WDVS - Wärmedämmverbundsystem: Unterschied zwischen den Versionen

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*[[Geschichte]]
*[[Bau- und Abbruchabfälle]]
*[[Mineralik]]
*[[Geschichte von WDVS]]
*[[Dämmstoffe]]
*[[Dämmstoffe]]
*[[Rückbau]]
*[[Verwertung von WDVS]]
*[[GewAbfV - Gewerbeabfallverordnung]]


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Die Wärmedämmung einer Fassade kann durch unterschiedliche Dämmmethoden erfolgen. Neben Innen- oder Kerndämmung sowie Dämmung mittels hinterlüfteter Fassade wird die Dämmung mittels WDVS durchgeführt (Riedel and Frössel 2010; Sprengard et al. 2013: 69-73). Jede dieser Methoden bietet einem Bauherrn in Abhängigkeit von dem zu dämmenden Gebäude eine individuell abgestimmte Dämmmöglichkeit, die auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Bauobjektes ausgerichtet ist. Die unterschiedlichen Dämmmethoden für den Gebäudebereich „Außenwand“ zeigen eine hohe Vielfalt und Komplexität auf. Diese wird insbesondere für die in dieser Arbeit untersuchten WDVS durch die zur Verfügung stehende Komponentenvielfalt und die künstlich erzeugten Verbundeigenschaften noch verstärkt:
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„Ein Wärmedämm-Verbundsystem stellt einen Multikomponentenbausatz dar, in dem baustoffchemisch sehr unterschiedliche Systemkomponenten des Systems zusammengehören und einen festen Verbund untereinander und mit der Außenwand bilden.“ (Neumann 2009: 20–21)
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Der Aufbau und die Komponentenvielfalt eines WDVS sind in Abbildung 2 schematisch dargestellt. Auf die Außenwand (1), die meist aus Mauerwerk oder Beton besteht, wird der Dämmstoff (3) mit Hilfe von Klebemörtel (2) aufgebracht. Dieser kann zusätzlich mit Dübeln (4) oder Schienensystemen mechanisch befestigt werden. Auf die Außenseite des Dämmstoffes wird ein Armierungsmörtel (5) mit Armierungsgewebe (6) aufgebracht, um Zug- und Druckspannungen aufzunehmen. Die letzte Schicht des WDVS (7) dient dem Schutz der inneren Schichten sowie der ästhetischen Wirkung nach außen und kann beispielsweise aus einer Putzschicht, Klinkerriemchen oder Steinplatten bestehen.
„Ein Wärmedämm-Verbundsystem stellt einen Multikomponentenbausatz dar, in dem baustoffchemisch sehr unterschiedliche Systemkomponenten des Systems zusammengehören und einen festen Verbund untereinander und mit der Außenwand bilden.“ <ref name= "Neumann 2009"/>


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Der Aufbau und die Komponentenvielfalt eines WDVS sind in Abbildung 1 schematisch dargestellt. Auf die Außenwand (1), die meist aus Mauerwerk oder Beton besteht, wird der Dämmstoff (3) mit Hilfe von Klebemörtel (2) aufgebracht. Dieser kann zusätzlich mit Dübeln (4) oder Schienensystemen mechanisch befestigt werden. Auf die Außenseite des Dämmstoffes wird ein Armierungsmörtel (5) mit Armierungsgewebe (6) aufgebracht, um Zug- und Druckspannungen aufzunehmen. Die letzte Schicht des WDVS (7) dient dem Schutz der inneren Schichten sowie der ästhetischen Wirkung nach außen und kann beispielsweise aus einer Putzschicht, Klinkerriemchen oder Steinplatten bestehen.
 
== Proben im MassLab ==
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Datei:ProbenbildDummy.jpg|1000px|[[Probe1]]
 
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==Literaturverzeichnis==
<references>
<ref name= "Riedel 2010"> Riedel W, Frössel F (2010) Wärmedämm-Verbundsysteme: Von der Thermohaut bis zur transparenten Wärmedämmung, 2nd edn. Baulino; Fraunhofer-IRB-Verl., Waldshut-Tiengen, Stuttgart </ref>
 
<ref name= "Sprengard 2013"> Sprengard, Christoph, Treml, Sebastian & Holm, Andreas H. 2013. Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe: Metastudie Wärmedämmstoffe - Produkt - Anwendungen - Innovationen. München. </ref>
 
<ref name= "Neumann 2009"> Neumann H-H (2009) Praxis-Handbuch Wärmedämm-Verbundsysteme: Baustoffkunde, Verarbeitung, Schäden, Sanierung ; mit 109 Tabellen. R. Müller, Köln. </ref>
 
<ref name= "Albrecht 2015"> Albrecht W, Schwitalla C (2015) Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS.: Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf des Dämmstoffs bzw. Downcycling in dir Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung. Forschungsinitiative Zukunft Bau, vol 2932. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart </ref>
</references>

Aktuelle Version vom 9. Januar 2025, 13:35 Uhr

Abbildung 1 Schematischer Aufbau eine WDVS [1]

Die Wärmedämmung einer Fassade kann durch unterschiedliche Dämmmethoden erfolgen. Neben Innen- oder Kerndämmung sowie Dämmung mittels hinterlüfteter Fassade wird die Dämmung mittels WDVS durchgeführt [2] [3]. Jede dieser Methoden bietet einem Bauherrn in Abhängigkeit von dem zu dämmenden Gebäude eine individuell abgestimmte Dämmmöglichkeit, die auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Bauobjektes ausgerichtet ist. Die unterschiedlichen Dämmmethoden für den Gebäudebereich „Außenwand“ zeigen eine hohe Vielfalt und Komplexität auf.

„Ein Wärmedämm-Verbundsystem stellt einen Multikomponentenbausatz dar, in dem baustoffchemisch sehr unterschiedliche Systemkomponenten des Systems zusammengehören und einen festen Verbund untereinander und mit der Außenwand bilden.“ [4]

Der Aufbau und die Komponentenvielfalt eines WDVS sind in Abbildung 1 schematisch dargestellt. Auf die Außenwand (1), die meist aus Mauerwerk oder Beton besteht, wird der Dämmstoff (3) mit Hilfe von Klebemörtel (2) aufgebracht. Dieser kann zusätzlich mit Dübeln (4) oder Schienensystemen mechanisch befestigt werden. Auf die Außenseite des Dämmstoffes wird ein Armierungsmörtel (5) mit Armierungsgewebe (6) aufgebracht, um Zug- und Druckspannungen aufzunehmen. Die letzte Schicht des WDVS (7) dient dem Schutz der inneren Schichten sowie der ästhetischen Wirkung nach außen und kann beispielsweise aus einer Putzschicht, Klinkerriemchen oder Steinplatten bestehen.

Proben im MassLab

Literaturverzeichnis

  1. Albrecht W, Schwitalla C (2015) Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS.: Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf des Dämmstoffs bzw. Downcycling in dir Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung. Forschungsinitiative Zukunft Bau, vol 2932. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart
  2. Riedel W, Frössel F (2010) Wärmedämm-Verbundsysteme: Von der Thermohaut bis zur transparenten Wärmedämmung, 2nd edn. Baulino; Fraunhofer-IRB-Verl., Waldshut-Tiengen, Stuttgart
  3. Sprengard, Christoph, Treml, Sebastian & Holm, Andreas H. 2013. Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe: Metastudie Wärmedämmstoffe - Produkt - Anwendungen - Innovationen. München.
  4. Neumann H-H (2009) Praxis-Handbuch Wärmedämm-Verbundsysteme: Baustoffkunde, Verarbeitung, Schäden, Sanierung ; mit 109 Tabellen. R. Müller, Köln.