine entwickelten. [23]

Abbildung 7: Anteil der Polymertypen an der deutschen Kunststoffproduktion 2021 nach [21]

Auch in Deutschland setzen sich die produzierten Polymerarten überwiegend aus Polyethylen (27%), Polypropylen (20%) sowie Polyvinylchlorid (15%) zusammen (Abbildung 7)[21]. Damit stimmt die Verteilung mit der globalen Nachfrage überein.

Umweltverträglichkeit

Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren schneiden Kunststoffprodukte hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit häufig besser ab als Konkurrenzprodukte. Dies kann beispielsweise an der Gewichtsreduktion bei der Substitution eines Bauteils aus einem anderen Werkstoff durch eines aus Kunststoff liegen. Auch die Kombination mehrerer Funktionen, die Wiederverwertbarkeit und mögliche Wiederverwendung (z. B. Pfandsysteme) beeinflussen diese Bewertung. [15] Hinsichtlich der Umweltverträglichkeit ergeben sich jedoch Einschränkungen durch Vermüllung (auch Littering genannt), die u. a. Ladungsverluste beim Transport von Rohstoffen und Produkten, unsachgemäße Entsorgung sowie den Verlust von Arbeitsmaterialien aus der Fischerei einschließt. Weitere Faktoren sind insbesondere der Abrieb von Partikeln im Verkehr sowie in Industrieprozessen. Auch die in Haushalten generierten Einträge von Mikroplastik durch Faserverluste oder die Nutzung flüssiger Polymere beeinträchtigen die Umweltverträglichkeit von Kunststoffen. [3]

Exkurs: Kunststoff-Verbunde

Kunststoffe werden neben dem Einsatz als reiner Werkstoff in Verbundwerkstoffen eingesetzt, bei denen Eigenschaften verschiedener Materialien kombiniert werden. Auf Seite der Kunststoffe ist besonders die geringe Dichte ein werkstofflicher Vorteil, der in Verbunden genutzt wird. Ein Matrixwerkstoff bildet die Basis des Verbunds, hierfür werden meist Duroplaste oder Thermoplaste eingesetzt. Kombiniert werden diese mit anderen Materialien, sodass der Verbund die gewünschten Eigenschaften aufweist. Das können z. B. Verstärkungsmaterialien wie Glas- und Karbonfasern oder auch Holz sein.[2]

Werkstoffe aus Verbundmaterialien

Um die technischen Eigenschaften eines Kunststoffes zu verbessern, werden die Matrixwerkstoffe insbesondere mit Langfasermaterialien verstärkt. Die so entstehenden Faser-Kunststoff-Verbunde kombinieren die geringe Dichte der Polymere mit hoher Festigkeit und Steifigkeit der Fasermaterialen, so dass sie bei stoß- und schlagbeanspruchten Bauteilen Metalle als Baumaterialien ersetzen können.[2] Glasfasern werden in circa 85% der Faser-Kunststoff-Verbunde eingesetzt, da sie mechanische Belastbarkeit und Isoliereigenschaften bieten und zudem günstig produziert werden können. Daher werden sie insbesondere für Gebäudeelemente und Rohre im Bausektor sowie im Fahrzeugbau und der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Für Hochleistungskunststoffverbunde eignet sich eine Verstärkung mit Kohlenstofffasern, da mit ihnen ein zu dem von Stahl vergleichbares Zugmodul bei stark verringertem Gewicht erreicht werden kann. So eignen sie sich insbesondere für den Einsatz im Windenergiesektor und im Flugzeugbau, kommen aber ebenfalls für Sportgeräte zum Einsatz. Darüber hinaus werden u. a. aromatische Polyamidfasern (Aramide) und Stahlfasern für stark beanspruchte Materialien wie Reifen und Transportbänder eingesetzt. Sie zeichnen sich durch besondere Energieabsorptionsfähigkeit aus und dienen daher auch als Material für ballistische Schutzausrüstung.[2] Die stoffliche Verwertung von Faser-Kunststoffverbunden ist schwierig und wichtiger Bestandteil der aktuellen Forschung. Meist werden die Abfälle zerkleinert und als Füllstoffe neuen Verbundwerkstoffen beigemischt. Jedoch verkürzen sich die Fasern durch die mechanische Beanspruchung bei der Zerkleinerung, wodurch die Faserverstärkung abnimmt. Darüber hinaus können die Verbundwerkstoffe thermisch verwertet werden. Bei der energetischen Nutzung wird die Kunststoffmatrix verbrannt, die Fasern bleiben zurück und können anschließend in der Zementindustrie als Zuschlagstoff eingesetzt werden. Die energetische Verwertung beansprucht die Fasern jedoch stark. Eine schonendere thermische Verwertungsalternative stellt die Pyrolyse dar. Hier wird die Kunststoffmatrix thermisch zersetzt und die Fasern bleiben in ursprünglicher Länge erhalten und können wiederverwendet werden.[2]

Verpackungen aus Verbundmaterialien

Als Reaktion auf Vermüllung und das negative Image von Kunststoffprodukten setzen viele Unternehmen vermehrt Faser-Kunststoff-Verbundverpackungen ein [24] [14]. Dadurch kann z. B. die Wandstärke von Kunststoff-Joghurtbechern reduziert werden, da eine Papierbanderole die nötige Stabilität liefert. Dies erschwert bei nicht korrekter Trennung und Entsorgung jedoch die Sortierung und das Recycling, da es zu Fehlerkennung und Fehlausträgen führt [2]. Auch Verbundverpackungen, in denen die Eigenschaften verschiedener Kunststoffe kombiniert werden, führen zu Herausforderungen bei der Sortierung und im Recycling [2]. Sie können nicht sortenrein erfasst werden und werden je nach Ausrichtung auf dem Förderband bei der Sortierung unterschiedlich erkannt[2]. Außerdem ist die Trennung der einzelnen Komponenten sehr aufwendig [2]. So kommt es zu materialfremden Bestandteilen in den Recyclingrohstoffen. Diese können zu Einschlüssen in den Produkten aus Recyclingrohstoff führen, die später Materialversagen verursachen können[2]. |}


Nutzung

Abbildung 8: Kunststoffverbrauch 2021 in Deutschland nach Anwendungsgebiet nach [21]

Kunststoffe werden aufgrund ihrer Materialeigenschaften als Substitute sowohl für metallische und keramische als auch Holzwerkstoffe eingesetzt. Die bereits beschriebenen mechanischen Eigenschaften sind bestimmend für den Anwendungszweck. Die Gleit- und Haftungseigenschaften ermöglichen die Verwendung als mobile Bauteile, ohne dabei auf Schmiermittel zurückgreifen zu müssen. Thermoplaste besitzen weiterhin eine gute Fließfähigkeit, was eine kostengünstige Verarbeitung durch einfache Formung ermöglicht. Im Gegensatz zu Metallen weisen polymere Werkstoffe meist eine hohe Korrosionsbeständigkeit und je nach Sorte auch eine höhere Resistenz gegenüber Chemikalien als Edelstähle auf. Jedoch sind einige Kunststoffe anfällig gegenüber Lösungsmitteln. [15]. Die größten Nutzungsgebiete von Kunststoffen sind in Deutschland die Verpackungsindustrie und die Baubranche, die jeweils ein Drittel bzw. ein Drittel der Kunststoffanwendungen ausmachen (Abbildung 8). Weitere relevante Anwendungsfelder sind die Fahrzeugindustrie sowie Elektronik, Haushaltswaren und Möbel. Die Landwirtschaft und die Medizin stellen einen Anteil unter 5%. [17].

Für Verpackungsmaterialien werden überwiegend Kettenpolymerisate eingesetzt, die zu den Thermoplasten zählen. Dazu gehören insbesondere (Low Density (LD)-, Linear Low Density (LLD)- sowie High Density (HD)-Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die zur Gruppe der Polyolefine gehören, und Polyethylenterephthalat (PET). Weitere verwendete Kettenpolymerisate sind Styrol-Kunststoffe wie Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Styrol-Acrylnitril (SAN) oder Polystyrol (PS). [17] In der Gebäudetechnik wird hauptsächlich das Kettenpolymerisat Polyvinylchlorid eingesetzt. Daneben werden häufig Polyolefine und Polystyrol (PS) verbaut. In der Baubranche finden zudem Polyaddukte, wie Polyurethan (PUR), Anwendung. Polyaddukte können zur Gruppe der Duroplaste oder der Elastomere zählen. Weiterhin werden einige Styrol-Kunststoffe wie expandiertes Polystyrol (EPS) in der Gebäudetechnik genutzt. [17] Der Automobilbau wird hinsichtlich des Kunststoffverbrauchs durch die Polyolefine PP, HDPE sowie durch Polyurethan (PUR) geprägt. Auch Polyamide kommen zum Einsatz. Auch in der Elektronikbranche werden überwiegend die thermoplastischen Polyolefine (wie PP), aber auch PUR verwendet. [17]


Recyclingrohstoff

Das Kunststoffrecycling hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Vermüllungsproblematik und den Zielen der Kreislaufwirtschaft an Bedeutung in Gesellschaft, Industrie und Forschung gewonnen [3] [25]. Angetrieben wird die stoffliche Verwertung seit 2024 zusätzlich durch die CO2-Steuer für die energetische Verwertung von Kunststoffen [26]. Dabei ist im ersten Schritt eine möglichst sortenreine Erfassung von Kunststoffen entscheidend, um ein hochwertiges Recycling zu gewährleisten [27]. Anschließend gibt es, je nach Qualität der Sortierfraktionen verschiedene Aufbereitungs- und Verwertungsmöglichkeiten.

Erfassung

Von den 12,4 Mio. Tonnen Kunststoff, die in Deutschland im Jahr 2021 verbraucht wurden, wurden 5,7 Mio. t KS-Abfälle über die unterschiedlichen Sammelsysteme erfasst, was auf die Langlebigkeit einiger Produkte zurückzuführen ist [21]. Kurzlebige Produkte wie Verpackungen werden fast vollständig (> 99%) wieder erfasst [21]. Von langlebigen Produkten, z. B. aus dem Bausektor, wird ein Anteil von 16% erfasst. Exportprodukte wie Automobile werden zu 30% exportiert und somit aus dem System entnommen und zu 23% wieder als Abfall erfasst. Von den gesammelten Kunststoffabfällen entfallen 96% auf den Post-Consumer-Bereich und 4% auf die Verarbeitung und Herstellung von Kunststoff, also den Post-Production-Bereich [28]. Die Erfassung von Post-Consumer-Abfällen erfolgt dabei für Verpackungen vor allem über die Sammlung von Leichtverpackungen und das Pfandsystem, aber auch über Gewerbeabfall- und E-Schrottsammlungen und Recyclinghöfe.

Wiederverwendung (Re-Use) von Kunststoffen

Bei der Wiederverwendung wird ein Erzeugnis, das nicht Abfall ist, erneut für den ursprünglichen Zweck eingesetzt [25]. Ein Beispiel für die Wiederverwendung von Kunststoffen ist der Ausbau von Bauteilen aus Gebäuden vor deren Abbruch, die infolgedessen vermarktet und an anderer Stelle wieder eingebaut werden können [29]. Das Pfandrücknahmesystem für Getränkeflaschen ermöglicht eine besonders umfassende Wiederverwendung des Kunststoffes PET. So bildeten PET-Mehrwegpfandflaschen im Jahr 2010 in Deutschland den höchsten Marktanteil für die Verpackung von Wasser und Erfrischungsgetränken. Der Einsatz von standardisierten, dickwandigen PET-Mehrwegflaschen ermöglicht, dass diese etwa 15- bis 20-mal befüllt und wiederverwendet werden. [30] Ebenfalls zur unmittelbaren Wiederverwendung zählt die Weiterverwendung gebrauchter Elektro- und Elektronikgeräte, die ebenfalls über Sammelstellen oder privat vermittelt werden [31].

Vorbereitung zur Wiederverwendung

Zu dieser Kategorie gehören die Verwertungsmethoden Reinigung, Prüfung und Reparatur mit dem Ziel, zu Abfall gewordene Produkte ohne andere Vorbehandlungsarten für ihren ursprünglichen Zweck einzusetzen [25]. Damit Kunststoffe in die Wiederverwendung gegeben werden können, ist eine produktbezogene Sammlung erforderlich, da nicht allein der Werkstoff weiter genutzt werden soll, sondern weitere Produkteigenschaften erhalten bleiben sollen. Eine solche Sammlung ist beispielsweise für PET-Flaschen in Form des Mehrweg-Pfandsystems sowie die zugehörigen Getränkekästen aus HDPE vorhanden. [4] Die bei der Demontage von Altfahrzeugen erhaltenen Elektrogeräte, die nach dem Prinzip des Komponentenrecyclings in andere Fahrzeuge eingesetzt werden, werden ebenfalls gezielt produktbezogen gesammelt und zur Wiederverwendung vorbereitet.[2]

Recyclingverfahren

Abbildung 9: Recyclingschema TecPart nach [32]

Als Recyclingrohstoffe für die Substitution von primären Rohstoffen eignen sich sortenreine Kunststoffabfälle des Typs Thermoplast. Neben Alterungsprozessen und der Verkürzung von Polymerketten während des Recyclings ist hierbei jedoch von Belang, mit welchen Kettenlängen und Verzweigungen die Kunststoffe primär hergestellt wurden. Die Längen der Polymerketten werden durch thermische Belastungen verringert, sodass die mechanischen Eigenschaften nach den Verarbeitungszyklen an Qualität verlieren. Um den Auswirkungen dieser Qualitätsminderung entgegenzuwirken, werden Rezyklate mit Primärkunststoffen vermischt. Dabei ist üblich, 20% bis 25% des Primärrohstoffs durch Rezyklat zu ersetzen. Im Gegensatz zu Thermoplasten sorgt die irreversible Vernetzung von Elastomeren und Duroplasten dafür, dass diese Polymertypen sich ausschließlich für das Partikelrecycling eignen. Partikelrecycling bedeutet, ein Auflösen der Vernetzung ist nur durch Mahlen möglich, sodass die Partikel von Duroplasten und Elastomeren werkstofflich nur in Form von Füllstoffen erneut eingesetzt werden können.[2] [32] Um eine möglichst hohe Qualität von Rezyklaten beim werkstofflichen Recycling zu erhalten, sind große Beanspruchung und Kontaminationen zu vermeiden. Außerdem kommen nur physikalische Verfahren, wie thermische Behandlung, Compoundierung, Granulierung und Filtrierung infrage. Die entstehenden Produkte sind Mahlgut mit einer Korngröße zwischen 2 mm und 5 mm, Regranulate sowie Regenerate. Regranulate werden in einem Schmelzprozess aus Mahlgut gewonnen und besitzen eine gleichmäßige Korngröße ohne Staubanteil. Diesem Schmelzprozess werden bei der Erzeugung von Regeneraten zusätzlich Additive hinzugegeben (Compoundierung), sodass sie speziellere Eigenschaften besitzen als Regranulate (Abbildung 9).[32]

Chemisches Recycling bietet Potenzial, wenn ein werkstoffliches Recycling nicht zur gewünschten Qualität des sekundären Rohstoffs führt, die Polymere aber in Monomere oder in geeignete reaktionsfähige Gruppen wie Acryl, Ester oder Amide zerlegt werden können [33][32]. Es wird also nicht der Werkstoff wiederverwertet, sondern dessen Einzelteile zurückgewonnen und verwertet. Die Vorbereitung von Duroplasten und Elastomeren für eine erneute Polymerisation ist nur durch chemische Recyclingverfahren möglich. Aufgrund der steigenden Menge an Kunststoffabfällen und den Zielen der Circular Economy wird deren Potenzial zur Kreislaufschließung aktuell vielseitig erforscht [33]. Zu den untersuchten Verfahren zählen die Pyrolyse, die Solvolyse und das Hydrocracking [2]. Bei der Pyrolyse werden die Polymere unter Sauerstoff-Ausschluss erhitzt (auf bis zu 800 °C), sodass sie in kürzere Einheiten geteilt werden. Das hierbei entstehende aromatische Pyrolyseöl dient als Rohstoff für Polymere sowie für Öle und Kraftstoffe. Die Pyrolyse erfordert, dass der zu verarbeitende Stoffstrom frei von halogenhaltigen Polymeren wie PVC ist.[2] Bei der Solvolyse werden Polymere durch Reaktion mit einem Solvens gespalten. Für einige Kunststoffe, wie PA, PET oder PUR, ist dies katalytisch oder durch die Lösemittel Wasser (Hydrolyse) oder Alkohol (Alkoholyse) möglich. Die Solvolyse ermöglicht auch das Auftrennen von Faser-Kunststoff-Verbunden. Eine Einschränkung des Verfahrens ist die erforderliche Sortenreinheit der aufzubereitenden Polymere.[2] Das Hydrocracking bezeichnet katalytisches Spalten und anschließendes Destillieren von Polymeren. Mit diesem Verfahren können z. B. Polyolefine zu bis zu 95% zu Kraftstoffen verarbeitet werden. Zu große Anteile an halogenhaltigen Polymeren im Stoffstrom können die verfahrenstechnischen Aggregate beschädigen.[2]

Qualitätsanforderungen und Stör-/Fremdstoffe

Kunststoffgemische können bisher nur schwierig rezykliert werden. Für das Trennen einzelner Kunststoffe aus Verbundfolien werden Verfahren des chemischen Recyclings entwickelt. Die Aufbereitung von faserverstärkten Kunststoffen schließt Verkürzungen der Fasern und damit einhergehende Qualitätsminderung ein. Sofern Duroplaste als Matrix verwendet wurden, besteht keine Möglichkeit, die Verbunde aufzuschmelzen. Thermoplaste sind aufschmelzbar, die eingesetzten Fasermaterialien sind jedoch auch in diesem Fall nur mit speziellen Verfahren aufschließbar. Um die Fasern bestmöglich zu erhalten, eignen sich die Pyrolyse, bei der die Kunststoffmatrix unter Sauerstoffabschluss thermisch zersetzt wird, und die Solvolyse, mit der die Kunststoffmatrizen aufgespalten und von der Faser gelöst werden sollen.[2] Aber nicht nur beim Recycling führen Verbundmaterialien zu Problemen. Auch bei der Erkennung der Materialien im Sortierprozess führen Multilayer zu Fehlausträgen und Verunreinigungen. Außerdem fehlen den Sortieranlagen Abnehmer, die diese Verbundmaterialien verwerten können.[2][34] Für manche Kunststoffverbunde, wie den Getränkekarton wurden aufgrund der Verbundeigenschaft extra eigene Verwertungswege entwickelt, da sie nicht für die bestehenden Routen geeignet sind. Darüber können die Bestandteile einzeln einer Verwertung zugeführt werden [35][24][36].

Verwertungsquoten

Abbildung 10: Kunststoffabfälle in Deutschland nach [21]

Von den im Jahr 2022 weltweit produzierten 400,3 Mio. t Kunststoffe entstammten 8,9% der werkstofflichen Verwertung und unter 0,1% dem rohstofflichen Recycling von Post-Consumer-Abfällen. Von den 58,7 Mio. t Kunststoff aus der europäischen Produktion stammten 18,7% aus dem Recycling. Damit betrug der Anteil der Recyclingrohstoffe aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen in Europa 12,9%. Der Anteil an Recyclingrohstoff aus Produktionsabfällen betrug 5,6% und aus dem chemischen Recycling stammten europaweit 0,2% der produzierten Kunststoffe.[22] Für die deutsche Kunststoffproduktion wurden 2021 2,29 Mio. t Rezyklate eingesetzt, was einer Circular Material Use (CMU)-Rate von etwa 16,3% an den 14,04 Mio. t verarbeiteten Kunststoffwerkstoffen entspricht.[21] Im Jahr 2021 fielen in Deutschland 5,44 Mio. t Kunststoff als Abfall nach der Nutzungsphase an (Abbildung 10). Von diesen wurden 99,4% (5,41 Mio. t) in unterschiedlichen Verfahren verwertet und nur 0,6% deponiert. Für die Berechnung der stofflichen Verwertungsquote existieren zwei Ansätze (Abbildung 11). Für den ersten Ansatz wird der Eingang in eine Recyclinganlage als Berechnungspunkt angenommen. Diese Input-basierte Berechnung war bis zum Bezugsjahr 2019 vorgesehen. Der zweite Ansatz nimmt die Einbringung in ein Recyclingverfahren, d. h. erst in die letzte Prozessstufe nach Prozessen wie der Zerkleinerung, Nachsortierung und Waschung, als Kriterium für die Berechnung in die Recyclingquote. So wurden im Jahr 2021 33,2% der Kunststoffabfälle stofflich verwertet, indem sie einem Recyclingverfahren zugeführt wurden. Nach dem früheren Berechnungsansatz würden die 45,4% der Post-Consumer-Abfälle, die als Input in Recyclinganlagen geführt wurden, als stofflich verwertet gelten. Ausgehend vom zweiten Berechnungspunkt wurden 2021 rund 45% der Post-Consumer-Abfälle werkstofflich und 0,5% rohstofflich rezykliert. Durch die weitere Aufbereitung in der Recyclinganlage fallen weitere nicht stofflich verwertbare Fraktionen an, die anschließend energetisch verwertet werden. Dadurch steigt der Anteil der energetischen Verwertung von Berechnungsmethode 1 zu 2 von 54% auf 66%.[21]

Proben im MassLab

Literaturverzeichnis

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